In Hochfeld eingekeilt von Ego-Shootern

Foto: geralt (gemeinfrei)

Die Rede ist nicht von Computer-Spielen und -Spielern, obwohl die Vokabel ‚Ego-Shooter‘ dies andeuten könnte, sondern von Lärmquellen und deren Verursachern, einem Lärm, der tagsüber und nächtlich produziert wird. Genutzt wird von den Verursachern hauptsächlich aktuelle Trap-Musik, die sehr basslastig erklingt, mit besonders tiefen Bässen, weshalb allgemein von ‚Tiefbässen‘ gesprochen wird. In der Trap-Musik werden die Tiefbässe zudem vielfältig gebrochen: zu hören sind häufig Tiefbassläufe, die rhythmisch wie Maschinengewehrsalven erklingen.

Die Tiefbässe spielen auf Frequenzen, die sich kaum mehr dämmen lassen. Ein Bar-Betreiber in meinem direkten Wohnumfeld in Hochfeld hat dies zu spüren bekommen: Der Betrieb wurde vom Betreiber nach mehrmaligen Gesprächen und Ordnungsstrafen vom Duisburger Ordnungsamt eingestellt.
Wie wäre jedoch privat vorzugehen, wenn sich der Trap-Lärm auf Privatwohnungen als Quelle verlagert, auf Wohnungen, die ohne aufwendigen jedoch zweifelhaften Lärmschutz auszukommen haben? Das Haus, in dem ich seit Mitte 2003 wohne und arbeite, ich arbeite primär an und mit Texten, verfügt lediglich über doppellagige Holzdecken und -böden, die mit Schutt gefüllt wurden. Und die Wand zum Nachbarhaus ist nur einfach: streicht man mit der Hand darüber, ist dies jeweils zu hören.

Die individuelle Freiheit von Menschen gilt in Deutschland viel, um sie jedoch Aufrecht zu erhalten, sind jeweils alle Seiten zu berücksichtigen: die von möglichen Lärmproduzenten als auch die von Menschen, die möglicherweise belästigt werden. Deshalb wurde (a) eine Nacht-Ruhe ab 22:00 Uhr eingeführt, (b) Lärm auf eine Zimmerlautstärke von 30-40 dB begrenzt. Das Gelten der Nacht-Ruhe ist eindeutig, um zu erläutern, was die Vokabel ‚Zimmerlautstärke‘ bedeutet, sind auf typische, relativ leise Wohngeräusche zu verweisen, Gespräche können z.B. dazugehören und ein Kochen und Fernsehen.
Falls man jedoch aus einem Erdgeschoss nichts von typischem Wohnlärm mitbekommt, sähe man von einem etwaigen Türenschlagen und Geschrei einmal ab, allerdings dröhnende Tiefbässe, bei deren Erklingen eine Konzentration auf Texte, ob lesend oder schreibend, aussichtslos ist, ein Lärm, der bis unter die eigenen Kopfhörer dringt, sogar ein Hören von selbstgewählter Musik verhindert, sind Grenzen überschritten. Auch eine etwaige Messung der dB-Werte von Tiefbässen würde daran nichts ändern.

Die basslastige Trap-Musik wurde in den Südstaaten der USA geschaffen, um gleichsam als Ersatz-Revolution zu dienen. Normale Stereo-Anlagen können die tiefen Frequenzen gar nicht wiedergeben, dazu bedarf es spezieller Anlagen mit einem besonderen Bass-Boost. Die Musik ist elektronisch produziert und stark komprimiert. Eine Kompression ermöglicht die Lautstärke-Unterschiede in einem Stück einzuebnen, um bei der Produktion letztlich das Volumen erhöhen zu können, unabhängig von messbaren dB-Werten. Die Technik kennt kennt jeder moderat aus der Fernsehwerbung, die lauter als der jeweilige Film erklingt, obgleich sich die dB-Werte nicht ändern. In diesem Fall sind jedoch musikalische Tiefbässe betroffen, gegen die ohnehin kaum etwas hilft.

Wenn nun tagsüber von einem pubertierenden Jugendlichen aus dem Erdgeschoss und am Wochenende nachts von einem Nachbarn die Ersatz-Revolution geprobt wird, aus welchen Gründen auch immer, ist dies menschlich nicht mehr tragbar. Trotz mehrmaligem Einschreiten der Hausbesitzer und des Ordnungsamtes, ja sogar der Polizei, ist keine Besserung der Lage zu erkennen. Bliebe denn nur eine gerichtliche Klage?

