Duisburger Arbeitsmarkt im Februar

„Der saisonübliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit durch das Ende von Berufsausbildungen, der weitere Anstieg der Ausländerarbeitslosigkeit und die wieder deutlich anziehende Kräftenachfrage skizzieren die Entwicklung des Duisburger Arbeitsmarkts in diesem Februar“, so Petra Neu, Geschäftsführerin der Duisburger Arbeitsagentur, zur aktuellen Situation am Duisburger Arbeitsmarkt.
Arbeitslosenzahl im Februar:                     – 6   auf  33.506
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:  + 595
Arbeitslosenquote im Februar:                   unverändert bei 13,5 Prozent
agenturfuerarbeitMit 33.506 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Februar 2016  6 Personen  weniger als noch im Januar 2016 von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Februar des Vorjahres waren 32.911 Menschen arbeitslos gemeldet, 595 Personen oder 1,8 Prozent weniger als in diesem Februar.
Die Arbeitslosenquote verändert sich hierdurch nicht. Sie liegt unverändert bei 13,5 Prozent. Im Februar des Vorjahres lag sie bei 13,4 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.
Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten  beschäftigt waren und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Februar 2016 bei 6.636.
Mit 15,9 Prozent ist die Unterbeschäftigungsquote im Februar 2016 um 0,2 Prozentpunkte höher als im Januar 2016 (15,7 Prozent). Der aktuelle Wert liegt aber um 0,1 Prozentpunkte unter dem  Februar-Wert des Vorjahres mit 16,0 Prozent.
Betrachtet man die Arbeitsmarkt-Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen, so ist die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) unverändert bei 2,1 Prozent. Der Februar-Wert ist damit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Februar 2015 mit 2,5 Prozent.
Im Berichtsmonat waren 5.323 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 87 oder 1,7 Prozent mehr arbeitslose Personen als noch im  Januar (5.236). Vor einem Jahr, im Februar 2015, waren im Bereich des Arbeitslosengeld-I-Bezugs noch 775 oder 12,7 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (6.098).
In der Grundsicherung (SGB II) blieb die Arbeitslosenquote ebenfalls unverändert und liegt aktuell bei 11,4 Prozent. Im Februar des Vorjahres lag sie bei 10,9 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.
28.183 Personen (- 93 und – 0,3 Prozent) waren im Februar in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Januar 28.276). Im Vergleich zum Februar 2015 (26.813) sind in der Grundsicherung aktuell 1.370 oder 5,1 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im Februar um 83 oder 1,4 Prozent höher ausgefallen als im Vormonat. Die Zahl der Zugänge hat sich dadurch von 5.905 im Januar  auf jetzt 5.988 erhöht. Im Februar des Vorjahres lag die Zahl der Zugänge  in Arbeitslosigkeit bei  5.667 und damit um 321 oder 5,7 Prozent unter den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem Februar.
Von den 5.988 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im  Februar 1.752 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber den 2.242 Zugängen aus Erwerbstätigkeit im Januar 2016  mussten sich im Berichtsmonat 490 oder 21,9 Prozent weniger Menschen nach einer vorhergehenden  Erwerbstätigkeit arbeitslos melden. Im Februar 2015 gab es mit 1.771 Zugängen aus Erwerbstätigkeit 19 oder 1,1 Prozent weniger Meldungen als im aktuellen Berichtsmonat.
Im Februar nahmen 1.386 Personen wieder eine Erwerbstätigkeit auf. Das sind 232 oder 20,1 Prozent mehr als im Vormonat (Januar 1.154 Personen). Gegenüber dem Vorjahresmonat (1.248 im Februar 2015) sind es mit 138 oder 11,1 Prozent mehr Abgänge in eine Erwerbstätigkeit als im Februar 2015.
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Februar 6.109. Das waren 1.389  oder 29,4 Prozent mehr als im Januar (4.720) und 668 oder 12,3 Prozent mehr als  vor einem Jahr im Februar 2015 (5.441).
Durch den milden Winter zieht die Kräftenachfrage schon früh im Jahr wieder deutlich an. Für Petra Neu eine gute Entwicklung: „Die starke Nachfrage nach Personal hat in diesem Jahr nicht zu dem üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Februar geführt. Zudem konnten viele der Ausbildungsabsolventen, die sich bei der Arbeitsagentur nach Ausbildungsende melden mussten, nach kurzer Arbeitslosigkeit wieder in Arbeit vermittelt werden.“
Mit 1.030 (Vormonat 769) neuen ungeförderten Arbeitsstellen hat der Stellenzugang gegenüber dem Vormonat um 261 Stellenmeldungen oder 33,9 Prozent deutlich zugelegt.  Er liegt damit auch nur leicht unter dem Vorjahreswert mit 1.064 neu gemeldeten Stellen (- 34 oder – 3,2 Prozent).
