Duisburger Max Bauer: „Ich würde Hannelore Kraft als Parteivorsitzende vorschlagen“

Im April verliess einer der großen Duisburger Nachwuchshoffnungen der SPD die Partei und gründete eine neue Fraktion im Bezirk Meiderich/Beeck. Nach anfänglichen Erfolgen, mit frischen Wind die verkrusteten Strukturen in der Bezirksvertretung aufzubrechen, wurde es im Laufe des letzten Jahres still um den Nachwuchspolitiker. Schlussendlich legte er sein Mandat Ende des Jahres nieder. Wir wollten von Max Bauer wissen, wie er die momentane Situation der SPD einschätzt.

Herr Bauer, Sie haben Ihr Mandat Ende 2017 auf eigenen Wunsch niedergelegt. Bereuen Sie diesen Schritt?

Antwort: Nein. Ich habe mein Mandat gerne ausgeübt und voller Freude, war mir jedoch bei meinem Amtsantritt schon immer bewusst: Alles hat ein Anfang und ein Ende. Man muss immer auf den Boden der Tatsachen bleiben und sich selbst hinterfragen, ob das was man tut, auch zu seinem restlichen Lebenskonzept passt.

Wenn Sie sich die derzeitige SPD anschauen, denken Sie was?

Antwort: Holy Shit! What the Fuck? Erinnert mich so ein wenig an die Sendung „Mindbusters“, in welcher versucht wird durch unterschiedliche Experimente den Wissenstand zu erhöhen. Problem nur: Ich sollte wissen, dass eine Herdplatte die heiß ist, schmerzlich ist. Statt zu lernen, legt man die Hand aber wieder darauf, nach dem Mantra: „Aua, heiß. Aua, heiß. Aua, heiß.“

Meinen Sie, die SPD hat noch eine Chance?

Antwort: Jaein. Die Gefahr ist groß, bzw. es kam ja schon zeitweise dazu, dass sich die SPD hinter der AfD eingliedert. Die SPD hat nur eine einzige Chance und diese nennt sich: Erneuerung. Nun schafft man eine Erneuerung nicht mit alten Personal, welches es schafft von den übrigen gebliebenen 19%, 9,5% zusammen zu halten – es wäre auch keine Erneuerung. Erneuerung schafft man nur mit glaubhaften Impulsen und auch wenn niemand die Personaldebatte in der SPD führen will, muss diese geführt werden. Ohne diese geht es nicht!

Was schwebt Ihnen denn an Personaldebatten vor?

Antwort: Ich bin nicht die SPD und es gab auch seinerzeit gravierende Gründe, warum ich der Partei den Rücken gekehrt habe und meine eigene Fraktion gegründet habe. Die SPD ist konservativer als die CSU, können Sie sich das vorstellen? Ist tatsächlich so. Die SPD ist gerade in Personaldebatten so stark verkrustet und eingefahren, dass es mir als damals zugeordneter Seeheimer schon zu konservativ war. Die sich derzeitig abbildende Situation der SPD ist jedoch so: Dieser Parteivorstand besteht gefühlt schon seit Gerhard Schröder und wurde lediglich durch den ein, oder aber auch anderen Nachrücker „erfrischt“. Für eine Erneuerung muss jedoch der komplette Parteivorstand den Hut nehmen und damit meine ich allesamt.

Und dann?
Antwort: Gibt es Neuwahlen.

Mit wem?

Antwort: Mit allen die sich zur Wahl stellen innerhalb der Partei.

Würde Ihnen jemand einfallen, der die SPD erneuern könnte und Ihr die Glaubwürdigkeit zurückgeben könnte?

NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Duisburg Neudorf – Foto: Thomas Rodenbücher

Antwort: Ich antworte auf SPD-Fragen natürlich mit einem großen Background. Ich war seinerzeit viel im Bundesgebiet unterwegs und bin ziemlich vernetzt. Wenn ich in der derzeitigen Lage in einer entscheidenden Position der Partei wäre, würde ich als neue Parteivorsitzende auf Bundesebene „Hannelore Kraft“ vorschlagen.

Aber Sie hat die Landtagswahlen in NRW verloren…

Antwort: Wen interessiert das? Wir sind alle im Leben schon einmal hingefallen. Hinfallen ist doch dabei nicht das Problem, liegenbleiben aber.

Hannelore, hat seinerzeit einen guten Job gemacht. Sie hat nicht alles richtiggemacht, aber vieles. Ich möchte auch nicht sagen, alle anderen sind schuld an dem SPD-NRW Wahldebakel. Man muss bei sich selbst bleiben. Man hätte seinerseits die Grünen mit Ihrem Konzept der Schulen aufhalten sollten – und wenn es die Koalition hätte platzen lassen in NRW. Dieser und andere Verfahrensfehler waren eben ausschlaggebend für diese Klatsche.

