Duisburg von Unten – Ruhrort

Je weiter man mit der Straßenbahnlinie 901 von der Duisburger City Richtung Marxloh fährt, desto höher wird der Anteil an Hartz 4, Säufern, gestrandeten Rentnern, Jugendliche ohne Ausbildung, dicken Proleten und widerlichen, vermeintlichen AFD-Wählern. Es gibt ein Entrinnen vor der totalen Finsternis. Nichts wie raus an der Haltestelle „Karlstraße“ oder „Friedrichsplatz“. Ruhrort is calling.

Dabei wollte ich weg. Weit weg. Hamburg war immer ein Thema, Lüneburg auch, Düsseldorf sowieso. Schließlich steht dort meine Lieblings Punk Rock Bar und es gibt unfassbar interessante Frauen. Eine davon, ein Juwel voller Intelligenz und geschminkten Augen konnte ich gewinnen und dachte schon an Abschied aus meiner Heimat. Das Unfassbare geschah. Sie wollte nach Ruhrort. Und nur dahin.

Vielleicht ist Ruhrort wirklich der schönste Stadtteil in Duisburg. Die Trinker an der Trinkhalle am Friedrichsplatz sind sympathischer als die Szene gegenüber vor Kaufland, viele schöne Gassen, mit zauberhaften Laternen,  wo man unter dem Einfluss von Jägermeister reicher an Erfahrung wird, die Kneipen „KMC“ oder „Kristall“, die Mühlenweide, das Wasser (!!), der Karlsplatz oder Neumarkt oder die Pinte „Zum Itze“ wo man echte Duisburger Originale findet.

Absolute Highlights und eine echte Bereicherung sind „ruhrKunstort“, „LokalHarmonie“ sowie das „Kalenda Music Cafe“. Kulinarisch gesehen ist Ruhrort leider durchschnittlich gesegnet. Ok, dass „La Vigie“ sowie „KMC“ sind wirklich gut. Die Schnitzel, welche Freitag abends auf Vorbestellung im „Ruhrorter Treff“ serviert werden, konnte ich bisher nicht testen.  Die Fast Food-Läden sind so gut wie alle eine Katastrophe. Ein relativ neuer Döner-Laden ist ok. Die indischen Gerichte im „Di Mare“ sind gut. „Zum Anker“ trifft nicht meinen Geschmack aber wird immer wieder positiv erwähnt. Schier sensationell ist der Kuchen im „Cafe Kurz“.

Auffällig sind die erstaunlich vielen Hundehaufen. Ganz ehrlich, was soll der Scheiß? Jedoch, wie in der örtlichen Facebook-Gruppe zu lesen, regt man sich lieber über auf den Boden verstreute Sonnenblumenkerne auf. Verständlich, ist ja nicht deutsch wie Schäferhunden-Kot. Und, puh, es gibt tatsächlich einen Bürgerverein. Diese mögen das geregelte, ordentliche, so das Vorurteil. Bin gespannt wie diese reagieren, wenn, wie angekündigt, einige aus der „Trinker-Szene“ im August auf dem Maximilianplatz die erste „Schnaps, statt Jesus“ Party stattfinden lassen wollen. Ohne Genehmigung natürlich. Warum auch?

Im „Kalenda Musik Cafe“ gibt es Köpi aus halbe Liter Flaschen. Ist das nicht schön? Positive, auch trashige Gäste , welche deutlich dem Alk frönen, feiern wunderbar mit den Afrikanern bis tief in die Nacht. Motto-Partys, Reggae, afrikanische Klänge dazu.

Unvergessen und bis heute Kult ist die „Punkeria“ auf der Harmoniestraße. Punk-Bands aus der ganzen Welt traten dort auf. Die Theke dort war unvergleichlich. Mr. Spiller und Bobby waren die Organisatoren und hatten somit Duisburger Punk Geschichte geschrieben. Irgendwann war Schluss. Traurig. Aber der Punk ist zurück in Ruhrort. Neue Mieter in der „Punkeria“ wollen den Laden wieder in Schwung bringen. Und am 3. August gibt es sogar eine Punk Rock Night im ehrwürdigen „KMC“. Punk Rock is coming home. Glück auf, Ruhrort!

