Offener Brief zum Thema Steag-Anteilskauf und seine Folgen
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie Ihnen bereits bekannt sein dürfte, sind die Grünen in Duisburg und in aller erster Linie auch die Grünen des Ortsverbandes Duisburg-Walsum, seit Anbeginn der Debatte um den Anteilskauf der STEAG durch die Stadtwerke der sechs Ruhrgebietskommunen, durch einen mehrheitlich getragenen Parteibeschluss gegen diesen Ankauf gewesen. Seit dieser Zeit wurde vor den Risiken eines solchen Anteilskauf öffentlich gewarnt.
Nun ist, nach einem jüngsten Bericht der WELT am Sonntag (vom 21.10.2012, Quelle http://www.welt.de/print/wams/nrw/article110073472/Teures-Abenteuer-Steag.html) und vorangegangener Presseberichte, sowie eigener Recherche, die Rede davon, dass sich die Stadtwerke aller Kommunen, mit diesen Milliarden-Deal, offensichtlich in eine finanzielle Schieflage katapultieren, die dann verheerende Folgen für die städtischen Haushalte dieser Kommunen haben dürfte.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein Grüner Urgedanke und aus meiner Sicht nicht nur wünschenswert sondern dringend notwendig.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll aber, nach Ansicht von Energieexperten, die Situation für Unternehmen wie die STEAG, die noch überwiegend auf Kohle setzen, die Überlebenschance auf dem Markt verschlechtern. Die Technikdinosaurier von Kohlekraftwerken mit geringen Wirkungsgraden werden nicht nur wegen der steigenden Preise für CO2-Zertifikate beim Emissionshandel unrentierlich. Sinkende Strompreise an den Energiebörsen tun ihr übriges. Diese Risiken sind nach Ansicht der Experten schon vor zwei Jahren absehbar gewesen, als dieser Deal eingestielt wurde.
Nun Frage ich mich, wer ist demnach für diese unternehmerische Fehleinschätzung verantwortlich ? Wer profitierte von diesem Minusgeschäft ?
Im Artikel der WELT am Sonntag ist auch die Rede von einer weiteren Verzögerung in der Fertigstellung des Kohlekraftwerks Walsum 10. Demnach soll das Kraftwerk, entgegen der Prognosen der STEAG, erst 2014 ans Netz gehen und bis dahin keinen Strom erzeugen können. Das wiederum führt ebenfalls zu einer finanziellen Belastung der STEAG im Ganzen.
Info:
xtranews Duisburg Magazin. Mehr Hintergrund, mehr Duisburg.
Ich begrüße die Forderung der NRW-Grünen, einen bürgerlichen Beirat bei der STEAG ein zu setzen, der die weiteren Vorgänge und Planungen im Unternehmen überwacht und begleitet, um Transparenz zu schaffen und den zugesagten ökologischen Umbau der STEAG voran zu treiben.
Ich fordere aber auch, im Falle eines finanziellen Worst Case, personelle Konsequenzen bei den Verantwortlichen in den Geschäftsführungen und Vorständen bzw. Aufsichtsräten der daran beteiligten Unternehmen, die diesen Milliarden – Deal befürwortet und eingestielt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Welters
Vorstandsmitglied von Bündnis 90 / Die Grünen –OV Walsum

Related Posts
- 14. Januar 2013 -- Grüne Walsum: Offener Brief zur geplanten Deponie Wehofen-Nord
Im Amtsblatt Nr. 1 vom 15. Januar 2013 der Stadt Duisburg habe ich eine Bekanntmachung zum Planfeststellungsverfahren nach §35 (2) Kreislaufwirtschaftsgesetz für die Erweiterung der Deponie Wehofen – Nord um einen 3. Deponieabschnitt gelesen.
D... - 12. Oktober 2011 -- Die getrickste Teilgenehmigung der Steag
Ich stelle mir immer wieder die berechtigte Frage, was führt der Konzern Steag und das neue Eigentümer-Konsortium der Ruhr-Stadtwerke (unter Federführung der Duisburger Stadtwerke) im Schilde, wenn durch intransparentes Handeln, gepart mit einer P... - 6. Oktober 2011 -- Grüne Duisburg Walsum: Stromkonzern Steag steht unter enormen Druck
Duisburg - Der Ortsverbandsvorstand der Grünen in Duisburg - Walsum begrüßt die jüngsten Äußerungen des Steag Geschäftsführers Rumstadt, der in einem Pressegespräch davon sprach, das 2015 die alten Steinkohle-Kraftwerksblöcke in Herne, Lünen und i... - 19. September 2012 -- Grüne in Duisburg-Walsum sind sehr besorgt wegen Steag-Anteilskauf
Duisburg - Die Grünen in Duisburg-Walsum sind sehr besorgt um die jüngsten Berichte rund um den Steag-Anteilskauf durch das Stadtwerke Konsortium Rhein-Ruhr unter Federführung der Stadtwerke Duisburg.
