Ist Duisburg eine Stadt der Musik?

 

Cover: Joshua

Am 22.10.2018 ist das inzwischen sechste digitale Album (EP) vom Duisburger Komponisten Helge Bol erschienen: „Helge Bol spielt mit François Couperin“. Zu bestellen und vorzuhören ist die EP (Extended Play) im Internet über Bandcamp. Es handelt sich um Variationen von Stücken, die François Couperin als Hofkomponist von Ludwig dem 14. angefertigt hatte. Eingespielt wurde die Musik mit einem Rhodes-Piano.

Als Vorlage für Helge Bols Aufnahmen diente Couperins „L’art de toucher le clavecin“, ein Werk, das die Spielweise thematisierte und Preludien enthält, ebenso seine vier Bände, „Livres“, Sammlungen von Stücken, die „Pièces de clavecin“. Außer vier Preludien sind vier der Pièces zu hören. In seiner praktischen Unterweisung hatte Couperin speziell die Variabilität der Zeit hervorgehoben, Bol weitet sie als Komponist aus, bezieht die Variabilität auch auf Tonarten und zugrundeliegenden Skalen. Seine Herangehensweise ist weniger historisch als experimentell. Auch durch die Interpretation alter Stücke soll Neues entstehen.

Die Zeitdifferenz ließ Bol weitgehend auf notierte Verzierungen verzichten. Es sollte keine Flucht aus unserer Zeit im Spiel und Hören entstehen können. Die Wahl des elektischen Instruments diente der selben Motivation. Leider wird in sehr vielen Interpretationen gleichsam ein Urlaub aus der Gegenwart genommen.

Variationen haben in der Musikgeschichte eine lange Tradition. Doch derart frei wurde mit dem Material bislang nicht umgegangen. Auf Bandcamp gibt es eine eigene Seite von Helge Bol. Auch die jüngste EP ist darüber erreichbar: https://helge-bol.bandcamp.com/

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