"Liebe Deutsche": Griechenlands Parlamentspräsident bittet im stern um Solidarität

Hamburg (ots) – Das überschuldete Griechenland bittet die Deutschen um ihre Solidarität. In einem offenen Brief in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern schreibt Parlamentspräsident Philippos Petsalnikos: "Nicht Euer Geld, sondern Eure Solidarität und Eure Unterstützung braucht Griechenland, um die Angriffe der internationalen Spekulanten abwehren zu können." Die Griechen erwarteten nicht, "dass die Deutschen uns ‚retten‘. Diese Aufgabe haben wir uns zunächst einmal selbst gestellt".

Der Parlamentspräsident, der in Deutschland studiert und gearbeitet hat, wehrt sich dagegen, dass seine Landsleute in den deutschen Medien als "die Privilegierten der Europäischen Union" dargestellt würden. Auch die Bundesrepublik habe "erhebliche Mittel" aus dem EU-Strukturfonds erhalten, nicht nur die "kleinen Länder im Süden". Zudem sei Griechenland aufgrund seiner geografischen Lage und der Spannungen mit der Türkei gezwungen, "immense Summen für seine Verteidigungssysteme aufzubringen". Hauptlieferant dieser Systeme sei Deutschland.

Mit seinem Brief antwortet Petsalnikos auf einen Beitrag von stern-Autor Walter Wüllenweber. Der hatte in der stern-Ausgabe vor zwei Wochen den Griechen einen Brief  geschrieben, in denen er ihnen unter anderem vorwarf: "Ihr haut die Euros lieber raus. In der EU seid Ihr Griechen das Volk, das von seinem Geld den größten Anteil für den Konsum verprasst." Der Parlamentspräsident reagierte mit seinem Brief auf Wüllenwebers Bitte um eine Antwort.

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