Duisburg: Massive Polizeipräsenz auch in der nähe des „Fat Mexican“ – Voraussichtlich 14 Prozesstage

Etwa 30 Mannschaftswagen in der nähe des Fat Mexican – Vielflach Personenkontrollen – Interview mit Udo Potthoff von der Duisburger Polizei – 14 Tage Prozess gegen Timur Akbulut

Duisburg – In der Nähe des Bandido-Hauptquartiers „Fat Mexican“ im Duisburger Rotlichtviertel, haben etwa 30 Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei nebst mehrerer Videoüberwachungswagen Stellung bezogen. Vor dem Lokal selbst stehen einige Bandidos in entspannter Runde. Wie gestern Abend gibt es auch wieder eine separate Abordnung, die die Gedenkstätte, also an der Stelle, wo ein Bandido im Oktober durch einen Kopfschuss getroffen wurde, überwachen. Sie alle sind recht freundlich und lassen uns wieder fotographieren. Auf dem Rückweg wurden wir von einem Polizisten von der „Medienbetreuung“ angehalten, der uns fragte ob wir für die WAZ schreiben würden, was wir verneinten. Er wollte von uns eine Lageeinschätzung, ein Stimmungsbild. Wir gaben ihm unsere durchaus positive Einschätzung und wir verabschiedeten uns. Auf der anderen Straßenseite wurden zur gleichen Zeit Personenkontrollen durchgeführt. Besonders Passanten mit einem Hang zur Lederbekleidung und oder mit fortgeschrittenem Haarwuchsproblemen wurden gezielt überprüft.

Einen Zwischenfall gab es auf der Dachterrasse von Karstadt im Forum. Hier hatten es sich einige Besucher des Restaurants samt ihrer Sessel vor der Glasabsperrung mit bester Sicht auf die Szenerie auf das gegenüberliegende Landgericht, gemütlich gemacht. Unter ihnen auch fünf teilweise mit Lederkutten und Motoradclubemblemen bekleidete sehr stämmige Personen. Innerhalb kürzester Zeit waren etwa 20 Bereitschaftspolizisten teilweise mit Maschinenpistolen bewaffnet Vorort und bildeten einen „Schutzwall“ zwischen den vermeintlichen Rockern und den restlichen Gästen von Perfetto. Nach und nach wurden die „verdächtigen“ Gäste einzeln in den hinteren kaum einsehbaren Bereich der Dachterrasse geführt, um sie dort nach Waffen zu durchsuchen und die Personendaten abzufragen. Trotz des Aufgebots, war die Lage recht entspannt und die Präsenz der Polizei gab den anwesenden Gästen ein Gefühl der Sicherheit.

Vor dem Landgericht hatten wir die Möglichkeit, mit dem Polizeipressesprecher Udo Potthoff zu reden.

XN: Herr Potthoff, können sie uns sagen wie viele Polizisten hier und in der Altstadt im Einsatz sind?

Udo Potthoff: Es sind mehrere Hundertschaften im gesamten Duisburger Einsatzgebiet positioniert. Ein Schwerpunkt befindet sich hier im Bereich des Amts- und Landgerichts. Wir wurden im Vorfeld von den Justizbehörden gebeten , den Bereich so abzusichern, dass ein ordentlicher Prozess stattfinden kann.

XN: Es sind nun 14 Prozesstage angesetzt. Müssen die Duisburger nun an allen 14 Tagen mit so einer massiven Polizei Präsenz rechnen?

Udo Potthoff: Das ist abhängig von der Gefahrenlage. Wir können aber auf die Erfahrungen des kürzlich in Münster stattgefunden Rockerprozesses zurück greifen, wo es nur am ersten und letzten Prozesstag zu einer so großen Polizeipräsenz gekommen ist.

XN: Gibt es einen besonderen Grund, warum in der Duisburger Altstadt, also in der Nähe des „Fat Mexican“, so viele Einsatzkräfte sind? Gibt es vielleicht eine Ansage, dass es dort zu Auseinandersetzungen zwischen Hells Angels und Bandidos kommen soll?

Udo Potthoff: Nein, uns sind keine Informationen über geplante Aktionen bekannt. Aber es ist der Tatort und deshalb ein sensibler Bereich. Wir wollen bei einer möglichen Auseinandersetzung schnellst möglich eingreifen können, am liebsten schon bevor etwas passiert.

XN: Danke Herr Potthoff, dass sie sich die Zeit genommen haben.

Bilder wie immer bei Nennung von xtranews.de frei.

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