Duisburgs OB zur City: „Wir werden uns von Einzelhandelsflächen trennen müssen … .“

Laut NRZ online ( https://www.nrz.de/staedte/duisburg/ein-neuer-pakt-fuer-die-duisburger-innenstadt-id212491567.html ) soll OB Link beim 3. Innenstadtdialog am vorgestrigen Mittwoch den Satz  „Wir werden uns von Einzelhandelsflächen trennen müssen, um die Innenstadt zu stärken“. gesagt haben und damit Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband  in einer Bestandaufnahme und Zukunftsaussicht zur City zugestimmt haben.

Ich konnte leider zu dem Dialog-Event nicht erscheinen und habe mir deshalb einiges von meinen „Spitzeln“ erzählen lassen. Der Satz soll so oder so ähnlich gefallen sein. Das ist ja sehr interessant, war der OB doch vor dem DOC-Entscheid ein vehementer Verfechter desselben. Und was wäre im DOC wohl entstanden? Genau. Zusätzliche Einzelhandelsflächen, und zwar nicht zu knapp. Weshalb die jetzt in der City verschwinden sollen, obwohl das DOC nicht kommen soll, ist mir ein Rätsel. Ich habe das Gefühl der Mann redet wie es gerade passt und weiß ansonsten gar nicht wovon genau er redet.

Vor allem was meint er mit „Wir“. Ist er selbst involviert oder ist das nur rhetorisch-blödsinniges Politsprech?

Dass nun die City-Anrainer wie Händler und Gastronomen gefragt sind endlich was Adäquates auf die Beine zu stellen, ist eigentlich seit Jahrzehnten, nein, seit Jahrhunderten eine Binsenweisheit. Gegenfrage: Wer denn auch sonst? Da wird keiner kommen und ihnen die Last abnehmen.

„Ja, denkt mal nach was ihr nun machen wollt, Ihr Händler und Gastronomen in der City.“ Bild: jojo 2016

 

Ich habe einigen von ihnen schon vor Monaten gesagt und zwar egal ob das DOC nun kommt oder nicht, dass ein Plan für die City her muss. Passiert ist bis jetzt gar nichts, was ich auch erwartet hatte und es wird auch in Zukunft nichts passieren. Ich habe ihnen Anfang 2016 ein erstes für Sie kostenloses Angebot gemacht und ich habe ausgesprochen viel Einzelhandelserfahrung – Fehlanzeige. Auch IHK, Einzelhandelsverband, City-Du-Marketing und DuisburgKontor sind viel zu unfähig irgendwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen. So soll Peter Joppa von DuisburgKontor zur Adventsbeleuchtung gesagt haben: „Wir wollen die Beleuchtung breiter ziehen.“ womit er anscheinend meinte die Beleuchtung auszuweiten, was ja wirklich eine geniale Idee ist. Ich schlage vor am besten bis Bissingheim. Nur zur Aufmunterung aller interessierten xtranews-LeserInnen: Der Mann kriegt 11 Riesen im Monat. Dafür darf er auch mal solche Sprüche raushauen.

Als ob eine Weihnachtsbeleuchtungsausweitungsundoderverbesserungsstrategie einen signifikanten Effekt hätte. Aber der Mann muß sich ja irgendwie ins Gespräch bringen. Wie gesagt für 11 Riesen pro Monat.

Drei Dinge machen der City zu schaffen: 1. der Online-Handel, der sich bald auch auf den Frischebereich erstrecken wird (z.B. Amazon Fresh), 2. die Unfähigkeit, Geldknappheit sowie Knauserigkeit der Händler, wobei 70% eh Filialisten oder Franchiser sind sowie 3. die teils noch nicht mal auffindbaren Eigentümer von wichtigen City-Immobilien, die somit meist gar nicht mit am Tisch und im Boot sitzen, wenn über die City gesprochen wird.

Wenn nun beim 3. Innenstadtdialog ein Pakt für die City gefordert wurde ist dieser schon am selben Abend reine Makulatur gewesen. Wie soll ein Kaufhof zum Beispiel noch irgendwie mitmischen, wenn er bzw. auch seine kanadischen Besitzer ziemlich in der Klemme stecken?

Und die wenigen planlosen Neubauprojekte(z.B. Mercator One) nutzen vielleicht den Investoren aber nicht Duisburg oder der City.

Aus Marketingsicht muß man sich immer wieder nur eine Frage stellen: Wie lautet der USP (=unique selling proposition) der Duisburger City.

Und wie immer an dieser Stelle verweise ich auf den Spruch auf www.du-city.de:

Die Duisburger City ist so besuchenswert wie ein Bahnhofsklo. Warum soll ich also in die Duisburger City gehen, wenn ich nicht muß?

 

One thought on “Duisburgs OB zur City: „Wir werden uns von Einzelhandelsflächen trennen müssen … .“

  1. Immer wieder das Märchen vom Onlinehandel…

    Ersten haben zahlreiche Geschäfte inzwischen eine Onlinepräsenz und wickeln darüber ihre Geschäfte ab.

    Zweitens kauft man nur das Online, was man woanders nicht bekommt oder wenn es Online günstiger ist. Wobei es Online meist länger dauert, als Offline, denn im Geschäft bekomme ich die Dinge sofort.

    Drittens bei Amazon ist die suche deutlich einfacher, als in der Innenstadt.

    Und der Flächenüberschuss kommt durch immer neue Flächen, die ständig gebaut werden. Da ist Rückbau längst überfällig und für neue Quadratmeter Ladenfläche müsste eigentlich eine Abgabe für den Rückbau von 2 m² fällig werden.

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