Duisburg: 10 Jahre und kein bisschen leise – Projekt LebensWert will weiter Armut stoppen

Auf dem ersten Blick haben Laufschuhe eigentlich nicht direkt etwas mit „Rat und Tat für Bedürftige“ zu tun. Seit 10 Jahren rennt aber der bekannte Marathon-Pater Tobias mit seinem Projekt LebensWert gegen die Armut und soziale Härte in Duisburg-Neumühl an. Am Sonntag, 15. Oktober um 11 Uhr startet die Jubiläumsfeierlichkeit mit einem Festgottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche, Holtener Straße 172 in 47167 Duisburg.

Foto: Projekt LebensWert

Foto: Projekt LebensWert

Beim anschließendem Umtrunk werden die Gäste begrüßt, zu den Gemeindemitgliedern und Neumühler Bürgerinnen und Bürger haben etwa 350 Freunde und Förderer des Projektes deutschlandweit die Einladung angenommen. Für die besondere musikalische Note sorgt das Trio Gospel Train um den Starlight-Express-Musiker und -Dirigenten Bastian von der Linde. Zwei Charity-Aktionen sorgen für Spannung: Zum einen wird ein Mercedes-Bobby-Car – u.a. mit Autogrammen von Rosi Mittermaiers Mann Christian und ihrer Schwester Evi, dem 78-er Handball-Weltmeister Kurt Klühspies, dem Eiskunstlauf-Star Norbert Schramm, dem Schlager-Duo Marianne & Michael und vielen mehr – in Form einer Stillen Auktion versteigert. Des Weiteren wird das Maskottchen ‘Hope‘ des Kinderprojektes in Geldmünzen aufgewogen. Zusätzlich gibt es erstmals Hope als Tasse, Schokolade und Schlüsselanhänger zu kaufen. Eine Video-Collage über 10 Jahre Projekt LebensWert und Interviews gewähren Einblicke in die Projektarbeit. Das Café und die neue Kinderküche können besichtigt werden. Selbstverständlich runden Speisen, Getränke und besonders Spielangebote für Kinder das Programm ab.

Am letzten Sonntag finishte der Neumühler Seelsorger Pater Tobias in Chicago seinen 63. Marathon. Viel interessanter als die Zeit um 4 Stunden 20 Minuten ist das Gesamtspendenergebnis in den letzten 10 Jahren seit dem ersten Marathon in Berlin, der Geburtsstunde des ‘Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH‘. Der Prämonstratenserpater erlief zuletzt auch mit Unterstützung von Flüchtlingen die stolze Summe von knapp 300.000 Euro für benachteiligte Kinder im Duisburger Norden.

Die Projekt LebensWert gemeinnützige GmbH hat sich mittlerweile als feste Instanz in Duisburg etabliert. Neben der allgemeinen Sozialberatung „Rat und Tat für Bedürftige“ deckt es ein breites Spektrum von Hilfsangeboten ab. Dieses geschieht zum einen durch das Unterprojekt „Jugendarbeitslosigkeit verhindern“ aber auch durch das Unterprojekt KiPa-cash-4-kids, das sich speziell im Kampf gegen Kinderarmut stark macht. Seit 2014 betreibt das Projekt LebensWert gGmbH zudem das Café „Offener Treff mit Herz für Jedermann“ als niederschwelliges Angebot, Menschen in Armut können zu sozial-günstigen Preisen an der Gesellschaft teilhaben. In 2015 wurde LebensWert Projektinitiator der „Hilfe für die Flüchtlinge in Duisburg-Neumühl“ um Neuankömmlinge sozial und beruflich zu integrieren.

Das Projekt ist Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb, derzeitig wird eine junge Dame zur Veranstaltungskauffrau ausgebildet, ein syrischer Flüchtling absolviert eine Ausbildung zum Koch. Da das Projekt nicht nur sozialräumlich orientiert ist, sondern auch (multi-)kulturell, wird dem Kochauszubildenden die Chance für seine spätere Existenzgründung gegeben, professionell seine Landesküche anzubieten. Immer wieder gibt es Berührungs- und Kooperationspunkte zwischen den Einzelprojekten, so wie sich zukünftig die Belegschaft des Café -Restaurants auch beim neusten Projekt, der sogenannten „Kinderlernküche“, einbringen wird. Alle Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit der kath. Gemeinde Herz-Jesu mit ihren 5600 Gemeindemitgliedern koordiniert, deren Pastor Pater Tobias seit 2008 ist. Viele Angebote wie die Deutschkurse können einzig durch Ehrenamtliches Engagement angeboten werden. Das Projekt LebensWert finanziert sich allein durch Spenden, eine öffentliche Förderung wurde bisher nicht gewährt.

„Man kommt sich oft wie der Neumühler Don Quichotte in seinem niemals endenden Kampf gegen soziale Missstände vor“, erklärt Pater Tobias metaphorisch. „Aber jedes Lachen der Kinder, Jugendlichen und deren Familien sind Motivation für meine Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und mich die erfolgreiche Arbeit fortzuführen.“

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