Hochzeiten im Trend: Wie oft wird in Deutschland geheiratet und was kostet es?

Die Deutschen heiraten wieder öfter: Nachdem die Zahl der Eheschließungen bis zum Jahr 2007 auf einen historischen Tiefstand von 368.922 sank, steigt die Zahl seither wieder kontinuierlich an. Vor allem seit 2015 erlebt das Heiraten wieder einen echten Boom. Das zeigt auch ein Blick auf die steigende Zahl der Hochzeitsmessen. Ist die Ehe also doch kein Auslaufmodell?

Laut offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes heirateten im Jahr 2015 bereits wieder 400.115 Paare. 2016 waren es sogar schon 410.426 und im folgenden Jahr immerhin 407.466. Beachtlich sind die Zahlen, wenn man den Wert von 2014 als Vergleich hinzuzieht: In jenem Jahr trauten sich ’nur‘ 385.952 Paare vor den Traualtar.

Die Zahlen bestätigen einen Trend, der im TV bereits unzählige Formate von „Die perfekte Hochzeit“ bis zu „Hochzeit auf den ersten Blick“ hervorgebracht hat: Heiraten ist wieder in! Ganz besonders offenkundig wird die allgemeine Hochzeitsstimmung jedoch bei einem Blick auf die Zahl der Hochzeitsmessen, die immer zu Anfang des Jahres und im Herbst in der gesamten Bundesrepublik stattfinden: Eine Liste der Neuen Presse aus Hannover zählt – wohlgemerkt ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit – bereits 32 Termine für 2019. Weder betrifft der Trend nur Großstädte noch besondere Regionen: Von Cottbus bis Düsseldorf und Rostock bis München finden die Messen in ganz Deutschland statt.

Hochzeiten: Immer öfter, immer teurer

Nicht nur die Zahl der Eheschließungen ist gestiegen. Auch die Kosten für den schönsten Tag im Leben scheinen regelrecht explodiert zu sein: Laut Daten von Statista darf die Hochzeit für 26 Prozent der befragten Deutschen ab 18 Jahren zwischen 5.000 und 10.000 Euro kosten. Neun Prozent wollen zwischen 10.000 und 25.000 Euro ausgeben und ein Prozent sogar noch mehr. Die Branche freut es: Denn aus dem schönsten Tag im Leben ist ein echtes Geschäft geworden. Eine Undercover-Recherche des MDR hat ergeben, dass drei Viertel der Dienstleister bei Hochzeitsanfragen teurer waren als bei einem Event mit gleichen Eckdaten, beispielsweise einem runden Geburtstag. Ein Fotograf in Magdeburg wollte von einem Brautpaar beispielweise 500 Euro mehr für die gleiche Arbeit als von einem Jubilar zu dessen 60. Geburtstag.

Halten Ehen nach günstigen Hochzeiten länger?

Viele Paare sind bereit, diese Preise zu zahlen. Dabei müssen Hochzeiten einer Umfrage der Emory-Universität in Atlanta zufolge gar nicht viel kosten, um lange zu halten. Denn die Erhebung hat ergeben, dass die Ehen dann besonders stabil sind, wenn die Hochzeit weniger als 1.000 Euro gekostet hat. Allerdings – und jetzt wird es widersprüchlich – sind auch jene Ehen sehr stabil, die auf Hochzeiten mit über 200 Gästen gründen.

Alle Zahlen beiseite: Heiraten sollte man so, wie es sich ein Paar wünscht. So konstatiert auch ein Ratgeber von CleverDirekt zur Frage: „An welcher Hand trägt man den Verlobungsring?“, dass selbiger keineswegs teuer sein, aber zur Braut passen muss – dann kann er gut und gerne auch günstiger sein. Gleiches gilt uneingeschränkt auch für die Hochzeitsfeier: Sie muss zum Paar passen.

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