Das BKA: Von Böcken und Gärtnern

Ich fass es nicht. Echt nicht. Es fehlt mir jedes, aber auch jedes Verständnis. Und das schon zum Frühstück!

Es geht, natürlich, mal wieder um das leidige Thema der „Netzsperren„. Deren Wirkungslosigkeit inzwischen jeder Begriffen haben dürfte. Deren Schadenswirkung für die Demokratie inzwischen jeder Depp verinnerlicht haben sollte.

Aber muss uns das hindern?

Natürlich nicht. Und wenn die Fakten dagegen sprechen, dann braucht es eben ein Gutachten. Und so kann man bei derwesten.de lesen:

Das Bundeskriminalamt (BKA) kann Kinderpornografie im Internet nach einem Pressebericht nicht effektiv bekämpfen. „Kinderpornografische Webseiten bleiben trotz aller Löschungsbemühungen eine zu lange Zeit abrufbar“, zitierte die „Welt“ aus einer internen BKA-Studie für das erste Halbjahr 2010.

Also das BKA macht ein eigenes Gutachten, kommt zu dem Schluß, dass sie nicht vernünftig arbeiten. Ist aber kein bisschen bereit, nach Ursachen zu suchen, sondern will mit Placebos den Eindruck erwecken, man wäre jetzt plötzlich besser in der Verbrechensbekämpfung? Na, und was brauchen wir da? Richtig…

Bis zum Verschwinden der Seiten gebe es „immense Zugriffszahlen“, was zu einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führe. Das BKA schlage deshalb das Sperren der Seiten bis zur Löschung vor.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „immense Zugriffszahlen“ (wie messen die die?), die eine „Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ (also meiner nicht…) zur Folge haben?

Und wißt Ihr, was wirklich schlimm daran ist?

  1. Es gibt Leute die diesen Schwachsinn für bare Münze nehmen
  2. Solche Nebelkerzen binden Ressourcen, die für eine effektive Bekämpfung sorgen könnten

Inzwischen drängt sich mir immer mehr der Verdacht auf, dass BKA ist keine neutrale Institution zur Verbrechensbekämpfung, sondern integraler Bestandteil einer Propaganda-Maschinerie, die mit dem Prinzip des steten Tropfens agiert.

Solche Gedanken machen mir Angst.


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