Krisenkinder-Studie von ELTERN FAMILY: Klarer Blick auf die Realität, optimistischer Blick in die Zukunft

School children singing, Pie Town, New Mexico ...

Image by The Library of Congress via Flickr

München (ots) – 48 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen sorgen sich um den Arbeitsplatz der Eltern – ihre eigene wirtschaftliche Unabhängigkeit im Erwachsenenalter sehen 82 Prozent nicht bedroht

Die größte Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik hat unser Land verändert. Hinzu kommen der Klimawandel und ungelöste Konflikte in der Welt. Wie nehmen Kinder diese krisenhaften Zeiten wahr? Was beunruhigt sie, und was erwarten sie für ihre Zukunft? Für die aktuelle Ausgabe (03/2010 ab 17. Februar im Handel) hat die Zeitschrift ELTERN FAMILY dazu in einer repräsentativen Studie 731 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren befragt.

Was beschäftigt dich am meisten, wenn du über die Welt nachdenkst? Auf diese Einstiegsfrage antwortet die Mehrheit der Kinder (60 %): "die vielen armen Kinder, denen es nicht gut geht". Für 44 Prozent ist Arbeitslosigkeit das bewegende Thema. 40 Prozent sorgen sich wegen des Kriegs in Afghanistan. Ebenfalls 40 Prozent der befragten Kinder beschäftigt die Gewalt an Schulen. Der Klimawandel beängstigt rund ein Drittel (32 %). Die beiden hinteren Plätze im Ranking der Kindersorgen belegen die Gewalt im Alltag (19 %) und Atomkraftwerke (14 %).

DIE THEMEN IM DETAIL: Kinder und die Finanzkrise Arbeitslosigkeit – die Angst der Erwachsenen ist bei den Kindern angekommen Drei Viertel (76 %) der befragten Kinder stimmen der Aussage zu, dass "viele Leute Angst haben, ihre Arbeit zu verlieren". Um den Arbeitsplatz ihrer Väter und Mütter mit Abitur machen sich 39 Prozent der Kinder manchmal Sorgen. Besuchten die Eltern die Realschule, denkt knapp die Hälfte (49 %) über eine mögliche Arbeitslosigkeit der Eltern nach. Haben die Eltern einen Hauptschulabschluss sind es sogar 55 Prozent.

Sparen müssen viele – doch im Osten trifft es die Kinder härter Fast die Hälfte der Kinder (47 %) sagt: "Bei uns wird jetzt mehr gespart." Besonders in den neuen Bundesländern (NBL) wird aufs Geld geachtet. Hier müssen nur 29 Prozent ihre Ausgaben auch jetzt nicht einschränken (vs. 37 % in den alten Bundesländern (ABL). Generell gilt: Gespart wird an vielen Stellen – im Osten mehr als im Westen Urlaub steht dabei ganz oben auf der Streichliste: im Westen mit 26 Prozent, im Osten sogar mit 33 Prozent. Bei Lebensmitteln achtet mehr als ein Drittel der Ostdeutschen (36 %) auf günstige Angebote, während im Westen 19 Prozent auf diese Weise sparen. Auch Ausflüge werden in den neuen Bundesländern überdurchschnittlich eingeschränkt: Rund ein Viertel der befragten Kinder (26 %) gibt an, dass sie "nicht mehr so oft etwas machen" – wie z. B. Kino oder Schwimmbad (vs. 14 % im Westen). Eine weitere Diskrepanz: Jedes zehnte Kind im Osten bekommt weniger oder gar kein Taschengeld mehr. Im Westen betrifft das nur 2 Prozent.

    Kinder und die Umwelt Mülltrennung gegen den Umweltkollaps – aber Auto muss sein 65 Prozent aller befragten Kinder haben Angst, dass die Umwelt zerstört wird. Aber sie grübeln nicht nur, sie tun auch etwas dagegen: Die überwiegende Mehrheit (60 %) trennt Müll. 46 Prozent der Kinder achten darauf, generell wenig Müll zu verursachen. 38 Prozent machen das Licht aus, wenn sie es nicht wirklich benötigen. Und mehr als ein Drittel (34 %) achtet auf einen geringen Wasserverbrauch. Beim Thema Mobilität siegt schon bei den jungen Umweltschützern die Bequemlichkeit: Lediglich 15 Prozent fahren lieber Fahrrad als Auto.

    Kinder und Konflikte Im Westen mehr Angst vor Gewalt in der Schule 38 Prozent aller befragten Kinder geben an, manchmal Angst zu haben, von anderen Schülern bedroht oder verprügelt zu werden. Und das Gewaltproblem scheint auf westdeutschen Schulhöfen größer zu sein: Hier fühlen sich 40 Prozent manchmal bedroht (vs. 28 % NBL). Auch der Bildungshintergrund der Eltern spielt eine Rolle. Von den Kindern, deren Eltern einen Hauptschulabschluss haben, fühlt sich in Gesamtdeutschland knapp die Hälfte (48 %) manchmal von Mitschülern bedroht.

Afghanistan bringt den Krieg in deutsche Kinderzimmer Dass in Afghanistan Krieg ist, wissen schon bei den Sechs- bis Siebenjährigen 41 Prozent, bei den Zehn- bis Zwölfjährigen sind es 95 Prozent. Und der Hälfte (50 %) aller Kinder macht dieser Konflikt auch Angst. Davor, dass in ihrer Nähe einmal etwas Schlimmes passieren könnte, fürchten sich 54 Prozent der Befragten.

Vertrauen in Politiker schwindet mit dem Alter Bei Kindern zwischen acht und neun Jahren ist das Vertrauen in Politiker mit 67 Prozent am größten. Von den Zehn- bis Zwölfjährigen glauben fast zehn Prozent weniger (59 %), dass politische Arbeit etwas Gutes bewirken kann. Generell ist die Zuversicht in den alten Bundesländern größer als in den neuen: Glauben in den alten Bundesländern 61 von 100 Kindern an ein positives Wirken der Politik, tun dies in den neuen nur 45. Mehr Einigkeit herrscht bei der Beurteilung der Politikermoral: "Politiker denken nur an ihre eigenen Interessen, die nehmen Probleme nicht so ernst", sagen über 40 Prozent der Kinder in Ost und West.

Kinder und ihre Zukunft Um ihre Finanzen im Erwachsenenalter sorgen Kinder sich kaum Trotz der Wirtschaftskrise: 82 Prozent der befragten Kinder gehen davon aus, dass sie später einmal genug verdienen werden, um davon leben zu können. Ebenfalls optimistisch gehen sie die private Lebensgestaltung an. 80 Prozent sagen: "Ich werde später eine eigene Familie haben."

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