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IHKs stellen Gründerreport Ruhr 2009 vor – Im Ruhrgebiet immer mehr Dienstleister

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800pxDuisburg  IHK thumb IHKs stellen Gründerreport Ruhr 2009 vor   Im Ruhrgebiet immer mehr Dienstleister Duisburg/Ruhrgebiet (ots) – Die Ruhrwirtschaft wächst. Das zeigt der dritte Gründerreport der Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet. Die Zahl der Unternehmen in den IHK-Bezirken Duisburg bis Hagen stieg innerhalb von knapp fünf Jahren um rund 22.000 Betriebe – auf über 260.000 IHK-zugehörige Unternehmen (+ 9,3 %). Mehr als die Hälfte (57 %) sind Dienstleister, so der Report, der am Dienstag, 12. Januar, bei der federführenden Niederrheinischen IHK in Duisburg vorgestellt wurde. Doch es gibt auch Kritik: Das Gründungsklima müsse freundlicher werden.

Innerhalb des untersuchten Zeitraums 2005 bis Mitte 2009 verlief die Gründungsdynamik unterschiedlich – korrespondierend mit der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt. Duisburgs IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger: "In schwierigen Zeiten wird eher gegründet, meist dann, wenn der Arbeitsplatz bedroht oder verloren gegangen ist. Das zeigte sich auch für das erste Halbjahr 2009." Die Zahl der Gründungen im Ruhrgebiet nahm in diesem Zeitraum leicht zu (+ 1,7 %).

Eine unterschiedliche Entwicklung zeigt sich auch beim Unternehmensbestand innerhalb der Region. So stieg die Zahl der Betriebe in den IHK-Bezirken Dortmund (+ 13,4 %) und Duisburg (+ 12,4 %) im Vergleich zum Ruhrgebiet (+ 9,3 %) weit überdurchschnittlich. Insgesamt positioniert sich der Handel nach dem Dienstleistungssektor als zweitstärkste Kraft: Auf ihn entfallen rund 35 % aller Unternehmen, und zwar mit leichten Wachstumstendenzen. Steigerungen sind dabei im Internet-Vertrieb, Versandhandel und Teleshopping zu verzeichnen.

Mit Abstand folgt der Produktionsbereich mit rund 3.370 neuen Unternehmen bei einem Anteil an allen Unternehmen im Ruhrgebiet von knapp 20 %. Allerdings ist hier der Zuwachs mit etwa 19 % höher als in der Dienstleistungsbranche. Ursache hierfür ist laut IHK-Gründerreport die Vielzahl neuer Betriebe der Energieerzeugung. Bei ihnen handelt es sich fast ausschließlich um Betreiber von Photovoltaikanlagen. Im Bereich "Hightech" zeigt sich dagegen wenig Bewegung bei Gründungen von Produktionsbetrieben. Anders aber bei den Dienstleistern auf diesem Feld: Seit 2005 hat sich hier der Unternehmensbestand um 1740 Unternehmen (+ 14 %) erhöht.

Das Fazit der IHKs im Ruhrgebiet: Wenn auch die Gründerbilanz unterm Strich positiv ist, so reicht das Wachstum an neuen Unternehmen bei weitem nicht aus. Bereits für den schulischen Bereich fordert Dietzfelbinger "unternehmerische Ausbildung". Darüber hinaus nennen die IHKs Verbesserungsmöglichkeiten am Beispiel konkreter Problemfelder aus den Erfahrungen ihrer Startercenter:

Info:
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   - Bei langzeitarbeitslosen Gründern sind die Businesspläne oft 
     nicht tragfähig. Die Agenturen für Arbeit und die ARGEn sollten 
     nur solche Antragsteller ermutigen, deren Konzepte 
     aussichtsreich erscheinen. 
   - Da Gründer keine Geschäftshistorie aufweisen und oft auch 
     Sicherheiten fehlen, sollten die Banken bei guter Geschäftsidee 
     und solide kalkuliertem Businessplan neben den reinen Zahlen 
     auch die Gründerpersönlichkeit berücksichtigen. 
   - Das Hinzurechnen von Kosten bei der Gewerbesteuer ist für 
     Unternehmen in der Startphase, in der häufig noch kein Gewinn 
     gemacht wird, eine hohe Belastung; diese Hinzurechnung muss 
     schnell abgeschafft werden. Das gilt ebenso für den Zwang, 
     monatlich die Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben; 
     Quartalsschritte reichen vollkommen aus. 

Gründungsprozess: Alles aus einer Hand

In die Pflicht nehmen die Ruhr-IHKs die Landesregierung mit Blick auf die notwendige Vereinfachung der Gründungsschritte. So sei es in einigen Bundesländern den IHKs möglich, rechtsgültige Gewerbeanzeigen anzunehmen. Das bedeute einen vollständigen Gründer-Service aus einer Hand. "Das muss auch in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden. Immerhin haben wir mit der Landesregierung gemeinsam die Startercenter in den IHKs realisiert. Hier sind auch Formularserver im Einsatz, die den Behördengang deutlich vereinfachen", so der Duisburger IHK-Hauptgeschäftsführer Dietzfelbinger.

Bild: „© Raimond Spekking / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 & GDFL“

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Beitrag von auf 12. Januar 2010. Abgelegt unter Duisburg, Wirtschaft. Nachricht folgen durch RSS 2.0. Kommentare und Pings sind geschlossen.