Duisburger DOC-Gelände immer noch ohne neue Idee – bald neue DU-CITY?

Nach dem Aus für das DOC auf der Duisburger Freiheit ist immer noch keine neue Idee für die Brache geäußert worden. Der Eigentümer des Geländes Kurt Krieger hatte sich ja nach dem 24.9. eine Bedenkpause erbeten. Einen ev. Verkauf an die Stadt hatte er nicht generell ausgeschlossen. Die kleinen Parteien und Fraktionen im Rat haben nun für Ende November einen TOP für die Ratssitzung eingereicht, bei dem es um das DOC-Gelände und einen möglichen Kauf durch die Stadt gehen soll.

2010 hatte sie auf den Kauf im Rahmen ihres Vorkaufsrechts noch verzichtet, das machte den Weg für Kurt Krieger frei. Der damalige Kaufpreis lag meiner Kenntnis nach bei rund 17,5 Mio. EURO. In der damaligen Ratssitzung, deren Sitzungsprotokoll mir vorliegt, hatte der damalige Baudezernat-Pabst Dressler als Ablehnungsgründe für den Kauf u.a. die hohe Kaufsumme bei klammem Haushalt, die mögliche Verseuchung des Geländes und ungeklärte Regressforderungen angeführt. Nur ein Stadtratsmitglied (Name ist mir bekannt) stimmte damals für den Kauf.

Warum trotz der Dresslerschen Vorbehalte Investor Krieger kaufte – keine Ahnung – nur Vermutungen habe ich. Egal. Nun kommt es ev. so wie ich es u.a. auch schon vorausgesagt habe. Das Gelände geht vllt. an die Stadt,  die plant wieder wie von Sir Foster vorgeschlagen und am Ende haben wir dort eine neue DU-CITY. Letzteres ist das, was ich schon immer hinter dem ganzen Hin-und-Her vermutet habe. Der neue Mercator-One-Klotz bildet dazu die hervorragende Abschirmung zur alten City. Vorteil der neuen City: Sie wird ev. nur noch einem Investor gehören. Noch Fragen?

Liebe Duisburger und liebe City-Anrainer, laßt Euch einfach weiter verarschen von denen da oben. Oder zeigt ihnen endlich mal was ihr von ihnen haltet (s. Grafik). Wenn meine Vermutung nicht stimmen sollte, dann ist hier jede Menge Platz sie zu entkräften. Mr. Link, Mr. Tum, its your turn.

Der letzte Innenstadtdialog soll ja mit einem Pakt fortgesetzt werden, doch ich schrieb gestern bereits, dass daraus m.M.n. nichts werden wird. Gefundenes Fressen für Herrn Link & Co. um dann endgültig sagen zu können: Die machen ja gar nichts.

Jetzt kommt das Weihnachtsgeschäft, dann das Weihnachtsumtauschgeschäft, dann die Frühjahrskollektionen und die Inventuren. Wer hat da noch Zeit für einen Pakt? So ein Schwachsinn. Aber bitte, belehrt mich eines besseren!

Ganz ehrlich, die Brache ist ein Filetgrundstück, glaubt den irgendjemand, das läßt sich ein Investor entgehen. Selbst wenn kein DOC kommt, Handel wird dort entstehen, und wenn es am Ende eine andere Version der Möbelcenters sein wird, für das Herr Krieger ja bereits 20% City-relevantes Sortiment zugesagt bekommen hatte. Und selbst wenn der Handel nicht auf dem Gelände selbst entsteht, dann eben auf Nachbarschaftsflächen. Sollten auf der Freiheit nämlich -wie von Foster geplant- Wohnungen und Büros entstehen, werden die Anwohner und Büromieter nicht unbedingt gerne in die alte City gehen. Die Diskussion mit den viel zu langen Laufwegen hatten wir ja schon im Zusammenhang mit dem DOC. Und mit dem Auto dorthin zu fahren wäre noch schwachsinniger.

Das Ganze nennt man Plan B.

