Schönheitspflege für Männer – Kosmetik ist keine reine Frauendomäne mehr

Ein gepflegtes Äußeres ist ein großes Anliegen von immer mehr Männern. Vorbei scheinen die Zeiten, als einem „richtigen Kerl“ zur Körperpflege Wasser und Seife reichten. Das beweist die Vielfalt an Pflegeprodukten, die in den letzten Jahren speziell für Männer auf den Markt gekommen ist. Dieser öffnet sich Männern immer mehr, weist aber geschlechtsspezifische Unterschiede auf.

Frauen zahlen Pink Tax

Lange Zeit war die Kosmetikwelt eine typische Frauendomäne. Und immer noch müssen Frauen mehr für die Schönheitspflege ausgeben als Männer. Erst vor wenigen Monaten hat eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für viel Aufsehen gesorgt, weil sie die Öffentlichkeit auf eine sogenannte Preisdifferenzierung nach Geschlecht aufmerksam machte. Vermeintlich „weibliche“ Produkte und Dienstleistungen im Schönheitsbereich kosten den Auswertungen zufolge bis zu 200 Prozent mehr als die Version für Männer. So müssen Frauen für einen vergleichbaren Kurzhaarschnitt beim Friseur im Schnitt 12,50 Euro drauflegen. Für weitgehend identische Rasierklingen zahlen Frauen ebenfalls mehr. Das diskriminierende Phänomen wird auch als Pink Tax bezeichne, da es sich dabei „traditionell“ um eine Frauenfarbe handelt.

Schönheitsmarkt für Männer in rasantem Aufschwung

Ob Gesichtsreinigung, Tages- und Nachtpflege, Anti-Aging-Produkte, Augencremes, Masken, Duschgels, Shampoos, Deodorants, Lotions, Hand- und Fußpflegemittel oder verschiedene Artikel für Rasur und Bartpflege: Ein Blick auf das Sortiment von Kosmetikanbietern verdeutlicht, dass das Angebot an Pflegeprodukten für Männer dem für Frauen in nichts nachsteht.

Vielerorts eröffnen neue Barbershops, in den Großstädten findet man Herren-Nagelstudios, und immer mehr Kosmetiksalons bieten kosmetikaffinen Männern speziell auf den Mann zugeschnittene Gesichtsbehandlungen und Enthaarungssession.

Der Boom der Männerkosmetik ist nicht zuletzt auf Trendsetter in Sachen Metrosexualität, wie diverse männliche Modeblogger oder den Ex-Fußballer David Beckham zurückzuführen, der nach seiner erfolgreichen Parfümmarke nun auch eine eigene Pflegelinie lanciert hat. Beckham gilt als Vorreiter auf diesem Gebiet und zeigt, dass Fußball und Schönheitspflege sich nicht ausschließen.

Unterschiede zur Frauenkosmetik

Bei der Fülle der Pflegemittel gibt es nicht nur bei den Preisen geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer und Frauen gehen unterschiedlich bei der Wahl ihrer Kosmetikprodukte und -anwendungen vor. Bei Männern steht eher Pragmatismus statt Genuss im Fokus; entsprechend versprechen Kosmetikprodukte für Männer, die Haut mit einem „absoluten Frischekick“ und „Extra Power“ zu versorgen. Männerprodukte sollen speziell die „toughe“ Männerhaut pflegen. Insbesondere Herrendüfte werben mit dem Versprechen, die Männlichkeit und Attraktivität ihrer Träger zu steigern. So wirbt Axe zum Beispiel mit einem Duft, „der die Frauen provoziert“. Abenteuerlustig, sportlich, selbstbewusst, wild und schnörkellos sind häufige Duftversprechen für den Mann. Männer und Frauen haben aufgrund verschiedener Hautbeschaffenheit tatsächlich unterschiedliche Bedürfnisse bei der Hautpflege. Doch oft besteht der Unterschied eben nur in der Bauform des Tiegels oder der Farbe der Rasierklinge.

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