Hannelore, ist in ihrer Person jedoch „unbeschadet“ und genießt einen erstklassigen Ruf: Parteiintern, sowie bei der breiten Bevölkerung. Sie kann überzeugen, ist emphatisch im Gespräch und durchsetzungsstark. Ich würde Ihr persönlich dringend einen Wechsel an die SPD Spitze vorschlagen und ihr ein schlagfertiges Team – generationsübergreifend – zur Seite stellen. Sie kennt zudem die Strukturen in- und auswendig. Sind die Genossen schlau, sprechen Sie mit ihr und überzeugen sie.

4 thoughts on “Duisburger Max Bauer: „Ich würde Hannelore Kraft als Parteivorsitzende vorschlagen“

  1. Ab 23.03.2017 gab es im Laufe des Jahres vier weitere Sitzungen der Bezirksvertreter in Duisburg-Meiderich/Beek. Dazu gab es bisher keine Niederschriften.
    https://sessionnet.krz.de/duisburg/bi/si0041.asp?__ctopic=gr&__kgrnr=28

    Das heißt: In Meiderich/Beek lässt Bezirksbürgermeisterin Frau Daniela Stürmann (SPD Duisburg) zehn Monate auf die Niederschriften warten. Üblicherweise muss dann das Rechtsamt Duisburg zur Ausrede den Kopf hinhalten: „Die Bearbeitung hat sich dort verzögert!“

    Es ist ein Skandal, dass politisch interessierte Bürger so brutal vom lokalen Geschehen ausgeschlossen werden und die Protokolle nicht nachlesen können. Die Redaktionen von WAZ und NRZ schweigen; und solcher Pieselskram liegt unter der Würde von studio.duisburg_wdr.de.

    Nachdem die SPD sowie WAZ- und NRZ-Zeitungsauflagen auf dem Abstieg sind, kommen bald die Rundfunkgebühren der Mietfilmer dran.

  2. Der Meiderich/Beecker Max Bauer wurde gefragt:
    Wenn Sie sich die derzeitige SPD anschauen, denken Sie was?

    Antwort: Holy Shit! What the Fuck? … Problem nur: Ich sollte wissen, dass eine Herdplatte die heiß ist, schmerzlich ist. Statt zu lernen, legt man die Hand aber wieder darauf, nach dem Mantra: „Aua, heiß. Aua, heiß. Aua, heiß.“

    Es wäre interessant, welche Methoden des Duisburger SPD-Bürger-Bullyings im Duisburger Norden angewandt werden.
    Vielleicht will jemand aus dem Umfeld von Max Bauer oder ein Sympathisant über die „bekanntermaßen schmerzlich rot-heiße Herdplatte“ berichten.

    Beispiel 1: Wer im Duisburger Norden ein unerwünscht offenes Wort riskiert, landet mit seinem Fußballverein auf der Antragsliste für Fördergelder von Platz 1 auf dem letzten.

    Beispiel 2: Wer im Duisburger Norden eine unerwünscht kritische Bürgergruppe gründet, wird von SPD-Leuten unterwandert und die kritische Bürgergruppe wird mit faulen Tricks gekapert, wie mir glaubhaft geschildert wurde.

    In anderen Bereichen der Stadt Duisburg kommt da auch schon mal Rechtsbeugung vor, worüber dann jenseits der Stadtgrenzen von Duisburg entschieden wurde, habe ich gehört.

    • … oder:
      Wer sich zu sehr gegen die Interessen der SPD-Politik engagiert, kann bei einem Bauantrag für einen neuen Balkon ewig lange auf die Genehmigung warten, wird erzählt.

      Wer sich zu sehr gegen die Interessen der SPD-Politik engagiert, bekommt nach der Antrag zur Baugenehmigung für eine Garage die blöde Frage gestellt, auf welcher Höhe in Metern über NN die Garage errichtet werden soll. Eigentlich kein Problem, diese Daten sind im GIS Duisburg. Aber wer weiß das schon?

      Aus Angst wird sowas nicht der NRZ oder WAZ Duisburg erzählt oder der Redakteur berichtet nicht darüber, weil er schließlich auf einen Posten bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft spekuliert.

  3. Nachdem Sie, Herr Ted, den IST-Zustand geschildert haben, liefern Sie sicherlich einen modus operandi nach, oder? Ich hoffe, Sie favorisieren nicht den sog. Schwarmantrag! Der geht unseren Königs nämlich am Popo vorbei, wie Sie ja bereits erfahren konnten.
    Helfen Gerichtsverfahren? Helfen rechtskräftige Verurteilungen? Nein, Pattex klebt und klebt und klebt. Ted, haben Sie ein Lösungsmittel?