Junge Liberale Duisburg: Zoff in der FDP wegen Erdoğan-Besuch

Diese Woche begrüßt der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Berlin. Ziel des im Vorfeld vielfach kritisierten Treffens soll sein, die Wogen zwischen den beiden NATO- und Wirtschaftspartnern Deutschland und Türkei zu glätten. Simon Gerhardt, der Vorsitzende der FDP-Jugendorganisation in Duisburg hat ernste Zweifel daran, dass dies unter den aktuellen Umständen gelingen wird.

„Der Nazi-Vergleich des Präsidenten Erdoğan sitzt immer noch sehr tief bei den Menschen hierzulande“, spürt Gerhardt. „Das war eine der heftigsten Beleidigungen. Die Menschen erinnern sich daran.“, fügt er hinzu. Der Junge Liberale bezweifelt, dass ohne eine aufrichtige Entschuldigung ein Treffen auf höchster Ebene Sinn macht.

„Ein Neustart in der Türkei muss her.“

Weiter gibt er zu bedenken: „Solange deutsche Staatsbürger in der Türkei eingesperrt sind, die Pressefreiheit systematisch untergraben wird, die Unabhängigkeit der Gerichte torpediert wird, Menschen eingeschüchtert werden – kurz unsere westlichen Werte mit Händen und Füßen getreten werden -, liegt ein Neuanfang in weiter Ferne.“ Der Erdogan-Kritiker ist sich sicher: „Bevor ein Neuanfang der deutsch-türkischen Beziehungen möglich ist, muss der Neustart in der Türkei her.“

Vorsitzender der Jungen Liberalen Duisburg kritisiert Vorstand der FDP Duisburg

Simon Gerhardt, Vorsitzender der FDP-Jugendorganisation in Duisburg, wünscht sich von einigen seiner FDP-Parteikollegen in seinem Kreisverband mehr Haltung.

Simon Gerhardt, Vorsitzender der FDP-Jugendorganisation in Duisburg, wünscht sich von einigen seiner FDP-Parteikollegen in seinem Kreisverband mehr Haltung.

An dieser Stelle bedauert Gerhardt, dass der Vorstand seiner Mutterpartei, der FDP Duisburg, nicht ähnlich klare Worte findet wie zum Beispiel der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner, der am Wochenende das geplante Staatsbankett für den türkischen Präsidenten abgesagt hat.

Er vermutet, dass dies mit Betül Cerrah, ebenfalls FDP-Mitglied und Ratsherrin der FDP im Rat der Stadt Duisburg zu tun hat. Neben dem öffentlichen Amt als Ratsherrin bekleidete seine Parteikollegin zuletzt im Vorstand der Union of International Democrats (UID), einen hohen Posten.

Interessenkonflikt bei der FDP-Duisburg Ratsherrin?

Pikant: Die UID gilt laut Bundesverfassungsschutzbericht 2017 als in-offizielle Auslandsorganisation der türkischen Regierungspartei AKP. Gerhardt kritisiert: „Es besteht sozusagen ein Interessenkonflikt. Man möchte allen Anschein nach potentiellen deutsch-türkischen, Erdogan treuen Wählerinnen und Wählern in Duisburg nicht vor den Kopf stoßen.“ Anders kann sich der Junge Liberale die Zurückhaltung nicht erklären.

„Klare Kante für die freiheitlich-demokratische Grundordnung.“

Dem Vorsitzenden ist es wichtig, klare Kante zu zeigen. „Gerade wir, Freien Demokraten, haben uns per Parteibuch dazu verpflichtet für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen. Und das nicht nur, wenn es gerade mal passt.“ Um das Thema Türkei und Erdogan weiterhin kritisch zu behandeln, planen die Jungen Liberalen Duisburg einen Themenabend in Kooperation mit der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung und der Liberalen Hochschulgruppe Duisburg-Essen.

 

4 thoughts on “Junge Liberale Duisburg: Zoff in der FDP wegen Erdoğan-Besuch

  1. Dr. Ulrich Müller 26. September 2018 at 22:18:47 -

    Bei Rückfragen an xtranew.de wenden Sie sich bitte vorher an den SPD-Genossen und jetzt Bundespräsident Deu-tschland:

    Seite 158   ZDFtext   Mo 24.09.18   15:40:08  
        ZDFtext              heute           
        Nachrichten                          
                                             
     Miteinander der Bürger: Steinmeier für  
     friedlichen Dialog                      
                                             
     Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 
     hat die Bürger zu einem friedlichen     
     Dialog aufgerufen. Das „tägliche Feuer- 
     werk von Beschimpfungen und Beleidigun- 
     gen“ lasse „die Grenze zwischen dem      die Grenze zwischen dem
     Sagbaren und dem Unsäglichen zusehends   Hörbaren und Ungehörlichen
     verschwimmen“, beklagte Steinmeier auf   zusehends verschwimmen
     einer Veranstaltung von „Zeit Online“   
     in Berlin.                              
                                             
     Wer andere herabwürdige, zerstöre die   
     Gesprächsgrundlage, die er für sich     
     selbst in Anspruch nehme. „Wo immer das 
     geschieht und ganz gleich von wem, da   
     müssen wir einschreiten!“ 

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ließ Sigmar Gabriel ins Messer laufen, als der eine Erneuerung der SPD vorschlug. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat aktuell einen Beitrag geleistet, der die nächsten Wahlen prägen wird. Er ist ein SPD-Genosse, so wie die in Duisburg bekannt sind. Herr  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, lieber Genosse, wir kennen Dich!

    • Die genannte VideoText-Nachricht könnte zum Auftakt werden, den Unterscchied zwischen „LügenPresse“ und „TrittbrettfahrerPresse“ zu beraten. Oder: Was hat Bundespräsident Frank Steinmeier während seiner SPD-Karriere getan, um die SPD zu erneuern? Hätten aufrichtige Interventionen (zur Unterstützung von Siegmar Gabriel) die aktuelle Situation mit dem Entstehen einer weiteren und neuen Volkspartei (O-Ton ZEIT) verhindern können?

      Wo ist die Mitteilung des Bundespräsident Frank Steinmeier, dass er die sog. Volksparteien ermahnt, sich nun endlich wie versprochen zu erneuerrn? Wenn gewisse Kreise nicht aktiv werden, fangen die Bürger an zumaulen – und schließlich mit dem Stimmzettel, wie ich hörte.

      Die „Trittbrettfahrer-Presse“ war immer auf der Seite von politischen Trittbrettfahrern – besonders in Duisburg, könnte man meinen. Aber die politischen Eigennützlinge waren stets voll-brutal, Abtrünnige zu bestrafen, die nicht mit den Trittbrettfahrern heulten. Dazu gehörten auch mutige Redakteure. Doch jetzt sind die Autokraten selbst dran. Das nächste ZDF-POLITBAROMETER ist am 19. Oktober.

      Zur Abwehr berät der Kreistag der CDU über eine GroKo in Duisburg mit der SPD.
      (Rheinische Post Duisburg https://rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/cdu-diskutiert-ueber-spd-buendnis_aid-23138269)