Nichtakademiker-Kinder an deutschen Hochschulen weiterhin unterrepräsentiert

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Deutschlands Abiturienten brauchen dringend eine intensivere Berufs- und Studienorientierung

Berlin (ots) – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) haben heute die Ergebnisse der 19. Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Situation der Studierenden in Deutschland vorgestellt: Demnach wagen nur 24 von 100 Nichtakademiker-Kindern den Schritt an die Hochschule. Im Gegensatz dazu studieren von 100 Kindern aus akademischen Elternhäusern fast dreimal so viele.

"Die Ergebnisse der 19. Sozialerhebung belegen klar, dass die Studien- und Berufsorientierung an unseren Schulen deutlich intensiviert werden muss, damit endlich mehr Nichtakademiker-Kinder den Weg an die Hochschule wagen", erklärt Dr. Ulrich Hinz, Leiter des Förderprogramms STUDIENKOMPASS. "Gelingt uns dies nicht, werden weiterhin viele talentierte Abiturientinnen und Abiturienten ihre Potenziale nicht vollständig ausschöpfen."

Die Erfahrungen mehrjähriger praktischer Tätigkeit im Förderprogramm STUDIENKOMPASS zeigen, dass Nichtakademiker-Kinder oft nicht wissen, welche Möglichkeiten und Chancen ihnen ein Studium bietet. Häufig zweifeln sie auch daran, ob sie über die finanziellen Mittel sowie über die intellektuellen Fähigkeiten verfügen, ein Studium zu bewältigen. "Eine intensive Berufs- und Studienorientierung kann solche Zweifel zerstreuen und Nichtakademiker-Kinder dazu motivieren, ein Studium aufzunehmen", betont Dr. Hinz.

Diese Einschätzung wird durch die Zahlen der unabhängigen wissenschaftlichen Begleitung des STUDIENKOMPASS belegt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird: Über 90 Prozent der jungen Menschen, die das dreijährige Programm absolvierten, haben bereits ein Studium aufgenommen oder planen diesen Schritt in naher Zukunft.

Ausführliche Ergebnisse der Evaluation werden am 24. Juni 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Folgetag laden die Initiatoren des Förderprogramms zur Tagung "Von der Schule an die Hochschule: Übergänge gestalten!", auf der gemeinsam mit Gästen aus Schule und Hochschule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik neue Wege und praktische Erfahrungen im "Übergangsmanagement Schule-Hochschule" diskutiert werden. Nähere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.studienkompass.de/tagung .

Der STUDIENKOMPASS ist eine Initiative der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, der Deutsche Bank Stiftung und der Accenture-Stiftung mit weiteren Partnern. Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist Schirmherrin des Programms.

Über den STUDIENKOMPASS

Der STUDIENKOMPASS ist ein Förderprogramm, das junge Menschen aus Familien ohne akademische Erfahrung zur Aufnahme eines Studiums motiviert. Die Stipendiaten werden am Übergang von der Schule an die Hochschule drei Jahre lang intensiv begleitet und dabei unterstützt, ein jeweils passendes Studium zu wählen. Übergeordnetes Ziel des Programms ist es, dass mehr Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland ihre Potenziale vollständig ausschöpfen und den Schritt an die Hochschule wagen.

Das Förderprogramm wurde 2007 ins Leben gerufen. Im Jahr 2010 fördert der STUDIENKOMPASS über 1.000 Schüler und Studierende und ist damit bundesweit eines der größten Bildungsprogramme. Neben den Initiatoren sind STUDIENKOMPASS-Partner: die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., die EWE AG, die Hans Hermann Voss-Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung, der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, die Roche Diagnostics GmbH, die Dr. Egon und Hildegard Diener Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

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