Der Anfang 2011 erfolgte Anteilsk... - 8. Januar 2013 -- Walsumer Grüne beenden Unterschriftenaktion zum Erhalt der Hubbrücke
Zum Jahreswechsel beendete der Ortsverband Walsum von Bündnis90/Die Grünen seine Unterschriftenaktion zur Instandsetzung und zum Erhalt der am 12.Oktober gesperrten Hubbrücke über dem Walsumer Nordhafen. Der Ortsverbandsvorstand zeigt sich mit dem... - 21. Januar 2013 -- Grüne Duisburg Walsum zum STEAG-Kauf
am 14.12.2012 stellte ich als Bürger dieser Stadt nach § 24 der Gemeindeordnung 6 Fragen an Herrn Oberbürgermeister Sören Link zum Steag-Anteilskauf durch die Stadtwerke Duisburg.
Ich erhielt nun am 17.01.2013 eine Antwort vom designierten Stad... - 15. November 2010 -- Vorstand der Walsumer Grünen begrüßt die ablehnende Haltung der Kreismitgliederversammlung zum geplanten Steag-Anteilskauf
"Die Vorstellung, dass der künftige Betreiber des Kohlekraftwerkes Walsum 10 nicht Steag, sondern ein kommunales Konsortium ist - und das auch noch mit Grüner Zustimmung - sind ökologische und Grüne Glaubengrundsätze, die hier in Frage gestellt we... - 8. Oktober 2011 -- Die Grünen Voerde: “Die Zukunft – auch der STEAG – kann daher nur in den regenerativen Energien liegen”
Voerde - Mit Interesse verfolgen die Grünen in Voerde die Überlegungen der STEAG, die Kraftwerksblöcke in Voerde vorzeitig herunter zu fahren. Die Anlage in Voerde gehört zu den ältesten Kohlekraftwerken und ist in der Presse mehrfach als eines de... - 17. Juni 2011 -- Grüne Duisburg Walsum: "Fracking" ist eine große Gefahr
Duisburg - Der Vorstand der Grünen in Duisburg-Walsum ist sehr besorgt, da es Pläne geben soll, wonach Mineralölkonzerne "unkonventionelles Erdgas" in NRW fördern wollen. Unternehmen, wie der US-Ölmulti Exxon und die BASF-Tochter Winters... - 27. Oktober 2010 -- Grüne Duisburg-Walsum: Fördert der Steag-Anteilskauf Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und die Zerstörung der Natur in Kolumbien?
Der Vorstand der Grünen in Duisburg-Walsum stellt sich folgende Frage: Fördert der Ankauf der Steag-Anteile durch das Stadtwerkekonsortium womöglich Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen und zerstört die Umwelt in Kolumbien?
Den Vorstandsmit...
Artikel aus dieser Kategorie:
Ob die Grünen innerhalb ihrer Parteistruktur mehrheitlich sich gegen eine Beteiligung der SW an den Steag Anteilskauf aussprechen oder nicht, ist völlig bedeutungslos.
Tatsache ist doch im Stadtrat haben die Grünen Duisburg sich vehement dem leidigen Schulterschluss der anderen Mitglieder angeschlossen und sich für fossile Brennstoffe ausgesprochen und ausdrücklich dem Steag Anteilskauf zugestimmt. Schon vergeswsen, Herr Welters ?
Nun sich den Heiligenschein aufzusetzen halte ich für sehr bedenklich.
Die Grünen Duisburg sind für viele Bürger nicht mehr berechenbar und wählbar geworden.
Doppelzüngigkeit hat sich noch nie ausgezahlt.
KlaRi
26. Oktober 2012 auf 10:50
Aus einem gemeinsamen Antrag von Rot-Rot-Grün in 2010
“Geplanter Mehrheitserwerb von Stadtwerken an STEAG ist kommunalpolitisch und regionalwirtschaftlich sinnvoll
und bietet Chancen zur ökologischen Modernisierung
der Energieerzeugung”
Schon vergessen?
Duisburger
26. Oktober 2012 auf 14:44