Zentralrat der Juden kritisiert Medien wegen antisemitischer Tendenzen

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Image by Wolfgang Staudt via Flickr

Berlin / Hamburg – Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, äußerte sich in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ sehr deutlich zu einem latent vorhandenen Antisemitismus in deutschen Medien. Medienvertreter weisen die Kritik von sich.

Kramer kritisiert, dass der Antizionismus die Schwelle zum Antisemitismus überschreite. Demnach finde man in Zeitungen wie „Junge Welt“, „Neues Deutschland“ und der „taz“ eine „einseitige Berichterstattung zum Nahost-Konflikt und eine kompromisslose Parteinahme für die palästinensische Position.“ „Das Agieren der israelischen Armee“, so Kramer, „wird unterschwellig in die Nähe der Wehrmacht gerückt, und es wird zu Boykotten israelischer Waren aufgerufen.“ „Jüdische Kronzeugen“ würden dabei als „Alibi-Juden“ den Antizionismus kaschieren. 
 
Der Generalsekretär des Zentralrats bekräftigt damit Vorwürfe, die bereits Benjamin Weinthal am vergangenen Sonntag in der Welt geäußert hat. Auch Kramer kritisiert konkret einen taz-Artikel der israelischen Autorin Iris Hefets, die ihm zufolge Viele als „antisemitische Jüdin“ betrachten würden.

taz-Chefredakteurin Ines Pohl musst sich in der Vergangenheit wiederholt Vorwürfe wegen dieses Beitrages gefallen lassen. Sie sei aber "nicht sauer" wegen der Kritik, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“, eher „grundsätzlich froh, dass diese Debatte angestoßen wurde“. Die taz würde lediglich "extreme, nicht extremistische" Meinungen zulassen, so Pohl, die darüber auch gerne mit Kramer diskutieren würde.

Reblog this post [with Zemanta]

Comments are closed.