Drei Romademos in Rheinhausen: Gegen Nazis – „Motherfuckers, Stronzi“

Drei Demonstrationen zum Einwanderergeschehen von Rumänen und Bulgaren in Duisburg-Rheinhausen am gestrigen Samstag zeigten: Die Lage wird unübersichtlich. Wutbürger demonstrierten gegen die Obrigkeit. Christen, Linke und jugendliche Antifas brüllten die rechtsextremistische Kleinpartei Pro NRW nieder. Und der Nachwuchs der Satudarah-Rocker versuchte gegen diese Demokraten und die Roma-Neubürger aufzumucken.

Peschen, Okober, Pro NRW, Hitlergruss

Der Peschen-Hitler: Pro NRW-Volksgenosse zeigte Hitlergruss

 

Rheinhauser Markt. Samstag nachmittag. Die Mutter brüllt. Sie brüllt verdächtig rechts. Sie brüllt ins Mikrofon. Alleinerziehend wäre sie, frisch aus dem Krankenhaus gekommen. Sie wäre angepisst: Gefährdet würde die Zukunft ihrer Kinder in Rheinhausen, zugezogene Roma und Sinti gefährdeten deren Zukunft.

Der alte Reim von Müll und Dreck und von der Angst vor Fremden. Er bricht sich hier mit Schmackes Bahn vor 400 Rheinhauser Empörten aus drei Lautsprechern.

Im Publikum steht Theo Steegmann, einst Arbeiterkampfheld aus ruhmreichen Rheinhauser Tagen, mit Kollege Theo stand Rheinhausen wie ein Mann gegen die Hüttenschliessung.

Theo Steegmann, immer noch SPD, schüttelt seinen grauen Kopf mit neuen Zähnen: „Die kenn‘ ich nicht vonne Hütte. Das ist wohl das Rheinhausen, das Angst vor Armut hat. Das seine Angst auf Sündenböcke verlagert.“

Ich guck mich um. Auf dem Hochemmericher Markt. Ich bin im Kaff geboren. Ähnlich wie Theo kenne ich auch kaum jemanden. Wobei man wissen muss, dass die Kaste der Rheinhauser Politicos streng verbandelt ist.

Das politische Establishment mag mit den Wütbürgern nicht reden.

Erst gestern sagte Pfarrer Heiner Augustin, er repräsentiert einen runden Tisch von Anwohnern und Institutionenvertretern rund um das als ‚Problemhaus‘ in Bergheim, den mittlerweile europaweit bekannten Einwanderungskern Rheinhausens:

„Wir halten es für einen falschen Weg, mit öffentlichen Schuldzuweisungen gegenüber der Stadt oder einzelnen Bevölkerungsgruppen Stimmungen aufzuzeizen und Fronten aufzubauen.“

Udo Chodura wird wohl nicht ganz zufrieden machen. Der Hüne ist Vertrauensmann auf der Hütte Thyssen Krupp Stahl, er hat die Hochemmericher Demo mit angemeldet.

Ob infolge der hilfslosen Emotionalität der ganze hilflose Appell an die Obrigkeit aus dem Ruder gelaufen wäre?

Denn auf der Demo auf dem Markt, da schaukelte sich kurzzeitig die Stimmung hoch. Aggro mit Posen. Und mit ganz vielen Hassworten.

Metaller Chodura, der ganz bestimmt kein Rechter ist, auf Nachfrage: „Immerhin alles friedlich.“

Udo, es war nicht so. Udo, Du hast mit dem Feuer gespielt. Du hast Aggro-Rednern ein Forum gegeben. Ich verstehe, dass Du und Deine Leute im operativen politischen Geschäft unerfahren seit. Ich verstehe, dass Ihr den Kaffee auf habt.

Etwa brüllte das Publikum, dass Du zusammengekobert hast, den Sozialaktivisten Rolf Karling nieder. Als er anhub, Euch zu erklären, dass sich das Romaproblem, Eure Chimäre der subjektiven Bedrohungslage, verkleinere.

Was ja auch der Fall ist.

Rolf Karling wurde ausgebuht vom ungerechten Volkszorn.

Udo, darf man Volkes Stimme Raum geben? Ohne sie im Zaum zu halten?

