Die „4“ Trainer Saison – Der VfL Bochum blühte im Endspurt der Saison auf

Was ist hier denn los? Eine Frage die sich viele Menschen im Umfeld des VfL Bochum nach den ersten Vorkommnissen der Saison 2017/2018 stellten.

Trainer Gertjan Verbeek bat seine Mitarbeiter und Spieler zur Eröffnung der Saison zum Trainingsauftakt an die Castroper Straße. An diesem Tag gab es bereits den ersten großen Crash mit umfangreicher Wirkung. Verbeek änderte eigenwillig die Trainingszeit, ohne Mitarbeiter und Vereinsführung darüber zu informieren. Als die Zuschauer zum Training kamen, ging die Lizenzmannschaft gerade wieder in ihre Katakomben. Die Konsequenz lautete: wütende Fans, aber auch wütende Mitarbeiter. Intern musste sich Verbeek den Verantwortlichen des Clubs stellen. Im Trainingslager kam es dann zum kompletten Bruch zwischen Trainer und Verein. Ebenfalls einen Bruch musste Christian Hochstätter verbuchen, als er Felix Bastians vom Hof jagte, um seinen Sohn (Team-Manager) zu schützen. Ein weiteres Arbeitsvverhältnis in der Konstellation Hochstätter/Bastians hätte keinen Sinn gemacht. Die Fans ärgerten sich über den Abgang Bastians.

Gerade im Ruhrgebiet ist es den Zuschauern wichtig, dass eine Nähe zur Mannschaft gegeben ist. Der Fußball im Ruhrgebiet lebt von den Fans und von öffentlichen Trainingseinheiten, wo das Vereinsleben in der Regel praktiziert wird.

Nach der Ära Verbeek übernahm der ehemalige Lotte-Erfolgscoach Atalan, gemeinsam mit Co-Trainer „Jo“ Laumann das Kommando an der Castroper Straße. Die beiden Trainer verpassten es der Mannschaft eine Spielphilosophie zu vermitteln, so dass der Trainer Mannschaftsintern bereits nach den ersten zwei Wochen seinen Kredit verspielt hatte. Eine erfolgsorientierte Zukunft mit Atalan war unter den Umständen nicht möglich. Das Chaos bei den Bochumern war also perfekt. Mit Jens Rasiejewski wurde ein Jugend-Trainer in einer schweren Phase zum Chef-Trainer der Lizenz-Mannschaft befördert. Ein großes Risiko.

Rasiejewski hatte bereits vom ersten Tag an den „Stempel“ Jugendtrainer aufgedrückt bekommen, so dass eine Grundakzeptanz nie vorhanden war.  Am 07.02.2018 trennte sich der VfL Bochum von Chef-Trainer Rasiejewski und Sportchef Christian Hochstätter. Der Rauswurf beider Personalien wurde Wochenlang vom Publikum gefordert.

„Wir danken Christian Hochstätter für über vier Jahre intensiver, vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeit. Allerdings sind wir aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Wochen zu dem Entschluss gekommen, dass das gesamte Team einen neuen Impuls braucht“, sagte Hans-Peter Villis, Aufsichtsratsvorsitzender des VfL zu dieser Entscheidung. Co-Trainer Heiko Butscher übernahm das Team im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 als Interimstrainer. Der neue Impuls an der Linie brachte einen wichtigen 2:1 Sieg im Heimspiel gegen die „Lilien“. Mit Rasiejewski musste auch „Co“ Wagner gehen. Die Blockaden wurden also von einem guten „Chiropraktiker“ namens Villis gelöst. Jeder in der Stadt Bochum war wieder bereit für das gemeinsame Ziel Klassenerhalt über die Grenzen des normalen Pensums zu gehen. Die Stimmung im Stadion erlebte ein Facelifting. Zuschauer und Mannschaft wuchsen schnell zur Einheit. Die Keile zwischen den Fans und dem ehemaligen Sportchef Hochstätter blockierten den VfL Bochum deutlich.

Nach dem Sieg gegen Darmstadt feierten Fans und Mannschaft erstmals nach langer Zeit gemeinsam einen Sieg vor der Ostkurve.  Nach der Entlassung von Sportchef Hochstätter fiel der Verein quasi in eine Ekstase. Als neuen Chef-Trainer präsentierten die Verantwortlichen Robin Dutt. Skepsis machte sich breit. Viele Fans, aber auch Sponsoren des Clubs fragten sich: Was will der eigentlich, Sportdirektor/Trainer??? In Bochum ist Dutt irgendwie beides. Mit Heiko Butscher hat er einen Co-Trainer an der Seite den er bereits aus der gemeinsamen Zeit beim SC Freiburg kennt. Im Breisgau arbeiteten Dutt und Butscher sehr eng zusammen. Dutt führte das Team als Trainer in die Bundesliga, während Butscher das Amt des Spielführers innehatte. Butscher agiert in der täglichen Trainingsarbeit als Lautsprecher auf dem Platz, leitet und korrigiert die Übungen auf dem Feld.

Einen großen Anteil am Klassenerhalt und Aufschwung des Clubs hatten die Fans, da sie das richtige Fingerspitzengefühl hatten. Die Fans haben Erkenntnisse aus der IST-Situation gewonnen und knallhart Konsequenzen gefordert. Der VfL Bochum kann in aktueller Konstellation viel bewegen, wenn alle an einen Strang ziehen.

Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Der VfL Bochum spielte eine Rückrunde für die Geschichtsbücher. Das Team wurde von den neuen Coaches stabilisiert und plötzlich hoffte sogar ganz Bochum auf den Relegationsplatz zur 1. Bundesliga. Von 12 Spielen verlor Dutt nur 2 und kann einen stolzen Arbeitsnachweis von 1,83 Punkte pro Spiel vorweisen. Die Kritiker wurden verstummt. In Bochum hofft man für die neue Spielzeit auf eine gute Kaderzusammenstellung, um endlich unter dem neuen Trainerduo den Bundesligaaufstieg feiern zu können.

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