Duisburg: Pater Tobias begrüßt neues Vatikan-Laufteam „Atheltica Vaticana“

Oman-Wüstenlauf 172 km in 6 Tagen Foto: Projekt LebensWert

Oman-Wüstenlauf 172 km in 6 Tagen
Foto: Projekt LebensWert

Wenn Pater Tobias Marathon läuft, dann legt er sein Ordensgewand ab und schlüpft in eine kurze Laufhose mit dem TShirt von seinem Kinderhilfswerk „KiPa-cash-4-kids“, wofür er regelmäßig als Marathonläufer laufend Spenden sammelt.  „Meine religiöse Identität hängt nicht davon ab, wie ich angezogen bin“, versichert der hagere Pater, der bereits sei vielen Jahren in den Medien als der Marathon-Pater oder laufende Pater bekannt ist. Regelmäßig trainiert er, neben seinen 16 Stunden-Tag, an die 100 km in der Woche. Pater Tobias gegrüßt die Entscheidung des Papstes endlich einen eigenen Lauf- und Sportverein gegründet zu haben. Mittlerweile hat Papst Franziskus ihm bereits zweimal aus dem Vatikan geschrieben und ihm ermutigt weiter für arme Kinder zulaufen und ihm jedesmal den apostolischen Segen gegeben. „Damit läuft es sich noch besser, den Papst auf seiner Seite zu haben“, so Pater Tobias, der noch erzählt, dass der letzte Brief von der katholischen Bischofskonferenz, von dem Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx kam, der ihm ebenso ermutigt Kirche im Sport zu repräsentieren.

Vatikan-Laufteam „Atheltica Vaticana“
Der erste international anerkannte Sportverein des Kirchenstaats ist jetzt der Öffentlichkeit präsentiert worden. Denn seit Jahresbeginn gehört er zum italienischen Leichtathletik-Verband und ist von Italiens Olympischem Komitee Coni anerkannt. Damit können die 60 Läufer und Läuferinnen unter der gelb-weißen Flagge des kleinsten Staates der Welt auch bei internationalen Wettkämpfen antreten. „Athetica Vaticana“ hat schon eigene Outfits: gelbe Trikots und dunkelblaue Trainingsanzüge mit weißen und gelben Streifen. „Auch dieser neue Sportverein des Vatikans will eine Botschaft der Solidarität sowie des Kampfs gegen jede Form von Rassismus und Gewalt aussenden“, so Pater Tobias, der seit 2006 eine eigene Laufgruppe coacht. Das sind junge Männer aus Syrien und Guinea, die bereits sehr gut in Neumühl integriert worden sind. Für den laufenden Pater hat es vor allem eine religiöse Dimension: „Ich habe entdeckt, dass es für mich eine spirituelle Schule ist. Es ist eine Hymne, ein Dank für die Gabe des Lebens – und das ist Gebet“, sagt er. Wenn er laufe, sei Jesus ihm sehr nahe. Und es sei eine Quelle der Meditation. „Zum Beispiel, wenn ich mir bewusst werde über die Bedeutung des Atems und das ist ihm bei dem 172 km-Lauf über 6 Tage in der Oman-Wüste sehr deutlich geworden. “Meine Gemeindemitglieder sind meine größten Fans, „Sie interessieren sich brennend für meine Zeiten und mein Training.“  Pater Tobias betont, dass Sport, Kultur, Religion und Ethik zusammengehören. Durch die Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Netzwerken und Medien kann er gerade durch sein Laufsport Kirche, Seelsorge und Sport sehr gut verbinden. Mittlerweile hat der in der Öffentlichkeit bekannte Pater allein nur auf Facebook an die 5000 Freunde und Freundinnen, die sich für seine Marathonläufe interessieren und  die vielen Aktivitäten in seiner Gemeinde Herz-Jesu in Neumühl, wo er als Pastor seelsorglich wirkt, verfolgen. „Viele fragen über Facebook und Instagram nach Taufen und Hochzeiten“, strahlt der Pater, „die sehe ich sonntags in der Kirche nicht“. Es sind Neumühler, die sich wieder für den Glauben und für die Angebote der Kirche interessieren, dass zeigen die vielen Taufen, Kommunionkinder und Hochzeiten in seiner Gemeinde Herz-Jesu.
Auch Päpste und ranghohe Kurienmitglieder waren und sind sportbegeistert. Der polnische Papst Johannes Paul II. lief Ski, spielte Tennis und ließ sich in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo eigens ein Schwimmbad bauen. Der aus dem Schwarzwald stammende Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär von Benedikt XVI., ist ein exzellenter Skiläufer und verdiente sein erstes Geld als Skilehrer. Papst Franziskus beschränkt sich darauf, Fan zu sein. Er ist Anhänger des Fußballklubs CA San Lorenzo de Almagro aus seiner Heimatstadt Buenos Aires.
Marathon für syrische Flüchtlingskinder
Zehn Marathonläufe absolviert Pater Tobias jedes Jahr und wird am kommenden Sonntag gemeinsam mit dem Syrier Yamen Kadour in Sevilla seinen 77. Marathon in insgesamt 12 Jahren laufen. Der Pater wird das gesammelte Geld direkt vor Ort der Kindernothilfe in Beirut zur Verfügung stellen. „Helfen Sie dabei, dass eine große Spendensumme zusammenkommt“, bittet der Pater.

Im Libanon finden syrische Flüchtlingskinder zwar Sicherheit, aber kaum einen normalen Alltag. Sie haben ihr Zuhause durch den Krieg verloren, jetzt steht ihre Zukunft auf dem Spiel. Durch die Projekte der Kindernothilfe und gemeinsam mit Unterstützung des Projekt LebensWert gewinnen die Kinder ein Stück Normalität zurück und Perspektiven für die Zukunft. Ohne Schulbildung blieben sie für den Rest ihres Lebens benachteiligt. Zur Zeit macht der Winter und die damit verbundene Kälte den Kindern zu schaffen.

Pater Tobias hält Vorträge über „Mein Lauf mit Gott durch die Oman-Wüste“. Vereine können sich unter: tobias@abtei-hamborn.de an ihn bezüglich eines Termins wenden.

Spendenkonto: Projekt LebensWert, Syrische Kinder, BIC: GENODED1BBE und IBAN: DE34360602950010766036

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