Dann traf ich Uwe. Alter Kumpel. Von Krupp-Gymnasium seinerzeit im Kaff.

Uwe ist gelernter Lehrer und war Ordner auf Udos Demo.

Er berichtete mir von diesem kulturellen Unterschied. Auch er habe mal mit den Neubürgern in einem Haus gewohnt, Sonntagnachmittag hättense oft mit der Hilti rumgebohrt, dann noch ewiges Trampeln im Flur. Vielleicht bißchen osseliger die ganze Sippschaft.

Uwe, der Lehrer, früher harter Punk: „Natürlich muss da ein Machtwort gesprochen werden und Grenzen gesetzt, aber unter Neubürgern.“

Willkommene Neubürger. Ganz sicher. Die Einwanderungsgrenzen fallen in drei Monaten.

Der zuständige EU-Kommissar spricht von einem Durchlaufproblem, alles würde sich begradigen.

Warum schifft sich Rheinhausen so an?

Ich sattel‘ die Fiets und verfüge mich nach den nächsten drei Demos, In den Peschen.

Pro NRW, die rechtsextremistische Splitterpartei würde sich dartun, wie schon im März, praktisch ständig also.

Zunächst mal heisst das Warten auf Godot.

Gegenüber der Strasse stehen die Indianer vom Duisburger Netzwerk gegen Rechts, ihr Häuptling ist der verdiente Sozialanwalt Jürgen Aust, am letzten Wochenende war er noch wg Frieden gegen Krieg auf Kalkars niederrheinisch lauschigem Marktplatz. Kommunisten gesellen sich jetzt drumherum. Die Linksparteiratsfrauen Ammann, Laakmann. Der Ratsherr und Verdimann Keuer.

Ob sie wissen, dass es in der Peschensiedlung bei der Bundestagswahl für die NPD ein Wahlergebnis von mehr als 10 vH gab – und nach Wählerwanderungsanalysen, wiewohl: in kleinster Stichgruppe, die von den Linken kamen?

Gegenüber schwarzbekleidete junge Leute. Guter Hoffnung.

Demo-O-Ton-Splitter:

„Die Linken halten sich ja nie an das Fahnenverbot. Deswegen haben wir auch mal eine mitgebracht.“ Sagt Heiner Leiße, Chef des kommunal einflussreichen Grünen-Ortsverbandes Duisburg-West. Ingenieur Leisse hält ein Transpi schmunzelnd, professionell besiebdruckt, auf dem ist die Brücke der Solidarität abgelichtet.

Warten auf Godot.

Plötzlich Wieselei bei der eingesetzten Bochumer Bereitschaftspolizei. Züge verändern ihre Anordnung.

Zwei Dutzend junge Türken, mit Labels, die nur der kennt, der diese kennt, klamauken sich in Macho-Pose durch die guten Demonstranten durch. Spürbar auf der Gegenseite, gegen Roma.

Polizeifunk? Flurfunk? Demofunk?

Es soll sich um den Nachwuchs der Satudarah-Rocker handeln, sie waren auch schon auf der ersten Demo auf dem Hochemmericher Markt.

Ich frage nachträglich Kundige, Häuptlinge.

Jenseits von Verteilungskämpfen in Geschäften solle eine Flurmarke gesetzt werden.

Nu reitet Pro NRW ein, um 18:34 Uhr bauen die Vögel ihre Boxen auf, zweimal umgittert, um die üblichen Reden zu schwingen.

Übrigens die selben wie schon das letzte Mal.

Ein Typ von denen zeigt den Gegendemonstranten den Nazigruss, das ist der in dem Foto oben, da müsste mal ermittelt werden.

Dieser Hitlergruss-Junge, unser Coverboy, der Peschenhitler, ist einschlägig im Revier von Pro NRW, er nahm beispielweise an deren Parteitag am 10. September 2013 teil.

Wie dieses Bild beweist.

Ich gehe zu den Roma, längs der Strasse etwas hinten weiter aussen.

Wie erklärt man den Jungs und Mädels, den Familien vom Peschenhaus, was eine Kreuzung weiter vorn vonstatten geht?

Dass Hasser von zwei Seiten sie bedrohen?

