Afghanistan-Konferenz: Grüne verlangen konkreten Abzugsplan und 500 deutsche Polizeiausbilder

Jürgen Trittin

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Berlin (ots) – Wenige Tage vor der Afghanistan-Konferenz in London haben die Grünen die Bundesregierung aufgefordert, ein konkretes Abzugsdatum für die Bundeswehr zu nennen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) müssten "schnell für Klarheit sorgen, mit einem Aufbau- und Abzugsplan samt konkreten Zusagen und Daten", sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel am Sonntag. Stattdessen würden sich die Kanzlerin und der Vizekanzler wegducken, kritisierte Trittin: "Beide betreiben eine Politik nach dem Motto: Leute, seid nicht feige, lasst mich hinter den Baum."

Der Grünen-Politiker sprach sich dafür aus, statt mehr Soldaten mehr Polizeiausbilder nach Afghanistan zu schicken und die zivile Hilfe aufzustocken. Sofern die  Bundesregierung nicht 500 Polizeiausbilder stelle, könne man die  Afghanistan-Konferenz von London "vergessen". Trittin warf der Koalition vor, sie behindere die Aufklärung des Luftangriffs auf den Tanklastzug bei Kundus und sorge so dafür, dass nur noch die Koalitionsmehrheit den Einsatz stütze. "Die Bundesregierung leugnet und vertuscht offenkundige Fehler und Verletzungen der militärischen Regeln durch die Bundeswehr in Afghanistan", sagte er.

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2 thoughts on “Afghanistan-Konferenz: Grüne verlangen konkreten Abzugsplan und 500 deutsche Polizeiausbilder

  1. Es gibt doch im Grunde nur 2 Möglichkeiten:
    Entweder wir mischen bei diesem Krieg richtig mit oder wir ziehen uns sofort konsequent zurück. Eine Strategie a la wir sehen mal weiter und leisten Aufbauhilfe ist dem Untergang verdammt, da wir so der Taliban auf dem Präsentierteller vorgesetzt werden.

  2. Thomas Rodenbücher Sa, 23 Jan 2010 at 16:35:31 - Author

    Petty, sehe ich genauso. Nummer zwei hieß früher mal Scheckbuchdiplomatie, als Deutschland (West) Milliarden an die Nato gezahl hat um nicht selbst Soldaten zu schicken. Insgesamt hat das gut funktioniert und es ist kein deutscher Soldat bei einem Kriegseinsatz ums Leben gekommen