6 thoughts on “In Hochfeld eingekeilt von Ego-Shootern

  1. @Reinhard Matern
    Das folgende ist KEINE RECHTSBERATUNG und ersetzt diese auch nicht!!!

    Da Ihre Nachbarn scheinbar kein Einsehen haben hilft wahrscheinlich nur noch das Äusserste.
    Vorher aber zum Arzt gehen und sich die mit der dauernden Beeinträchtigung einhergehenden Krankheitssymptome bestätigen lassen.
    Insofern käme auch eine Klage wegen Körperverletzung in Betracht.
    https://www.welt.de/gesundheit/article127427184/Dauerhafter-Laerm-ist-Körperverletzung.html
    Bei einer Klage wegen Lärmbelästigung ist jedoch damit zu rechnen, das manche Nachbarn vllt. rabiat werden.
    Auf jeden Fall auch Mietkürzungen in Erwägung ziehen, da auch die Hausbesitzer für „Ruhe/Einhaltung der Hausordnung“ zu sorgen haben.
    Alles schriftlich festhalten mit Zeit und Ort. Wenn nötig Einschreiben mit Rückschein.
    Sollten die Hausbesitzer nicht für Ruhe sorgen, Umzugskosten etc. anmahnen und Umzug in Erwägung ziehen. Die Kosten dann einklagen.
    Wenn Sie ein Bürozimmer haben und dies mietvertragsseitig erlaubt ist, ev. auch Umsatz und Vedienstausfälle anmahnen und einklagen.

    Vorher bitte noch ausreichend rechtzeitig in einen Mieterverein mit Rechtsschutz eintreten sowie eine Rechtsschutzvers. abschliessen.

    Die meisten Leute reagieren wenn es richtig ans Geld geht.

  2. Mietminderung wäre auch das Erste, was mir einfällt. Ist natürlich besonders wirksam, wenn alles der gleiche Vermieter ist.
    http://www.mietminderung.org/mietminderung-bei-laerm-durch-nachbarn/

    Würde auch regelmäßig die Polizei rufen, wenn es laut ist, dann ist dies auch gerichtsfest dokumentiert. Wenn es nur ein Person ist, die hier immer Probleme macht, könnte man je nach Typ Mensch auch ein nachbarschaftliches Gespräch versuchen.

    Je nach Frequenz könnte es auch in den Infraschallbereich gehen, dort würde der „Schall“ direkt auf den Körper wirken.

    Wichtig ist Dokumentation, aber auch Zeugen.

  3. Fragt doch mal im Stadtteil Duisburg-Mitte die Bezirksbürgermeisterin Frau Ulitzka, Elvira SPD Duisburg in der Einwohnerfragestunde, wie das Problem nachbarschaftlich gelöst werden kann.

    • Ich hoffe, dass die SPD-Basis für die GroKo stimmt, damit endlich Schluss wird mit dem verluderten System von Duisburg NRZ, WAZ und SPD.

  4. Die Fragen sollten aber so gestellt werden, dass sie in den Kram der Journalistic Correctness des Jurassic Quark von Duisburg Redaktionsleiter WAZ Oliver Schmeer und Duisburg Redaktionsleiterin NRZ Rosali Kurtzbach passen.

    Man will doch diesen Menschen als Mietfinger der Parteihochburg nicht die Zukunft verbauen und sie der Chance berauben, wegen wohlfeiler Partei-Propagana und unterlassener Berichterstattung keinen Posten bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft und der AOK Gesundheitskasse Rheinland zu bekommen wie ihre Vorgänger.

    Einst war Duisburg Spitze im WAZ-Land durch User-written-Content bei DerWesten.de als Ingo Blazejewski noch in Rheinhausen war. Als Duisburg Redaktionsleiter NRZ hat Ingo Blazejewski alles kaputt gemacht.

    Solche Parteisystem-Surfer nützen eigensüchtig die Schwächen der Parteihochburg Duisburg und Ruhrgebiet aus. Sie ruinieren Duisburg, Ruhrgebiet und die SPD, weil sie den Bericht über die Wirklichkeit unterdrücken oder manipulieren und treten gnadenlos Duisburg, Ruhrgebiet und die SPD in den Absturz.