Ein Gegendemonstrant versucht es. Radebrecht in Englisch. Do you understand Fascist? You know: Gangs?

Ich kürze das ab, sage: „Motherfuckers. Stronzi.“

Die Fremden, unsere neuen Nachbarn: Lächeln. Grienen. Lachen. Handshake. Einigkeit.

Wir haben einander verstanden.

Veranstaltungsempfehlung:

Der Runde Tisch zu Duisburg-Hochfeld empfängt am Dienstag, also am achten Oktober, von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, den nordrhein-westfälischen Innenminster, Ralf Jäger (SPD). Er sagte zu, zu referieren über Politik und zukünftige Progamme des Landes zur Zuwanderungsproblematik. AWO-Altenheim, Karl-Jarres-Strasse.

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13 thoughts on “Drei Romademos in Rheinhausen: Gegen Nazis – „Motherfuckers, Stronzi“

  1. Was ist das bitte für ein Bericht?
    Ist das eine Satire eines Artikel?
    Das einzige was unübersichtlich ist, ist dieses Geschreibsel. Ohne Sinn und Verstand werden Sätze aneinander gereiht.
    Wenn keine Inhalte und Argumente ausgetauscht werden, werden Schnappschussaufnahmen umgedeutet.
    Bitte lasst diesen Autor nicht mehr schreiben.

      • Suche doch einfach mal nach Merkel und Hitergruß.
        Du wirst erstaunt sein wie flott du ein Foto findest wo Merkel vermeintlich dem Führer huldigt.
        Diese Art der Berichterstattung hat nichts mehr mit Information und Aufklärung zu tun sondern mit Verunglimpfung und Manipulation.
        Ich möchte nicht wissen wieviele Fotos es von dir geben könnte auf denen ein Winken einem Hitlergruß gleicht.
        Und erst auf Karneval in Düsseldorf. Millionen von Nazis…
        Herr Meiser schadet mit diesen ‚Berichten‘ seinem berechtigten Anliegen mehr als er glauben mag.

  2. Sehr gute Berichterstattung.
    lediglich folgender Aspekt fehlte noch:
    „Integrationsgerangel entlang von Religionsgrenzen“ …
    Wie die Frau vom Christian Lindner und Zeit-Journalistin Rosenfeld mal andeutete:
    Zitat: „Lehrgeld“ zahlen, Zitat Ende
    besserwohl : `WEGEgeld` .
    Ein als Not-SchulRaum genutzter Raum in einer Hochhausparterre als Ersatz für ärgste Versäumnisse der örtlichen Verwaltung und auch des OB-Büros/Schulamtes (Ein Raum der vermutlich auch bei nun rein mohamedanischer Bewirtschaftung niemals den aktuellen Bauverordnungen/ notwendige Fluchtwege für .. / 2ter Rettungsweg/ Belüftungsvorgaben für Versammlungsstätten, etc. zu SchulRäumen für große Menschenmengen entsprechen dürfte .. aber ´Kismet´ hilft mitterweile auch darüber hinweg … ? Wer ist der verantwortliche Betreiber für diesen ungeeigneten Raum ?)
    und eine örtliche Integrationsbeauftrage welche in der Vergangenheit auf WDR schon mal mit dem des-integrativen Perjorativ von den „Ungläubigen“ glänzte …. sowie:
    mittlerweile ca. die Hälfte (?) der Roma (also die christlichen) aus Ihren Bemühungen aktiv ausgrenzt.
    Ja – man muss es alles irgendwie schon mal studiert haben um da den Überblick zu behalten ..

