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Duisburg: AWOcura-Tagespflege setzt Programm bei mittelschwerer Demenz erfolgreich ein

MAKS macht geistig mobil. Die positive Wirkung des Programms für Tagespflege-Gäste mit „milder kognitiver Einschränkung bis mittelschwerer Demenz“ beschreibt ganz aktuell ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt. Die AWOcura-Tagespflege in Vierlinden auf der Rudolfstraße arbeitet nach den Vorgaben der Wissenschaftler von der Universität Erlangen.

 

Gemeinsam mit den AWOcura-Tagespflege-Einrichtungen in Duissern und Homberg hatte das Team um Bettina Pomorin an der sechsmonatigen Studie der Universität vor zwei Jahren teilgenommen. Die Pflegerinnen hatten bereits damals die anregende Wirkung des Programms wahrgenommen. Die Auswertung der Ergebnisse durch die Forschungsgruppe um die Diplom-Psychologin Melanie Straubmeier bestätigte den Eindruck der Praktiker.

Im Artikel des Deutschen Ärzteblatts heißt es dazu: „Die MAKS-Therapie erwies sich bei zu Hause lebenden Menschen mit milder kognitiver Einschränkung (MCI) bis mittelschwerer Demenz, die regelmäßig eine Tagespflegeeinrichtung besuchen, als wirksam.“ Insgesamt 32 Tagespflegen bundesweit nahmen an der Untersuchung teil. Dies weist – nach Einschätzung der Autoren des Aufsatzes – auf eine hohe externe Validität (Gültigkeit) der Ergebnisse hin.

Die Abkürzung MAKS steht für motorische, alltagspraktische, kognitive und soziale Aktivierung der Tagespflegegäste. In der AWOcura-Tagespflege in Vierlinden bestimmen diese Elemente inzwischen das Tagesprogramm. Es teilt den Tag in vier Abschnitte, die jeweils eigene Rituale und feste Punkte enthalten. Jeder dieser Abschnitte ist an den angestrebten Aktivierungen ausgerichtet: Kickern oder Frisbeewerfen stärkt die Motorik, das Schneiden von Gemüse für eine Suppe erhält die Alltagsfähigkeiten. Die Austauschrunden am Morgen, zum Beispiel, was einem am eigenen Namen besonders gefällt, sprechen die sozialen Kompetenzen an. Und bei „Wer wird Millionär“ lässt sich Wissen und Merkfähigkeit schulen. Zum Tagesplan gehörten und gehören auch feste Rituale wie das Singen von ganz bestimmten Liedern, die jeweils den Beginn eines neuen Abschnitts anklingen lassen.

Der Aufsatz im Deutschen Ärzteblatt bestätigt „nach 6 Monaten einen statistisch signifikanten Effekt in der Interventionsgruppe.“ Mit anderen Worten: das MAKS-Programm wirkte sich positiv aus. Als Vergleich dienten dabei die Ergebnisse von Tagespflegeeinrichtungen, die nicht nach diesem Prinzip arbeiteten. Die wissenschaftliche Bestätigung, dass Menschen mit milden kognitiven Einschränkungen bis mittlerer Demenz von dieser gezielten Aktivierung profitieren, nahm die AWOcura-Tagespflege zum Anlass, das Programm fest einzurichten.

„Die Auswertung entspricht unseren Erfahrungen: Unsere Gäste sind dank MAKS geistig und körperlich beweglicher. Darüber hinaus ist uns aufgefallen, dass wir alle viel besser ins Gespräch kommen“, sagt Bettina Pomorin von der AWOcura-Tagespflege Vierlinden. Sie und ihre Kolleginnen Petra Fehlberg, Melanie Melis und Tanja Samek sind von dem Programm überzeugt. Deshalb habe man das Programm inzwischen in den Tagesplan integriert. Bettina Pomorin ergänzt: „Niemand muss mitmachen. Aber alle wollen mitmachen. Denn es bringt Spaß und die Gäste untereinander besser in Kontakt.“