Nahles: Leiharbeiter brauchen Sicherheit

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Nach einer Studie des DGB ist das Risiko entlassen zu werden für Beschäftigte in der Leiharbeitsbranche um ein Vielfaches höher als in allen anderen Branchen. Hierzu erklärt die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles:

Nach Angaben des DGB sind in der Krise in der Leiharbeitsbranche allein in einem Jahr rund 200.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Das Risiko, entlassen zu werden, ist für Beschäftigte in dieser Branche zehnmal höher als etwa für Beschäftigte im produzierenden Gewerbe und immer noch 3,5 Mal so hoch wie im Gastgewerbe. Leiharbeitskräfte sind massiv von Arbeitslosigkeit betroffen. In der Beschäftigung sind sie überdurchschnittlich armutsgefährdet, denn 77 Prozent arbeiten unterhalb der Niedriglohnschwelle.

Von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Leiharbeit wird ein Höchstmaß an Flexibilität erwartet. Gerade deshalb brauchen sie mehr Sicherheit vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und vor Armut trotz Arbeit.

Die Bundesregierung muss endlich handeln. In Zukunft muss wieder der Grundsatz gelten, dass Leiharbeitskräfte unbefristet bei den Leiharbeitsunternehmen beschäftigt werden. Deshalb müssen die Befristung eines Leiharbeitsverhältnisses und die Koppelung der Befristung an einen Arbeitseinsatz (Synchronisation) außerhalb der Probezeit verboten werden.

Die Position der SPD ist klar: Arbeitnehmerüberlassung muss wieder auf ihre Funktion als Instrument für mehr Flexibilität bei Auftragsspitzen beschränkt werden. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit soll der Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ ohne Ausnahme gelten. Um den schlimmsten Missbräuchen zu begegnen, ist eine Lohnuntergrenze notwendig. Am einfachsten wäre es, die Leiharbeitsbranche in den Geltungsbereich des Arbeitnehmerentsendungsgesetzes aufzunehmen. Die zunehmend verbreitete konzerninterne Verleihung durch Leiharbeitsgesellschaften der Unternehmen muss begrenzt werden.

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