Duisburg: AWO Workshops entschlüsseln Zuwanderern die Rätsel des deutschen Mietrechts

Zuwanderer werden auf dem Wohnungsmarkt mitunter Opfer von wenig wohlmeinenden Vermietern. Zudem begegnen ihnen viele Vermieter mit Vorbehalten. Die AWO-Integration hat deshalb in der Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund Rhein-Ruhr e.V. eine Reihe von sechs Workshops gestartet. Fachleute aus der Wohnungswirtschaft informieren anerkannte Flüchtlinge sowie EU-Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien. Sie entschlüsseln für die Zuhörer, welche Rechte und Pflichten sich mit einem Mietvertrag verbinden oder was eine Nebenkostenabrechnung ist.

Entscheidend ist dabei: Die Übersetzung in die Muttersprache erleichtert, sich auf die schwierigen Fragen einlassen zu können. Und: Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat, mit dem sie gegenüber Vermietern ihre erworbenen Kenntnisse dokumentieren können.

Zum Auftakt der Reihe nutzten 30 Zuwanderer aus dem arabisch- und persischsprachigen Raum das Angebot in der Geschäftsstelle der AWO-Integration auf der Duisburger Sprache in Hamborn. Die Fachanwälte Thomas Adam und Sonja Herzberg vom Mieterbund bewältigten die anspruchsvolle Aufgabe dank der Unterstützung durch Hatice Öksüz, die Projektleiterin Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) und Flüchtlingsarbeit bei der AWO-Integration. Hatice Öksüz hatte den Serienstart initiiert und Marua Dib sowie Farnaz Rahmani sowohl als Übersetzerinnen als auch Mitorganisatorinnen gewinnen können.

Hatice Öksüz beschreibt die Herausforderungen für Zuwanderer, wenn sie sich um passende Wohnung bewerben: „Obwohl der Markt in Duisburg als entspannt gilt, stellt die Suche für anerkannte Flüchtlinge als auch für bulgarische und rumänische Zuwanderer eine große Herausforderung dar. Man begegnet ihnen mit Vorbehalten. Hinzu kommen die fehlenden Kenntnisse über die hiesigen Abläufe.“

Die Leiterin der MBE zog eine überaus zufriedene Bilanz nach dem ersten Workshop: „Ich denke, wir konnten den Menschen wirklich helfen und sind sehr konkret auf ihre Fragen und Probleme eingegangen. Die Anwälte haben einfach und verständlich erklärt, worauf es ankommt. Zudem versprechen wir uns einen Multiplikatoren-Effekt. Die Teilnehmer tragen ihr Wissen weiter.“ Ausgesprochen positiv beurteilte auch der Mieterschutzbund Rhein-Ruhr den Auftakt und sicherte zu, mit seinem Wissen die weiteren Workshops zu unterstützen.

In naher Zukunft ist ein Workshop in der zentralen Flüchtlingsunterkunft auf der Memelstraße geplant. Danach folgen Informations-Veranstaltungen in Hochfeld und Marxloh für bulgarische und rumänische Zuwanderer in Hochfeld und in Marxloh.

 

Die Informationsreihe schließt unmittelbar an die Aufgaben der kommunal geförderten Flüchtlingsarbeit an. Darin enthalten ist ein Auszugsmanagement für anerkannte Flüchtlinge. Die Arbeit der Migrationsberatung für Erwachsene wird durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.

Comments are closed.