Nachtrag: Anläßlich einer Neueröffnung eines EDEKA-Supermarktes in Baerl wurde kürzlich in einer Zeitung so schon romantisch beschrieben, dass OB Link gerne frisch einkauft, dass er mal spontan kauft und sich auch mal Einkaufszettelchen macht. Richtig niedlich und gut geeignet um jemanden so darzustellen, dass der Unbedarfte glaubt dieser Mann kann nur gut für Duisburg sein, er ist doch wie wir, einer von uns. Um es mal ganz klar zu sagen: Ist er nicht. Alles Fake-News. Denn bevor wir alle immer in Richtung derer schauen die schon so aussehen als würden sie ständig Fake-News verbreiten, was sie vllt. auch tun, so sollten wir auch genau die unter die Lupe nehmen, die wie Wölfe in Schafspelzen nicht viel besser sind. Sie versprechen uns Arbeitsplätze, Mietpreisbremsen, Wegfall des Soli, weniger Kinder- und Altersarmut …

 

3 thoughts on “Duisburger DOC-Gelände immer noch ohne neue Idee – bald neue DU-CITY?

  1. Diese ewige Rumhampelei mit den InvesToren, deren einzige Idee darin besteht, daß das Geld möglichst schnell dahin fließt, wo es sich am schnellsten vermehrt, geht mir langsam auf den Geist. Und Unsere Städte gehen dabei auch noch kaputt.

    Stelle deshalb als Nutzung Folgendes zur Diskussion, das erste ich der Stadt schon vorgeschlagen hatte (natürlich ohne Resonanz):

    Wir planen ein Internationales Jugendzentrum, das zusammen mit Jugendlichen erdacht und in kleinen Schritten mit einfachen Mitteln (auch mit Eigenleistungen) verwirklicht wird. Das trotzdem notwendige Geld versuchen wir mit „Townfunding“ hereinzuholen, analog zum Crowdfunding. Übrigens gibt es in der rechten Halle schon einen Urwald mit einheimischen Pflanzen, den es zu erhalten gilt und der auch nach oben weiter offen bleiben kann und soll.
    Der Ort dafür ist ideal und wird von Jugendlichen auch schon genutzt, wenn auch wenig zielgerichtet. Hier stört’s keinen, wenn Lärm gemacht wird und Platz genug ist allemal. Und es wäre nicht zuletzt ein wenig Wiedergutachtung für die gewissenlose Loveparade.

    Ergänzend dazu ist auch eine „Rettungsinsel“ denkbar, in und auf der Relikte aus dem Revier gesammelt werden, die ansonsten bei den Abrißorgien auf dem Müll landen.

    Wolkenkuckucksheim? Ein wenig. Als Ansatz aber allemal besser als diese ideenlose, öde Stattplanserei der Stadt und der InvesToren, bei der man nur noch winken kann: Buy-buy, Duisburg, bye-bye

    Und noch eins: Mit den Gebäuderiegeln des LANUVs hat man von Seiten der Stadt erneut ein Gelände (wie schon beim Bahnhofsvorplatz geplant) von der Innenstadt abgeschottet. Planung aus dem Premiumbereich

    Für die Innenstadt habe ich auch Ideen. Dazu später mehr.

    Unser Zusammenleben mal aus einer anderer Blickrichtung zu betrachten, ist auf jeden Fall nicht verkehrt, selbst wenn es im ersten Augenblick so aussieht. Unsere Probleme mit Mitteln lösen zu wollen, die zu den Problemen geführt haben, führt jedoch auf jeden Fall in die Irre …

    Harald Jochums / Archetekt / Duisburg-Rheinhausen

  2. Ich bin für eine Markthalle nur für Eigenproduzenten hier ihre frischen und Selbsthergestellten Nahrungsmittel anbieten können. Alles mit Markthallenflair und Shop in Shop System. Dazu ein Marktplatz wo man frisch gebratenes und gekochtes sofort genießen kann. So ähnlich wie Garküchen in Asien. Natürlich haben Nestle Cola und Co dort Hausverbot.

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