 

Der Text wurde am 31.07.2018 überarbeitet

9 thoughts on “Duisburg von Unten – Ruhrort

  1. Das Ende is vollkommener Bullshit… Bürgerverein und Ordnungsamt? War niemals da und geschlossen is da auch nix, wir ham einfach gerad kein Bock… vielleicht mal besser informieren

  2. Das Ende is vollkommener Bulls***… Bürgerverein und Ordnungsamt? War niemals da und geschlossen is da auch nix, wir ham einfach gerad kein Bock… vielleicht mal besser informieren

  3. Diese „von unten“-Reihe ist einfach großartig. Leider erscheinen die Beiträge viel zu selten.

    • Wird Sören Link (SPD Duisburg) #metoo reklamieren: … er sei bei der Industriekultur der Revier-Parteihochburg historisch unglücklich involviert. Duisburg ist einfach das letzte Arsch – und jemand hält seinen hin – gefickt !?

  4. Dr. Ulrich Müller - Naturstadt Homberg, der Berg im Grünen | Meine Hubbrücke 4. August 2018 at 20:59:21 -

    Ergänzung zu Xtranew: „In Teufels Küche“ (Kommentare schon geschlossen)
    https://www.xtranews.de/2018/07/18/in-teufels-kueche-id03196934.html#comment-22663

    >> 2. In Teufels Küche
    >> Doch auch menschliche Sprache könnte, methodisch ähnlich
    >> wie das Erdklima, kausal erforscht werden. Irgendwann ist
    >> Sprache während der menschlichen Evolution entstanden,
    >> unter eventuell präzisierbaren Bedingungen. Und sie wird
    >> sich vermutlich in Zukunft weiterentwickeln, in welche
    >> Richtung auch immer.

    Es gibt auch das Problem der unterlasssenen Sprache. Das Bürger-Bullying der Stadtverwaltung Duisburg unter dem Industriekultur-Regenten Oberbürgermeister Sören Link in der maroden SPD-Parteihochburg Ruhrgebiet und seinem Kultursklaven Thomas Krützberg, Dezernat III Duisburg.

    Unterlassene Sprache als Meidung – Meidung als kostengünstige Bestrafung bei einer gescheiterten Kooperation. (Ich lass mich nicht mehr von den alt-eingessenen SPD-Schwachmaten der Parteihochburg Duisburg mobben!)

    » Ein Grund mit Meiden aufzuhören
    » PIRATEN-Blog Duisburg – http://www.piratenpartei-duisburg.de/ein-grund-mit-meiden-aufzuhoren/

    Eine Sachstandanfrage vom 24. Juni 2018 wird von der Stadtverwaltung Duisburg nicht beantwortet. Dem Bürgerreferat Duisburg wurde zuvor „Grafitti an Lauerbrücke und Bushaltestelle (Haus der ev. Gemeinde)“ mitgeteilt. Ich werde als kritischer Bürger in Duisburg vom SPD-Gesöcks durch Bürger-Bullying abgestraft und andere mit mir, deren Interesse ich wahrnehme.

    Die Antwort als menschliche Sprache ging (als Wesen der Kooperation / Ziel des Leitbildes der Stadt Duisburg) verloren.

    In der Stadt Duisburg versuchen Politik und Stadtverwaltung durch Meidung als Bürger-Bullying zu herrschen.

    Ich wurde sehr zornig in Duisburg!

    Die Protagonisten des sog. ‚Wutbürgers‘ haben den Populismus befördert. Die SPD-Parteihochburg Duisburg wurde zur Hochburg der Populisten – so berichten internationale Publikationen der Politwissenschaften.

    • Dr. Ulrich Müller - Naturstadt Homberg, der Berg im Grünen 5. August 2018 at 22:13:04 -

      Bürger-Bullying in Duisburg ist tatsächlich ein neuer Trend in der Stadtverwaltung, aber selbst auch der großen sog. Volkspartei in der Duisburger Ratsopposition: Auf Eingaben und Mitteilungen des Bürgers wird nicht regagiert. Die seltenen Antworten auf Rückfragen sind dann auch noch grob schwachsinnig im Trend der Industriekultur jener Großkotz-Kleinschwachmaten der Revier-SPD-Parteihochburg – wie das schon mal bei xtranews genannt wurde – oder man verspricht einen telefonischen Rückruf, auf den dann vergeblich gewartet werden kann.
      Ein Beispiel für die Brutalität des Bürger-Bullyings in Duisburg durch administratives Verschleppen ist eine ein Bürgerantrag nach Paragraf 24 der Gemeindeordnung NRW aus 2016 (§24 GO NRW).
      Erst nach heftigem Ringen und umfassendem Schriftverkehr wurde die Eingabe nach § 24 Gemeindeordnung NRW; hier: Kooperation in Duisburg (DS 18-0309) nach mehr als zwei Jahren bearbeitet.
      Link zum Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg: https://sessionnet.krz.de/duisburg/bi/vo0050.asp?__kvonr=20076908

