Stadt Duisburg gegen Tim Isfort: Wer hat den Schwarzen Peter?

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Landschaftspark by nightAls Aussenstehender eine Sachlage zu beurteilen fällt schwer. Noch schwerer ist es wenn Aussage gegen Aussage steht, wenn nichts wirklich gewiß aber alles irgendwie wahrscheinlich zu sein scheint. Doch angesichts dessen, was die freie Kulturszene seit Jahr und Tag an Erfahrungen mit der Stadt Duisburg und andere Akteure mit der DMG gesammelt haben, ist das Zuspielen des Schwarzen Peters an die Stadt und die DMG nun nicht überraschend. Im Gegenteil: Das von Tim Isfort in breiten Pinselstrichen gemalte Bild eines blassen, entscheidungsunwilligen Oberbürgermeisters, seine kraftvolle Zeichnung eines unfähigen Kulturdezernenten und seine scharfe Fotographie einer DMG, die nicht willens und fähig zu sein scheint Duisburg nach vorne zu bringen ergeben nebeneinander gehängt zunächst  eine Tryptichon-Katastrophe.

Wer, wann, was gesagt hat – die Chronologie der Ereignisse ist nicht ganz leicht nachzuvollziehen und es wäre leichter wenn jetzt schon das Gegengewicht der Meinungen aus Rathaus und DMG vorläge, wenn alle Fakten objektiv behandelt werden könnten, wenn Politiker schon gegen Ende der Pressekonferenz sich geäußert hätten. Dies ist allerdings wohl (leider) nicht der Fall und daher ist vorerst eine ausgewogene, objektive Darstellung der Sachverhalte nicht möglich. Allerdings spricht das RWE-Statement zumindest dafür, dass RWE die Stadt warnte, sich nicht auf einen Sponsor alleine zu verlassen. Ebenfalls darf man sich das Verhalten von Janssen ins Gedächtnis rufen, der immer wieder einen späteren Termin als Deadline für die Sponsorengewinnung bekanntgab.  Richtig ist auch: Die Stadt wußte schon frühzeitig, dass RWE den Vertrag nicht verlängern wird.

Kein gutes Licht in dem die Verantwortlichen hier stehen und die Vorwürfe Isforts kann man bewerten wie man möchte. Von OB Sören Link, der jetzt in der Kritik steht, nahm man an, dass er nach seiner Wahl sich erstmal einige Monate in die Akten einlesen müsse – dieser Welpenschutz ist aber längst vorbei. Von Link sieht und hört man nichts. Lost in the Office? Möchte man sich übers Internet informieren was der OB Link tut oder was er gedenkt zu tun um Ratsbeschlüsse umzusetzen – viel Erfolg.  Der letzte Artikel im Newsbereich auf der Homepage stammt vom September. Ist das der neue Stil? Wo ist der neue Plan, wo sind die konkreten Umsetzungen der Wahlversprechen – ich zitiere:

Sie gestalten Duisburg mit. Noch 2012 beginne ich mit einem offenen Bürgerdialog in allen Stadtbezirken.

Info:
xtranews Duisburg Magazin. Mehr Hintergrund, mehr Duisburg.

Die Klage des Vereins der Traumzeitretter außer belanglosen Gesprächen sei nichts zustande gekommen steht dem, was Link versprach und wofür er stand diametral gegenüber. Wie dieser Bürgerdialog aussieht kann man an der Bahnhofsplatte erkennen: Vorschläge machen gerne, aber im Enscheidungsgremium bitte ohne euch, liebe Bürger, das regeln wir schon mit einer billigen – pardon – kostengünstigen Lösung innerhalb der aktuellen Verhältnisse der Stadt Duisburg. Urteilen Sie selbst werter Leser ob die Vorwürfe nun glaubwürdig sind oder nicht.  Im besten Falle leben wir einer aktiven, von Bürgerwillen geprägten, dialogbereiten Stadt, im schlimmsten Fall sind wir nur als Wahlvieh mißbraucht worden und Rathaus und DMG kümmerts einen Dreck was wir denken. Dazwischen gibts natürlich noch breite Angebote der Wunsch- und Denkmodelle…

Und die DMG? Die es nicht schafft eine ansprechende Homepage für den Duisburger Weihnachtsmarkt in Auftrag zu geben und dafür im Kommentarbereich der WAZ mit Spott und Hohn überschüttet wird? Die für das Marketing der Stadt Modelle von New York und sonstwo abkupfert statt sich auf die Stärken zu besinnen – und nein, Duisburg ist nicht nur Schimanski, Duisburg ist durchaus mehr und vielfältiger. Dass das Lapano-Gelände urplötzlich vermietet war ist nun nicht zu leugnen. Macht das die Vorwürfe nun unwahrscheinlicher? Cui bono? Auch hier muss sich der kritische Bürger sein eigenes Bild machen und es steht zu befürchten, dass dieses momentan nicht positiv gegenüber der Politik sein wird. Statt Aufbruch wurde Duisburg abgewürgt – scheint es Isfort, scheint es den Traumzeitrettern. Scheint es jedoch leider nicht nur ihnen…

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Beitrag von auf 31. Oktober 2012. Abgelegt unter Kultur, Spließ. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Kommentare und Pings sind geschlossen.