20 Jahre nach dem Mauerfall: Im Internet haben viele DDR-Begriffe überlebt

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Köln (ots) – Während DDR- und osttypische Begriffe und Bezeichnungen fast vollständig aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind, existieren viele im Internet noch unbekümmert fort – teils führen sie gar ein skurriles Eigenleben. Den 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls hat Sedo, die weltgrößte Domainhandelsbörse, zum Anlass genommen, genauer nachzuforschen…

Von A wie Altstoffsammlung.de bis Z wie Zweiraumwohnung.de: Insgesamt 100 typische Ostbegriffe hat Sedo unter die Lupe genommen. Dabei interessierte sowohl, ob die Begriffe überhaupt registriert sind, als auch, welche Inhalte sich dahinter verbergen und von wem die Domains genutzt werden. Von den überprüften Domains sind tatsächlich 92 verfügbar – 11 davon stehen derzeit zum Verkauf.

Ein gutes Fünftel der Domains (21) wird in seinem ursprünglichen Namenssinn verwendet. So bietet etwa die Internetadresse NVA.de tatsächlich Informationen rund um die Nationale Volksarmee. FDJ.de wiederum ist das Portal der Organisation „Freie Deutsche Jugend“, die heute noch besteht. Ganz anders bei DDR.de: Die Website leitet einfach nur weiter zu einem Projekt, das innerhalb einer virtuellen Stadt verschiedene Chaträume anbietet.

Schnatterinchen lässt grüßen

Wieder andere Domains bieten unerwartete Inhalte: So verbirgt sich etwa hinter VEB.de die Präsenz der Vulkan-Eifel-Bahn, hinter Planwirtschaft.de die Präsenz einer Szenekneipe. Etliche DDR-Begriffe werden auch als Fotoalbum ( DerSchwarzeKanal.de ) oder privates Blog genutzt: Schnatterinchen.de, Muttiheft.de (schulisches Eintragsheft), Stalinstadt.de (Chemnitz).

Skurril ist die Verwendung von Horchundguck.de (umgangssprachlich für Stasi) – ein Internethändler vertreibt dort Hi-Fi-Geräte. Von den 92 verfügbaren Domains gehören 54 ostdeutschen Inhabern – Spitzenreiter als Stadt ist dabei Dresden. Als Domain zum Verkauf stehen momentan unter anderem: Fuenfjahresplan.de, Klassenfeind.de, Voelkerfreundschaft.de und Saettigungsbeilage.de.


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