Dierkes mal so, mal so!

Herman Dierkes von der Duisburger Linken gab heute zeitgleich der Tageszeitung DER WESTEN und dem trotzkistischen parteinahen Organ der Linken, MARX21, verschiedene Interviews.

Dem WESTEN gab er ein persönliches, mehr auf Duisburger Verhältnisse abgehobenes Interview. Allerdings wurde er zu Parteiinternen Fragen konkret. Auf die Frage, aus welcher der beiden Quellparteien er entstamme, antwortete er, das er der damaligen PDS angehört habe. Allerdings wären ihm damals auch Zweifel gekommen, wie es die Partei mit der DDR-Vergangenheit hielte. „Das war insbesondere die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und der undemokratischen Verhältnisse dort. Und die Allmacht einer Staatsbürokratie. Und als herauskam, dass aus den Finanzbeständen der SED über Millionen Euro auf dubiosen Wegen ins Ausland geschafft worden waren. Aber das war in den 90er Jahren. Als ich gesehen habe, dass es ernsthafte Kräfte in der PDS gab, die diese Vergangenheit aufarbeiten wollten und daraus die richtigen Konsequenzen zogen, dass wir eine Politik haben wollen, die demokratisch abgesichert ist, und dass wir eine Gesellschaft wollen, die auf demokratischen Fundamenten beruht, da ist mir das wesentlich leichter gefallen“, sagte er im Gespräch mit dem WESTEN. Heute aber wären beide Quellparteien verschmolzen, meinte Dierkes. Auf seine politischen Vorbilder angesprochen, sagte Dierkes der Zeitung u.a.: “ Ich bin Linker und habe natürlich viel von Marx, Engels, Rosa Luxemburg und Trotzki gelesen.“

Ganz anders sein Gespräch mit dem parteinahen Organ der Linken Marx21 ( Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft marx21 als linksextreme Vereinigung und aktivste trotzkistische Organisation ein). Dort wurde der alte Dierkes als solcher wieder erkennbar.

Auf die Frage, wie er die Situation im Nahmen Osten einschätze, sagte Dierkes: “ Die gegenwärtige israelische Regierung verhält sich nicht anders als viele andere vor ihr. Sie agiert als Besatzer, Unterdrücker und Kriegstreiber, sie schert sich einen Dreck um Völkerrecht, UN-Resolutionen und Menschenrechte. Sie will »Frieden« – aber ausschließlich zu ihren Bedingungen als kolonialistische Regionalmacht. Ihr Frieden meint Friedhofsruhe.“ Weiter bezeichnet er Obama als einen Tiger zu Beginn seiner Präsidentschaft, welcher als Bettvorleger gelandet sei. Dessen Einfluss auf die israelische Regierung sei kaum spürbar.

Das er, Dierkes, zu dem Nahost-Thema dieses Jahr ein Buch herausgegeben habe, sei auch dem Umstand geschuldet das man ihm und auch seiner Partei (die Linke) Antisemitismus vorgeworfen habe. Weiter sagte Dierkes dem Blatt: “ Wir können und dürfen uns der historischen Schuld nicht dadurch »entledigen«, dass wir die brutale Unterdrückung der Palästinenser geschehen lassen bzw. auch noch unterstützen…“, und bezieht sich dabei auf den Holocaust.

Das meiste von dem, was er der trotzkistischen Zeitung in vielen Worten sagte, taugt nicht zum zitieren. Es kann nachgelesen werden. Wieder einmal wird die einseitige Betrachtungsweise Dierkes und großer Teile der deutschen Linkspartei zum Nahostkonflikt offenbar. Unfähig einer sorgfältigen und unideologischen inhaltlichen Aufarbeitung mit diesem ernsten weltpolitischen Thema, bedient Dierkes seine hinlänglich bekannten  latent antisemitischen und offen antiisraelischen Allgemeinplätze.

Dierkes enge Verbundenheit zum trotzkistischen Blatt Marx21 hatte er erst in diesem Jahre wieder bewiesen, als er auf einer Veranstaltung der Zeitung seine wüsten Tiraden über Israel vom Stapel liess. Davon gibt es auch ein Video, welches die RUHRBARONE am 10.3.2010 veröffentlichten. Dierkes ist für viele in der Linke, auch und gerade in der NRW-Landesführung DAS antiisraelische Sprachrohr. Der Landesverband NRW der Linkspartei hat gerade zum Thema Israel und Judentum so seine ganz eigenen Ein-und Aussichten. Ich verweise da zum Beispiel auf die Herforder MdB Inge Hoeger, die sich landauf- landab als GAZA-Friedensaktivistin in kommunistischen Zirkeln feiern lies, und der währenddessen zuhaus im Wahlkreis der hausgemachte Antisemitismus um die Ohren flog.

Von einem Dierkes ist keine Einsicht mehr zu erwarten. Von der Partei der Linken aber MUSS dies erwartet werden, will sie ernstgenommen und anerkannt werden in der Zukunft,  auch als eine aussenpolitisch versierte politische Kraft.

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