Greenpeace-Kommentar zum Fund illegaler, gentechnisch veränderter Leinsaat in Lebensmitteln in Deutschland

Hamburg (ots) – Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel wurden die Lebensmittelbehörden am vergangenen Dienstagabend von dem Fund illegaler, gentechnisch veränderter Leinsaat in Deutschland unterrichtet. Bei der Gen-Leinsaat handelt es sich um eine herbizidtolerante und antibiotikaresistente Linie (FP967/CDC Triffid), die in Kanada entwickelt wurde. Der Gen-Lein wurde lediglich im Jahr 2000 in Kanada kommerziell angebaut. Den Fund des illegalen Gen-Lein kommentiert Greenpeace-Gentechnik-Experte Alexander Hissting:

„Ohne es zu wissen, ist die deutsche Bevölkerung zu Versuchskaninchen geworden: In Brot und Müsli ist illegale und nicht zugelassene Gen-Leinsaat gefunden worden. Einmal mehr ist bewiesen, dass in der Natur

freigesetzte gentechnisch veränderte Konstrukte sich unkontrolliert verbreiten und nicht rückholbar sind. Spätestens jetzt ist klar, dass die Gentechnikindustrie ihre künstlichen Geschöpfe nicht im Griff hat.

Die entdeckte Gen-Leinsaat ist in der EU nicht zugelassen – schon gar nicht als Lebensmittel. Sie hat keine Sicherheitsüberprüfung der europäischen Behörden durchlaufen und darf somit nicht in die EU eingeführt werden. Wie 2006 bei einer Kontamination der Reis Bestände in die USA verbreitet sich auch diesmal eine Gen-Pflanze, die nirgends kommerziell angebaut wird auf mehreren Kontinenten. Der einzig wirksame Schutz vor Kontamination ist ein weltweites Anbauverbot von Gen-Pflanzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss jetzt endlich einsehen, dass ihre Pro-Gentechnik-Politik nicht haltbar ist. Alle Parteien sollten nun Farbe bekennen und sagen, wie sie die deutsche Bevölkerung vor illegaler Gentechnik schützen wollen. Auch die deutschen Behörden müssen jetzt Ross und Reiter nennen: Welche Hersteller und welche Marken sind betroffen?“

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