OB plant Duisburger Wirtschaftsdezernenten zu etablieren – was soll es nutzen?

Huch, was lese ich da ganz aktuell: OB Sören Link plant den u.a. auch vom Unternehmerverband geforderten Wirtschaftsdezernenten (m/w) so langsam aber sicher in die Verwaltung einzubauen. Nur, was soll es nutzen?

Zumindest hat er selbst erkannt oder meine Kommentare zur Minderleistung der hiesigen Wirtschaftsförderung gelesen, dass er sogar in Erwägung zieht die 50%-Beteiligung an der gleichnamigen Gesellschaft aufzulösen.

Genau, weg mit dem Kostenfaktor GfW, immerhin 1,2 Mio Euro Zuschuß pro Jahr. Ob aber ein Wirtschaftsdezernat besser sein wird, ich habe da meine Zweifel. Zumindest hat der OB besser und direkter den Daumen drauf, ihm nutzt es also. Aber wer, der es kann, tut sich Duisburg an? Sicherlich nur für viel Geld machen manche alles. Oder aber der/die KandidatIn wird in den sog. eigenen Reihen gesucht, umso schlimmer.  Diese/r DezernentIn müsste den hiesigen Amateur-Laberern in Sachen Wirtschaft mal ordentlich den Kopf waschen. So viel Mist wie hier passierte und passiert oder aber unterlassen wurde und wird, da bedarf es einer gründlichen Neuausrichtung. Dazu müssen aber Leute mit Rückgrat ran. Wo der OB die herholen will ist die grösste Frage.

Der/Die Neue müsste so viel Dreck umgraben und sich mit so vielen Möchtegern-Mitrednern auseinandersetzen, dass mir schon bei dem Gedanken ganz mitleidig zumute wird. Er/Sie ist schon (mund)tot wenn er/sie anfängt.

Deshalb ist mein Vorschlag: Ein echter Hellboy, ein Freund des Teufels und mit allen Weihwassern gewaschen. Einer der schon Furcht verbreitet wenn er nur zur Tür reinkommt.  Ein Skeletor im Maßanzug der den Investoren Paroli bietet und einen Scheiß auf den ganzen Parteien- und Politiquatsch gibt. Denn mit Digitalisierung und Robotik sowie neuer aufstrebender Konkurrenz aus dem Internet und dem Reich der Mitte gibts richtig was zu tun.

Also, viel Glück Sören Link. Ach ja, und schaffen Sie direkt auch mal DuisburgKontor wieder ab. Den Laden braucht auch keiner. Und noch was: Der/Die Neue sollte ev. Sinologie studiert haben, wir wissen ja alle die Chinesen sind in Duisburg im Kommen. Ein bisschen Pandastreichel-Technik wird da nicht reichen.

Ich tippe mal es wird am Ende ein Typ der ganz viel schwätzt von smart, und Sprüche macht wie: Ihr müsst den Footprint mehr sweaten! oder Topic ist tricky, aber wie languagen wir das?

Es würde mich wundern wenn es anders käme.

Abschließend komme ich noch zum Nutzen. Herrn Link wird es nutzen, und die Wirtschaft die was will, die hätte dann einen direkten Wirtschaftsdraht ins Rathaus. Macht irgendwie Sinn, aber ist eine derartige amtliche Zentralisierung wirklich förderlich, wenn dabei die Unabhängigkeit draufgeht? Ich finde nicht. Auch die geplante Einrichtung eines neuen Dezernats Personal & Digitalisierung finde ich unglücklich. Die Digitalisierung würde ich eher der Wirtschaft zuordnen.

Und zum guten Schluß noch ein Gruß an Frau Angerhausen-Reuter, die Kommunikationschefin der GfW. Sie hat meine Anfragen immer so höflich-unhöflich ignoriert und es nicht für nötig erachtet mir zu antworten. Nun, sollte die GfW tatsächlich aufgelöst werden oder zumindest die Stadt ihre Beteiligung abstoßen, hoffe ich dass Sie daran denken: Hochmut kommt vor dem Fall. Und wie schrieb Emanuel Wertheimer einst so schön:

Hochmut nimmt genau soviel Platz ein wie die Dummheit ihm einräumt.

 

 

3 thoughts on “OB plant Duisburger Wirtschaftsdezernenten zu etablieren – was soll es nutzen?

  1. Neuer Dezernatsposten = Versorgungsposten.
    Nicht alle Dezernenten sind schlecht, aber einige glänzen durch Unfähigkeit. Was den Schluss nahelegt, dass politisches Kalkül wichtiger war als reale Fähigkeiten und Qualifikation.

    Schade das politische Vetternwirtschaft mit zu Politikverdrossenheit beiträgt.

  2. Das vorgeschlagene Profilbild des neuen Wirtschaftsdezernenten könnte sich als treffender erweisen, als sich irgendjemand wünschen kann. Bitte richtet euer Augenmerk auch darauf, dass ihm die Bauaufsicht unterstellt werden soll. Und ich hoffe dringend, dass auch die Aufsichtsbehörde das tut. Programmierter könnte der Interessenskonflikt nicht sein, und auch nicht fataler. Die Bauaufsicht sollte sicherlich nicht der Wirtschaftsförderung entgegenstehen, aber ihr auch nicht vorrangig dienen, ihr obliegt zuallererst die Gefahrenabwehr. Diese Gemengelage hatten wir schon einmal, dass die Sicherheit dem politischen Interesse unterworfen wurde, am Ende standen wir vor 21 Toten. Und nun, während in diesen Tagen die Loveparadeprozesse beginnen, soll diese katastrophale Verquickung institutionalisiert werden. Da wird mir richtig schlecht. Hier wird nicht bloß der Bock zum Gärtner gemacht, sondern gleich der Schlachter zum Tierarzt.

  3. @Klaro
    Danke sehr für diese Ergänzung, so war von mir die Bildwahl insgeheim „auch“ angedacht. Habe ich nur nicht so direkt geschrieben. Schön dass sich in Duisburg Leute finden lassen die mitdenken.
    Gruß Michael Schulze

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