  3. Das ist wieder so ein „Artikel“, bei dem man spätestens nach der zweiten Zeile aufhört zu lesen.Vielleicht sollte Herr Meiser mal überlegen sein kryptisches Gestammel auf seinem Blog zu veröffentlichen, statt unter dem Banner einer vermeintlichen „News“ – Seite. Der Versuch witzig zu erscheinen, scheitert ebenso wie die „Vermittlung“ eines informativen Gehaltes.Er hat Glück, dass er sein Lebensunterhalt nicht als Komiker bestreiten muss, da wäre er schon längst verhungert. Zum Foto – Es dürfte Landläufig bekannt sein, dass es sich bei den PRO-Leuten um z.T. ehm. Neonazis handelt (Rouhs etc.)Jedoch eine Person bei einem „Hitlergruss“ zu fotografieren, wo man nicht anhand des Fotos erkennen kann ob die betreffende Person überhaupt Mitglied bzw. Sympathisant der Truppe ist, erscheint nicht seriös. Bei einer Kamera mit bis zu 12 Fotos die Sekunde, ist die Frequenz eine leichte, den Arm in dem Moment abzulichten, an dem er am höchsten erscheint. Zudem ist die Person auf dem Bild ohne Hintergrund abgelichtet. Wie kann man denn in Erfahrung bringen das es ein Foto von gestern ist? In NRW, wo nahezu jedes Wochenende Idioten durch die Gegend demonstrieren kann man mit dem Foto, ähnlich wie die Hamas oder Hizbollah auch einen „Eindruck“ vermittel. Von daher finde ich es als „Beweis“ eher dürftig (nicht so dürftig wie den Text dazu). Wie geschrieben, bei PRO handelt es sich um das was man wohl Neonazis nennt. Da brauch ich nicht ein „Beweisfoto“ eines Deppen der einen vermutlichen Gruß der Nazis wiedergibt.

    • > Jedoch eine Person bei einem “Hitlergruss” zu fotografieren, wo man nicht anhand des Fotos erkennen kann ob die betreffende Person überhaupt Mitglied bzw. Sympathisant der Truppe ist, erscheint nicht seriös.

      Die Ablichtung des Peschenhitlers erfolgte um 18:33 Uhr – Pro NRW enterte zu dem Zeitpunkt das für diese bereitgestellte Geläuf.

      Der Peschenhitler entstieg deren Fahrzeug.

      Laut dem Fotografen der Ablichtung.

      • Hallo Herr Rodenbücher,
        Ihr Reporter Herr Meiser liegt mit seiner Aussage nicht verkehrt. Bei Bedarf gibt es den Nachweis der Pro NRW Zugehörigkeit bei der Bergischen Stimme.

        Grüße aus Leichlingen
        Ronald Micklich

        • Tach Herr Micklich.

          Schreibense doch uns mal auf, wer der Peschenhitler ist. (:

          Gern forensisch beweisfähig in den Kommentaren hier. Oder an meine Ihnen bekannte Mailadresse.

  4. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: DNSBL Spam]
    Bei einem medialen Überblick über die Vorgänge in Duisburg, welche am Wochenende (5. Oktober 2013) stattfanden, fällt in aller erster Linie eines auf, dass den verschiedenen Erzählern und Volontären für das Amt der schreibenden Zunft nichts auffiel, oder auffallen wollte. Daher ist der Grundtenor vom „Erstauntsein“ auch nicht mehr als der verlegene Versuch, sein eigenes Bild über die allzu normalen Beziehungen in der Rheinprovinz umzulügen. Und zwar in eine Idylle in dem jeder Bürger das gesprochene Recht erhält, über sich und seinen Mittelpunkt der Welt betrübt zu sein. Denn letztlich ist der darunter Leidtragende auch ein potenzieller Abnehmer der Täuschungen, die tagtäglich über den Ladentisch verkauft werden. Man will es sich und seinem Konsumenten nicht all zu schwer machen, ist doch die Welt, die sich für ihn in der Auflösung befindet, schon unübersichtlich genug, erst recht für ihn geworden. Darüber hinaus pflegt man auch nur die undeutliche denunziatorische Schriftform, weil man sich untereinander kennt oder noch kennenlernen möchte. Man muss sich nicht dumm stellen, denn man ist es schon. So ist man dann auch nicht genötigt, es in seinen Entleerungen dabei zu belassen, dass es wenig hilfreich erscheint, sich eine Ideologie zuzuschieben, wenn man sich im Kern einig ist, was denn abzuschieben sei. Keiner will keiner Menschenseele wehtun, sorgt das Pathos eines Besorgtseins doch schon für die nimmer endenden Tränen, um eine Heimat, die dahingeht.

    http://postausderprovinz.wordpress.com/2013/10/09/die-minderheit-duisburgs-fur-die-mehrheit-deutschlands/