Update: Gewaltverbrechen auf einem Campingplatz in Coesfeld

Coesfeld – In der Nacht zu Sonntag (23. August 2009) gegen 03:01 Uhr lief ein Notruf vom Cam-pingplatz „Lönsquelle“ im Bereich Coesfeld Ortsteil Lette in der Leitstelle der Polizei Coesfeld auf. Dieser Notruf wurde von den Nachbarn der Opfer abgesetzt. Ein 48 Jahre alter Nachbar war durch Hilferufe aus dem Schlaf gerissen worden. Seine 53-jährige Nachbarin befand sich auf der Terrasse seines Hauses und schrie sinngemäß: „Wir werden alle abgestochen. Der ist noch hier!“
Der Nachbar wollte sich in dieser Situation vorsichtig einen Überblick über die Lage ver-schaffen und öffnete die Tür nur einen Spalt breit. Letztendlich wurde die Tür von außen gewaltsam aufgerissen und ein maskierter Mann stand wortlos vor der Tür.
Unter Einsatz eines Stockes gelang es dem Nachbarn, den Maskierten in die Flucht zu schlagen. Er selbst wurde von dem Täter nicht körperlich angegriffen.
Bei Eintreffen der Polizei, Rettungskräfte der Feuerwehr und des Notarztes an der Örtlichkeit wurden drei Personen mit augenscheinlich schwersten Stichverletzungen tot aufgefunden.
Die Leichname befinden sich zur Zeit wegen der Spurensicherung und ersten ge-richtsmedizinischen Untersuchungen noch am Tatort. Vorbehaltlich einer amtlichen Feststellung gibt es jedoch zur Zeit keine vernünftigen Gründe daran zu zweifeln, dass es sich bei den Opfern um ein 55 und 53 Jahre altes Ehepaar und deren 29-jährige Tochter aus Gelsenkirchen handelt.

Am Tatort trafen die Beamten auch auf ein Kleinkind. Dabei handelt es sich um die 10 Monate alte Enkeltochter der Toten bzw. die Tochter der 29-Jährigen.

Das Mädchen wurde nach vorsorglicher medizinischer Versorgung in die Obhut von Fa-milienangehörigen übergeben.

Bei der Anfahrt zum Campingplatz war den Einsatzkräften der Coesfelder Polizei ein Pkw Ford Puma mit Kölner Zulassung aufgefallen. Das Fahrzeug und der 33-jährige Fahrer wurden zeitnah unweit des Campingplatzes angehalten und überprüft.

Der 33-Jährige leugnete jegliche Beteiligung an den Geschehnissen auf dem Cam-pingplatz. Da er jedoch Verletzungen im Gesicht aufwies, nahmen ihn die Beamten zur weiteren Abklärung in Gewahrsam.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der33-Jährige der Vater des am Tatort gefunde-nen Mädchens ist. Er lebt bei seiner Mutter in Köln und es gibt Hinweise darauf, dass es Streitigkeiten um die Vaterschaft und die Unterhaltszahlungen zwischen dem 33-Jährigen und der Opferfamilie gab.

Obwohl sich der 33-Jährige bisher nicht zu der Tat bekannt hat, gehen Staatsanwaltschaft und Mordkommission von einer Täterschaft aus.

Der 33-Jährige führte in seinem Pkw ein umfangreiches Arsenal von Hieb- und Stichwaf-fen mit:

– Würgedraht
– 1 Samurai- Schwert
– 1 feststehendes Fahrtenmesser
– 3 Stiefelmesser
Am Schwert und an den Stiefelmesser befinden sich deutliche sichtbare Blutantragungen.

Weiterhin wurde im Fahrzeug des Tatverdächtigen mehrere Kleidungsstücke, unter anderem eine Sturmhaube, vorgefunden, die vermutlich zur Maskierung während der Tatausführung diente.

Kleidung und Schuhe mit Blutanhaftungen wurden ebenfalls im Fahrzeug vorgefunden.

Es ist einer schnellen Information der Öffentlichkeit geschuldet, dass die Spuren und die anlassbezogenen Erkenntnisse zur Stunde noch nicht oder noch nicht abschließend aus-gewertet wurden. Wir können zwar nicht ausschließen, dass sich das ein oder andere im Laufe der weiteren Arbeit ändern wird. Es gibt jedoch keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln, dass der Kindsvater Täter dieses Gewaltverbrechens war.

Die Spurensicherung wird noch mindestens heute den ganzen Tag lang andauern.

Eine Obduktion der Opfer in der Gerichtsmedizin des Universitätsklinikums Münster ist für Montag terminiert.

Die Staatsanwaltschaft Münster wird den 33-Jährigen morgen einem Richter vorführen und Untersuchungshaft beantragen.

Da sich der Tatverdächtige nicht zu den Vorwürfen äußert, kann hinsichtlich eines möglichen Motivs nur spekuliert werden.

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