Lebensqualität – was erlaubt sich die UNO ?

jurga2Dass die uns aber auch nicht einmal etwas gönnen! Als wenn wir Deutsche uns nicht einmal im Jahr freuen dürften! Wir arbeiten doch sonst schon genug, jedenfalls mehr als die.
Aber Gönnen können – haben die noch nie etwas von gehört, ist für die doch ein Fremdwort. Klar, wo lernt man auch schon Rheinisch? Gönnen können – kennen die gar nicht, können die gar nicht, das können nur wir.
Jetzt haben wir letzten Samstag ausnahmsweise einmal gefeiert. Weil wir uns so gefreut haben. Deutsche Einheit. Wiedervereinigung. Welches andere Volk hat denn schon so etwas Großartiges vorzuweisen?! Da lässt der Neid natürlich nicht lange auf sich warten.
Die Vollmondnächte durchgefeiert gehen wir – so sind wir nun einmal – am Montag wieder, wie es sich gehört, zur Arbeit. Zack, schon kriegen wir vom Ausland die Klatsche! In Sachen Lebensqualität lägen wir, sagt das Ausland, ziemlich weit hinten. Auf Platz 22.

Lebensqualität – Na und?!

Na und?! Wenn ich das schon höre?! Lebensqualität – Du lieber Himmel. Ja, das  kann ich mir schon vorstellen, dass Andere da besser sind als wir. Dolce Vita, Savoir Vivre und pipapo. Wenn ich so etwas schon höre! – Ich meine, ich würde es denen ja gönnen, wenn die uns auch einmal etwas gönnen könnten. Aber das können sie ja nicht.
Lebensqualität – was soll das überhaupt sein? Also habe ich mich da jetzt erst einmal schlau gemacht, Google und so. Und sieh mal einer an: dieser Erhard Eppler hatte damit einmal angefangen. 1976, das wissen die wahrscheinlich gar nicht. Es ist also auch eine deutsche Erfindung: die Lebensqualität. Das können wir schon einmal festhalten!
1976 im baden-württembergischen Landtagswahlkampf, mein Gott, das war aber auch links. Logisch, das hat ihm eine verheerende Wahlniederlage eingebracht: nur ein Drittel der Stimmen. 33,3 Prozent im Ländle, eine Katastrophe. Ja, so war das damals. „Ideologisierung und Entfremdung der SPD von der Arbeiterschaft“, hieß es, da war diese Pleite natürlich kein Wunder. Ein tüchtiger Schwabe, der beim Daimler schaffen geht, wenn der Lebensqualität hört, dann weiß der Bescheid. Dann kann der Eppler reden, so viel wie er will:
„Wenn es als links gilt, dass man unbequeme Dinge rechtzeitig sagt oder tut, dann will ich links bleiben. Wenn man unter links einen dogmatischen Marxismus versteht, dann bin ich nie in meinem Leben links gewesen“.
Ja, das waren noch Zeiten. Übrigens: damals bei den Mülheimer Jusos,  da hatten wir einen, der stellte sich bei einer Wahl vor mit dem Hinweis, er stehe sogar noch „links von Erhard Eppler“. Allerdings hatte ich darauf verzichtet, ihn zu fragen, was er denn genau damit meine. Ich nahm und nehme an: noch mehr Lebensqualität.

Was erlaubt sich eigentlich die UNO?

Wie dem auch sei: auch dieser – damals junge – Freund kann uns Deutsche heute nicht bewahren, vor diesem jämmerlichen 22. Platz im Ranking zur Lebensqualität. Gut, da kann er nicht für, das war – wie gesagt – das Ausland, um genau zu sein: die UNO. Wir auf Platz 22, was erlauben die sich eigentlich?!
Die UNO, ich lach´ mich kaputt. Soll ich Ihnen mal erzählen, wer auf dieser Witzliste

auf Platz 1 steht. Kommen Sie nie drauf: Norwegen. Klar: wunderbar herrliche Fjorde und ganz lange Tage im Sommer. Dummerweise auch ziemlich kurze Tage im Winter, ein bisschen viel Dunkel, wenn der Tag lang ist. Und alles in allem ziemlich regnerisch. Steter Tropfen höhlt das Sein, wird da gehöhnt. Da bin ich fast geneigt, die armen Norweger in Schutz zu nehmen; schließlich ist deren Selbstmordrate ein Ideechen niedriger als unsere. Sei´ s drum, gönne ich ihnen, den ersten Platz, die um einen Kopf kleinere Suizidrate, und von mir aus auch ihre Einnahmen aus dem Nordseeöl. Mir wäre es da oben einfach zu kalt.

Das scheint aber für die Lebensqualität gar keine Rolle zu spielen, jedenfalls nicht bei der UNO. Denn der erste Platz ging fast immer an Norwegen und an Kanada. Brrr … Letztes Mal war es Island. Da wird vorläufig nichts mehr draus. Denn in den hier in Rede stehenden HDI, also den Human Development Index, fließen so einige Aspekte ein, die dann in eine recht komplizierte Formel eingesetzt werden: Lebenserwartung, Gesundheitssystem, Bildung und ganz wichtig: der Lebensstandard. Bei Wikipedia finden Sie, wie dann der Index der menschlichen Entwicklung ganz genau berechnet wird. Für alle Teilaspekte gilt unübersehbar die alte Weisheit: ohne Moos nix los. Und da haben die Isländer in der globalen Finanzkrise ganz schön Federn lassen müssen – wegen ihrer Zockerei. Die EU musste die kleine Insel retten. Also: wer musste mal wieder zahlen?
Nee, die Norweger nicht. Die sind nämlich gar nicht Mitglied in dem Verein. Wollen ihr Öl vermutlich ganz allein verprassen, komische Leute. Vor kurzem haben sie Rot-Rot-Grün wiedergewählt, da hat die Börse in Oslo gejubelt. Auf der anderen Seite waren so rechtspopulistische Ausländerfeinde ganz weit vorn, die den Ölreichtum nicht mit islamischen Migranten teilen wollten. Das hätte die Börse zur Not noch hingenommen; aber die Rechten wollten auch keine Petrodollars mehr zurücklegen, sondern die ganze Knete an die blonden Landsleute verteilen. Egal, es ist ja noch einmal gut gegangen. Rot-Rot-Grün hat gewonnen, die menschliche Entwicklung bleibt in Norwegen ganz weit vorn.

Sei ihnen ja alles gegönnt! Aber was erlaubt sich die UNO mit uns? Platz 22 – wie kommen die dazu?
Die Bundesrepublik belege einen relativ niedrigen Platz wegen des gesunkenen Pro-Kopf-Einkommens im Zuge der Wiedervereinigung, schreibt Spiegel Online.

Aha, also doch, da haben wir es ja! Wie ich schon eingangs vermutet hatte. Die gönnen uns nichts! Wenn wir uns einmal freuen! Wenn wir nur einmal im Jahr feiern. Dann kocht dem Ausland der Neid über. Dann wird Rache genommen. Menschliche Entwicklung? – Keine Spur. Primitiv ist so etwas.

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