Duisburger Appell: Eisenerzpreise bedrohen Konjunktur und Arbeitsplätze

Duisburg. „Wenn das Oligopol der Eisenerzproduzenten seine drastisch überzogenen
Forderungen nach Preiserhöhungen von mehr als 100 Prozent durchsetzen kann, dann droht dem
Konjunkturaufschwung ein Rückschlag. Dann wären zehntausende von Arbeitsplätzen allein in der
Stahlindustrie massiv gefährdet. Für diese Preisforderungen gibt es keinen erkennbaren wirtschaftlichen
Hintergrund. “ Das erklärte Wilhelm Segerath, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel
Europe AG, vor Journalisten in Duisburg. Deshalb fordert er im „Duisburger Appell“ Bundeskanzlerin Angela
Merkel und den Präsidenten der Europäischen Kommission Jose Manuel Barroso auf, sich nachhaltig für den
Erhalt der Arbeitsplätze in Europa einzusetzen. Mit diesem Duisburger Appell richtet sich der
Gesamtbetriebsrat an die Politik an den deutschen Stahlstandorten, alle gesellschaftlichen Akteure und die
breite Öffentlichkeit, sich solidarisch mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu zeigen.
„Wir Arbeitnehmervertreter fordern den Stopp der Rohstoffspekulationen, die Einhaltung fairer
Wettbewerbsregeln und konsequentes Vorgehen gegen Rohstoffkartelle“, so Segerath weiter. Die
angekündigten Preissteigerungen zwischen 80 und 130 Prozent würden ein unmittelbares Risiko für den
Industriestandort Deutschland darstellen, zumal die drei marktbeherrschenden Erzproduzenten Vale, Rio
Tinto und BHP Billiton einen Marktanteil von rund 70 Prozent erreichen. „Da müssen die Wettbewerbshüter in
Brüssel eingreifen“, sagte Segerath.
Er fügte hinzu: „Hier geht es nicht nur um Arbeitsplätze in der Stahlindustrie, die gefährdet sind.“ Denn diese
extreme Verteuerung des Werkstoffs Stahl würde mehr als ein Drittel der Industrieumsätze direkt oder
indirekt betreffen und damit jeden dritten Industriearbeitsplatz in Deutschland. Die dramatisch steigenden
Kosten für Rohstoffe müssten die Stahlproduzenten an ihre Abnehmer weitergeben. Die Preisentwicklung
treffe auf ein immer noch fragiles wirtschaftliches Umfeld. So werde der konjunkturelle Aufschwung akut
gefährdet. Wenn vor diesem Hintergrund notwendige Investitionen in den Standort gestoppt würden, riskiere
die europäische Industrie ihre Technologieführerschaft im globalen Wettbewerb. „Wenn technologisch
führende und ökonomisch gesunde Unternehmen in Folge dieser Entwicklung nicht mehr wirtschaftlich
arbeiten können, sind die Zukunft unserer Unternehmen und unserer Arbeitsplätze in Gefahr,“ erklärte
Segerath.
www.duisburger-appell.org

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