FIZ Technik: Insolvenzantrag wegen aussetzender Fördergelder

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - JUNE 02: A traff...
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Frankfurt am Main – Die Geschäftsleitung des Fachinformationszentrums Technik (FIZ Technik) hat beim zuständigen Insolvenzgericht in Frankfurt die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den FIZ Technik e.V. und die FIZTechnik-Inform GmbH beantragt. Damit reagierte das
Unternehmen auf die kurzfristige Ankündigung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das FIZ Technik über den 30. Juni 2010 hinaus nicht mehr weiter zu fördern.

Trotz Liquidität blieb der Geschäftsführung der Gang zum Insolvenzgericht nicht erspart. Durch den Förderausfall besteht für den traditionsreichen Anbieter technischwissenschaftlicher Fachinformationen drohende Zahlungsunfähigkeit. Vor dem Hintergrund, sich mit dem
Eigenantrag schnellst möglich sämtliche Sanierungsoptionen zu erhalten, stellte die Geschäftsführung vorsorglich den Insolvenzantrag.

Das Insolvenzgericht hat per Beschluss noch am Tag der Antragstellung die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Für den FIZ Technik e.V bestellte es den Frankfurter Rechtsanwalt Frank Schmitt (Schultze & Braun) zum vorläufigen Insolvenzverwalter. SeinKollege, Dr. Holger Lessing (LTB Rechtsanwälte, Frankfurt) nimmt die gleiche Rolle für die FIZ-Technik-Inform GmbH wahr. Die beidenExperten für Insolvenzrecht arbeiten sehr eng zusammen und haben ein gemeinsames Ziel erklärt. Sie streben an, den angeschlagenen Anbieter für technisch-wissenschaftliche Fachinformationen erfolgreich zu sanieren. Die Löhne und Gehälter der rund 50 Angestellten in Frankfurt und der Außenstelle Hannover sind biseinschließlich Juli über das Insolvenzgeld gesichert. Unterstützt von den vorläufigen Insolvenzverwaltern führt die Geschäftsführerin Ursula Deriu des FIZ Technik derzeit intensive Gespräche mit Interessenten und potenziellen Investoren. Deriu ist optimistisch und sieht für dieses Vorhaben gute Chancen. „Wir verfügen über viel Erfahrung und Know-how, haben mit unseren Fachdatenbanken, der Suchmaschine „TecFinder“ und unseren semantischen Technologien ein einzigartiges Angebot mit langjähriggewachsenen Kundenbeziehungen. Stand heute sind wir finanziell gesund. Das macht uns für Investoren attraktiv.“

Die interne Strategie zielt darauf ab, spätestens 2013 kostendeckend zu arbeiten und einJahr später die Gewinnzone zu erreichen. Bereits heute erwirtschaftet das FIZ Technik zwei Drittel seines Etats aus Umsatzerlösen. Lediglich der enorme Zeitdruck trübt die gute Prognose. Das
Schreiben, in dem das BMWi seinen Förderstopp bekannt gab, erreichte die FIZ-Geschäftsführung Ende April. So bleiben dem Unternehmen nur etwa acht Wochen, um Investoren zu finden, die ab August die Finanzierungslücke schließen sollen. „Wir stehen vor einersehr schwierigen, aber lösbaren Aufgabe“, gibt sich Deriu kämpferisch und versichert, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um FIZ Technik als profitable und eigenständige Einrichtung auf Kurs zu bringen.

Noch im Frühjahr 2009 sagte das BMWi dem Frankfurter Anbieter für technisch-wissenschaftliche Fachinformationen die Förderung bis
maximal Ende 2012 zu. FIZ Technik ist noch auf das Geld aus dem Ministerium angewiesen. Ohne die Förderung fehlt dem FIZ Technik 2010 rund eine Million Euro in der Kasse, für 2011 und 2012 sind es jeweils weitere 2,2 Millionen Euro.
Im Sommer vergangenen Jahres erstellte FIZ Technik gemeinsam mit einer Unternehmensberatung ein umfassendes Konzept, das die finanzielle Eigenständigkeit des FIZ Technik nach dem Ende der staatlichen Förderung ab 2013 ermöglichen soll. Die Berater bescheinigten dem FIZ Technik ein großes Potenzial mit sehr guten Chancen auf eine wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ein wesentlicher Punkt darin sieht vor, neue Anwender aus dem industriellen Mittelstand zu gewinnen.

Rund 250 Universitäten und Hochschulen nutzen FIZ-Technik-Datenbanken in Forschung, Lehre und für die Ausbildung der
Ingenieure. Darüber hinaus setzen die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen namhafter Industrieunternehmen wie Bosch, Daimler und Siemens auf das Wissensangebot von FIZ Technik. Die seit über 35 Jahren gepflegte Datenbasis mit Literaturnachweisen zu weltweiten ingenieurwissenschaftlichen Publikationen gilt als einmalige Wissensquelle und genießt in Fachkreisen hohes Ansehen.

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