Frage an Duisburger Verantwortliche: Was ist das Gegenteil einer NoGo-Area?

Ein Filetgrundstück natürlich! Und zwar eins, dass kaum eine andere deutsche Großstadt in dieser Qualität vorzuweisen hat. Ganz nah beim Rathaus (Oh!), nur wenige Minuten zu Fuß von der Königstrasse auf der einen und vom Innenhafen auf der anderen Seite entfernt (Ah!). Angeblich so reizvoll, dass schon heute Bauwillige Schlange stehen (Uh!).

Und jetzt kommts: Nicht einfach nur schnöde Bauwillige, nein Bauwillige der Lebens-Art „Family Office“ (Wow!), so hat es anscheinend Bernd Wortmeyer, hünenhafter Großmogul der Gebag, im Scherz (Haha!) wohlformuliert.

So ähnlich alles nachzulesen in der RP: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/mercatorhaus-kommt-auf-jeden-fall-aid-1.7268735

Und was schließt die RP-Redakteurin aus den wohlklingenden Worten von Bernd W.? Zitat(Auszug): „Gemeint seien wohlhabende Bürger der Stadt, die ihr Geld in Steinen anlegen wollen, statt es für wenig Zinsen auf die Bank zu legen.“

Ja super, wenn es so sein sollte und ich vermute ebenso, dass es so sein sollte. Wenn dann lautmalerisch von Mr. Gebag  auch noch eine Bebauung in einer Art Dorf in der Großstadt erfolgen soll, in dem vor allem gewohnt und gelebt wird (Was sonst?), dann flipp ich doch total aus. Das was ich schon immer gesucht habe. Keine Flüchtlinge, keine Migranten, keine Armen, Alten, Sozialschwache oder gar Schmarotzer, keine Arbeitslosen und keine Arbeiter, nein richtig dörflich so wie früher, als in den Dörfern und prachtvollen Dorfvillen nur die Reichen und Schönen wohnten, während sich der Pöbel und die Bauern in ihren notdürftigen Hütten am Rande der Müllkippe das Bett mit den Haustieren teilen durften.

Fehlt nur noch, dass bald eine neue Duisburger Stadtmauer gebaut wird und ein Schloss. So und spätestens jetzt stellt sich bei mir eine

Regurgitation aus dem Ösophagus

ein. Weshalb auch wieder ein Eimer mit ein wenig Wasser neben mir auf dem Boden steht.

Hier mein Duisburger-Logo-Entwurf 2018 für besonders kreative Stadtgestaltung sowie für die Förderung sozialen Zusammenhalts und – wie sagen die Gewinnerinnen bei Misswahlen immer? WELTFRIEDEN.

 

Ach ja, ich muß gleich morgen früh noch Martin Schulz anrufen, den Typen von der SPD. Hatte der nicht was von Gerechtigkeit gefaselt? Ach nein, das passt hier gar nicht hin. Oder doch? Bitte Herr Link Sie als OB und SPD-Recke, bitte Herr Tum als Aufsichtsratsvorsitzender der Gebag und SPD-Mitglied, bitte Herr Mettler als Aufsichtratsmitglied der Gebag und SPD-Hinterbänkler, äh im Hintergrund agierender Großmeister, können mir vielleicht helfen!?

 

6 thoughts on “Frage an Duisburger Verantwortliche: Was ist das Gegenteil einer NoGo-Area?

  1. Die Bebauung auf der Beispielgrafik in der RP hat schon einen gewissen Wagenburg-Charakter. Jetzt fehlt um das Gelände herum eigentlich nur noch eine hohe Mauer oder ein Zaun (natürlich äs­the­tisch ansprechend gestaltet) und schon haben wir eine „gated community“. Mitten in der Stadt. Für all die wohlhabenden und wertvollen Mitglieder unserer Gesellschaft. Denn ihnen gehört die Zukunft.

  2. Habe den von Herrn Schulze erwähnten Artikel mal kommentiert, der selber schon ein Musterbeispiel an Verwirrnis ist. Der Artikel, nicht Herr Schulze. Der sieht das schon ganz schön richtig:

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/mercatorhaus-kommt-auf-jeden-fall-aid-1.7268735

    Jojo2008
    18.12.2017, 04:51 Uhr

    Im Frühjahr soll’s einen Archtitektenwettbewerb geben und im gleichen Jahr sollen „Bagger anrollen“. Gleichzeitig „könnten ab Januar/Februar die ersten Kaufverträge zur notariellen Beglaubigung vorgelegt werden.“, so Herr Wortmeyer (GEBAG). Bebauungsplan? Ach so, Mist, müssen wir ja auch noch. Und dann soll auch noch, „Quasi als Riegel zwischen den Wohnhäusern und der stark befahrenen Oberstraße (wird) mit Blick aufs Rathaus ein gewerbliches Objekt entstehen.“. InvesTor? Schau’n wir mal. Mal sehen, ob der das Rathaus „umarmt“ wie der geplante Leuchtturmriegel auf dem Bahnhofsvorplatz den Bahnhof. Kuschel-Kuschel. Der bringt mit Sicherheit verbrauchte Energie wieder zurück.