Der Stellenbestand ist im Februar weiter gesunken und liegt aktuell bei 2.779 Stellenangeboten (- 244, -8,1 Prozent). Damit bewegt sich der aktuelle Monat zwar deutlich unter dem Stellenbestand des Vorjahresmonats  (3.723 Stellenangebote im Februar 2015, – 944 Stellen oder – 25,4 Prozent), wird sich in den kommenden Monaten aber sicher wieder aufbauen, wenn die Nachfrage das Niveau des Februar beibehalten wird.
Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im diesem Februar hängt für  Petra Neu nicht nur mit dem Ende der zweieinhalb- und dreieinhalb-jährigen Berufsausbildungen zusammen: „Die jetzt fertig werdenden Fachkräfte werden schon bald wieder vom Arbeitsmarkt aufgenommen. Auch wenn es immer wieder erstaunt, dass sie überhaupt zur Arbeitsagentur kommen müssen, sie bereiten uns keine Sorgen. Schwieriger wird es mit jungen Flüchtlingen, die mit Spracherwerb und der Anpassung an die Qualifikations-Erfordernisse des deutschen Arbeitsmarkts mehr Zeit benötigen, um den lokalen Unternehmen als Fachkraft zur Verfügung zu stehen.“
Mit 2.885 Personen waren im Februar  184 oder 6,8 Prozent mehr junge Leute von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als noch im Januar (2.701). Im Vergleich zum Vorjahresmonat  liegen die Zahlen um 126 oder 4,6 Prozent  über dem Wert von Februar 2015 (2.759).
Die Zahl der Arbeitslosen der über 50 Jahre alten Personen verringerte sich im Februar geringfügig (- 47 oder – 0,5 Prozent). Sie liegt aktuell bei 9.387 (Vormonat 9.434) und damit um 295 Personen oder 3,2 Prozent über dem Vorjahresmonat (9.092).
Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über  55 Jahre stieg dagegen im Februar  im Vergleich zum Vormonat noch einmal minimal von 5.252 auf  nunmehr 5.254 an (+ 2 ). Hier waren im Vorjahresmonat 5.045  Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind damit 209 Personen oder  4,1 Prozent mehr als im Februar 2015 arbeitslos gemeldet.
Im Berichtsmonat waren 11.313 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind 117 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat (11.196) und 1.283 oder 12,8 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres (10.030). „Die Zahl der Anerkennungen durch das BAMF steigen momentan deutlich an. Damit steigt auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländerinnen und Ausländer in Duisburg“, so Petra Neu.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Februar leicht gesunken und liegt  momentan bei 15.868 betroffenen Personen  (- 55 und – 0,3 Prozent, Vormonat 15.923). Der aktuelle Wert befindet sich damit um 1.451 Personen  oder 10,1 Prozent über dem des Vorjahresmonats (14.417).
Der leichte Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit ist für Petra Neu ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit der Initiative „Duisburg – gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ wollen die wichtigen Akteure des Arbeitsmarktes das Thema Langzeitarbeitslosigkeit gerade jetzt  in den Fokus rücken. Insbesondere Unternehmen wollen wir bei ihrer Suche nach Fachkräften auf die Potentiale der Langzeitarbeitslosen aufmerksam machen. Hier gibt es noch viele ungenutzte Chancen für Unternehmen, Fachkräften zu finden.“
Die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Personen für den Monat Juli  2015  lag bei 215 in 19 Betrieben. Für den Monat September 2015 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 17 Betriebe mit 709 betroffenen Personen.
„Der Winter war in diesem Jahr auf dem Arbeitsmarkt weit weniger zu spüren als in anderen Jahren. Das sehen wir besonders deutlich am frühen Anstieg der Arbeitskräftenachfrage“, beschreibt Petra Neu die aktuelle Situation. „Erfreulich ist neben der guten Kräfte-Nachfrage die hohe Zahl an Abgängen in Erwerbstätigkeit. Mit anderen Worten, die Stellen sind da und sie werden umgehend besetzt. So darf das Jahr gerne weitergehen.“
Pin It

Comments are closed.