      Das Bürger-Bullying in der Stadt Duisburg ist mittlerweile deutlich plumper, aber auch brutaler geworden als vor etwa zehn Jahren. Damals nahm sich eine juristische Amtsperson mit einer Beamtenstube in der Nähe des Oberbürgermeister-Büros Duisburg das Buch mit den Kommentaren zur Gemeindeordnung NRW und faselte irgendwelchen erfundenden Unfug hinzu, um so die Bürgerrechte einzuschränken und unerwünschte Bürgereingaben abzuwehren.

      Das Innenministerium NRW unter Ralf Jäger (SPD Duisburg) als Kommunalaufsicht hat nicht von Rechtsbeugung gesprochen, als der Petitionsausschuss des Landtages NRW um eine Stellungsnahme bat. Die juristische Amtsperson wurde an einen Schreibtisch im Umweltamt der Stadt Duisburg versenkt.

      Daraufhin organisierte die Stadt Duisburg damals die Bearbeitung von Bürgereingaben neu. Das Rechtsamt Duisburg (Amt 30) wurde zur zentralen Schaltstelle und sollte für einen reibungslosen Ablauf ohne Beamtenwillkür in Duisburg sorgen.

      Doch alles ist nur schnöde Industriekultur der maroden Parteihochburg.

      Heinrich Janßen vom Rechtsamt der Stadt Duisburg, einst Verwaltungsrichter, als für die Stadt Duisburg Bürgereingaben gebunkern. Bürgereingaben werden über Monate und Jahre nicht bearbeitet. Mit ihm geht die Gerechtigkeit in Duisburg einen Weg der schmutzigen Füße, den roten Drecksocken-Pfad vorbei an erloschenen Hochöfen und kalten Stahlstraßen. Wären da nicht sehr engagierte und kluge Mitarbeiter im Rechtsamt wie auch schon in der Staatsanwaltschaft Duisburg, die das Beste trotz des Schwachsinns ihrer Vorgesetzen versuchen – dafür danke ich sehr herzlich!

      Der politisch zur Industriekultur der Parteihochburg konvertierte Amtsleiter Heinrich Janßen vom Rechtsamt der Stadt Duisburg sollte sich einen Krankenschein nehmen, um nicht noch mehr sein Unheil des Unrechts (Verlust der Gerechtigkeit in Duisburg) zu verbreiten.

      Auch die Ratsopposition Duisburg ist mit dem Verwaltungsrichter und Rechtsamtsleiter Heinrich Janßen sehr unzufrieden. Der Landesregierung NRW und Kommunalaufsicht ist bekannt, dass in den Niederschriften der Bezirksvertretrungen angegeben wird, wegen Versäumnissen des Rechtsamtes Duisburg fehlten Beiträge, womit die Niederschrift nicht erstellt werden könnte. Die Bezirksvertreter (und auch die poltisch-interessierten Bürger) müssen dann viele Monate warten.

      Heinrich Janßen, Rechtsamt Duisburg arbeitet, als wolle er den Populismus in der Stadt Duisburg unterstützen.

  5. Duisburg hat eine Klimaschutzbeauftragte. Toll! Frage mich, schützt sie das Wetter, das politische Klima oder das Arbeitsklima?
    Herr Müller,das Arbeitsklima ist prima! In Duisburg gibt es EX-Bedienstete, die verdienen ihr Geld im Schlaf. So z. B. „die mit den Reifen“ und einige mehr.
    Bekommen eigentlich alle Bezirksbürgermeisterstellvertreter ähnliche Aufwandsentschädigungen wie der Hauptehrenvolle? Sollte nicht eigentlich, wenn die Arbeit schon geteilt oder gedrittelt wird, nicht auch das Salär geteilt oder gedrittelt werden?
    Herr Müller, bezüglich fehlender und unvollständiger Niederschriften kann nur eines helfen: Man stelle doch bitte noch mehr Stellvertreter der Stellvertreter der Stellvertreter ein! (Ironie) Und bitteschön immer rotbesockt oder rotkrawattiert!