    Was bei dem Modellphoto auffällt: Bei hellichtem Tag sind fast alle Fenster des Projekts von innen beleuchtet. Spricht nicht gerade für ein ökologisches Bewußtsein der Bewohner. Ist vielleicht auch nicht zu erwarten, weil die sowieso nur in Steine investieren wollen. In dem Zusammenhang verstehe ich auch den Begrif „Family Office“ nicht, wie ich so manches in dem etwas wirr geratenen Artikel nicht. Wollen die da jetzt selber wohnen oder nur investieren oder wie oder was? Und die nicht zu vernachlässigende Frage: Wird Mercator selber in sein Haus einziehen oder nur investieren?

    Der Hinweis auf den legendären „Masterplan Innenstadt“ von „Sir“ Norman Foster darf natürlich auch nicht fehlen, diesem Ausbund an Belanglosigkeiten. Und selbst an die hält sich die Stadt nicht, sondern macht Irgendwas im Irgendwo. Stattplanung DU eben.

    Es gilt also weiter das Motto der Duisburger Verweser und Verwalter:

    „Vielfalt durch Einfalt“.

    Harald Jochums / Archetekt DU-RHS

  3. @Harald Jochums
    Die werden dort nur schlafen und tagsüber ist alles wie ausgestorben. Ghetto eben, nur das keiner da sein wird. Rollos werden automatisch rauf und runter gehen, um Leben vorzutäuschen. Kindergeschrei und Hundegebell Fehlanzeige. Beides bäh, oder wenn Kind dann natürlich Ganztagskita und für den Hund was Vergleichbares. Parken muß auch keiner auf der oder an der Strasse, dafür gibts eine Tiefgarage. Keiner kennt keinen und die einzigen die man arbeiten sieht sind die Putzhilfen.
    usw.

  4. Hi Trevino und Harald Jochums.
    Ihr könnt es nicht lassen! 🙂
    Googlet mal „Integrationspauschale“ und „Städtetag“.
    Duisburg ist in Weicheihaft!
    Auch der WDR in Verantwortung von Fernsehdirektor Jörg Schönenborn äußert sich:
    * * * * * Voll daneben! * * * *
    Seite 108   WDR Text   20.12.2017
    AKTUELLES    WDR    NACHRICHTEN    
    Leerstand in Flüchtlingsunterkünften   
     In NRW sind viele kommunale Flücht-    
     lingsunterkünfte kaum belegt. Das hat  
     eine landesweite Umfrage des WDR erge- 
     ben, an der sich 145 Städte und Gemein-
     den beteiligt haben. Somit stehen laut 
     der WDR-Umfrage, die am Mittwoch prä-  
     sentiert wurde, fast ein Drittel der   
     kommunalen Flüchtlingsunterkünfte leer.
     Mit Folgen für die kommunalen Haushal- 
     te: Denn Unterstützung vom Land gibt es
     nur für Flüchtlinge, die tatsächlich in
     der Gemeinde untergebracht sind. Auf   
     den Kosten für die Unterkünfte bleiben 
     die Kommunen sitzen. 
    * * * * *
    Haushaltsberatungen Dortmund 2018 – Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Schilff
    Norbert Schilff, Fraktionsvorsitzender
    Ratssitzung in Dortmund am 14.12.17 (Auszug)
    „Es bleibt ein Skandal, wenn Schulbegleitung und Schulsozialarbeit immer noch nicht auskömmlich und dauerhaft finanziert sind.
    Es bleibt ein Skandal, wenn die Kommunen weiter auf den hohen Kosten für die Langzeitarbeitslosigkeit sitzen bleiben.
    Es ist ein Skandal, wenn das Land den Kommunen immer noch die Integrationspauschale des Bundes vorenthält.
    Es ist ein Skandal, wenn die Städte auf den Kosten für ausreisepflichtige Flüchtlinge sitzen bleiben, weil das Land nach drei Monaten aus der Finanzierung aussteigt.
    Es ist ein Skandal, wenn die Kommunen die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses übertragen bekommen und mit den organisatorischen und personellen Umsetzungsschritten allein gelassen werden.“