Fortuna Düsseldorf – MSV Duisburg – Derby Wahnsinn endet mit Sieg für die Fortuna – Wiesner mit Debüt

Am Montagabend empfing Fortuna Düsseldorf den MSV Duisburg in der ESPRIT-Arena zum Duell in der 2. Bundesliga. Ein Spiel mit höchster Sicherheitsstufe, denn in der Vergangenheit gab es laut Auskünfte der Polizei im Rahmen der Begegnung häufig Auseinandersetzungen. 

Sportlich läuft es bei der Fortuna richtig rund. Das Team unter Friedhelm Funkel und seinem erfahrenen Co-Trainer Peter Hermann (einer der großen Macher im Hintergrund) ist gut in die neue Spielzeit 2017/2018 gestartet. Die Fortuna konnte mit dem 3:1 Sieg gegen die Zebras einen Platz an der Tabellenspitze verteidigen. Der Sieg im Derby gegen die Zebras wurde nach Schlusspfiff lautstark von den Fortuna-Profis und den Fans der 95er gefeiert. Die Humba stimmte Debütant Tim Wiesner an. Er wurde von seinen Team-Kollegen zu diesem Erlebnis quasi gezwungen. Wiesner kam für den verletzten Wolf ins Spiel. Der junge Schlussmann aus Herne zeigte eine gute Leistung bei seinem Debüt in der 2. Bundesliga.

Beim MSV ist die Euphorie nach dem Aufstieg völlig verpufft. Die Spielansätze der Zebras stimmen, aber die Effektivität der Gruev-Truppe vor dem Gehäuse des Gegners ist nicht gegeben, da ein richtiger „Knipser“ in den Reihen der Meidericher fehlt. Ebenfalls gibt es Probleme in der Defensivabteilung. Aktuell sind die Zebras, auch wenn es sich hart anhört die „Schießbude“ der Liga. 19 Gegentore nach 9 Partien. Die Verantwortlichen des MSV Duisburg kommunizieren zwar, dass sie mit der Einstellung der Mannschaft, Qualität des Kaders, aber auch Ansätze zufrieden sind, jedoch fehlen die Ergebnisse.

Im Fußball wird nach Ergebnissen gemessen. Der MSV Duisburg wird sich wohl auch in der Saison dem Abstiegskampf widmen müssen. Die Verantwortlichen könnten  demnächst zum Handeln gezwungen werden, wenn die Ergebnisse weiter diese Kontur behalten.  Für die Zukunftsausrichtung sollte jeder Stein objektiv betrachtet werden, um die richtigen Personen mit Kompetenzen auszustatten. Vor der Partie gab es unnötige Zündungen von Pyrotechnik. Einige Chaoten im MSV-Block zündeten fast 45 Minuten Pyrotechnik.  Es steht fest, dass der MSV mit Konsequenzen aus Frankfurt rechnen muss, da der DFB sich die Bilder ansehen wird, um mögliche Sanktionen zu prüfen. Ein Großteil der MSV-Anhänger unterstütze die Mannschaft großartig, trotz Rückstand stand die Kurve hinter der Zebra-Elf und dem Verein.

Bei der Fortuna herrscht aktuell ein richtiger Aufbruch. Die Mannschaft signalisiert von Woche zur Woche, dass eine Einheit gebildet wurde. Machtkämpfe auf der Führungsebene werden nicht mehr öffentlich ausgetragen, sondern die Inhalte von Diskussionen bleiben intern.  Die Fortuna hat in der Kaderplanung viele richtige Entscheidungen getroffen, da die Breite vorhanden ist, um mögliche Ausfälle zu kompensieren.

Die Partie am Montagabend begann ziemlich rasch. Die Gastgeber setzten die Zebras bereits in der Anfangsphase mächtig unter Druck. Unaufmerksamkeiten der Gäste aus Duisburg wurden konsequent bestraft. Hennings traf in der 3. Spielminute zum 1:0 für die Fortuna. Der Jubel ziemlich verhalten auf der Trainerbank der 95er, da beide Trainer eine sehr große Ruhe an den Tag bringen.

Nur wenige Minuten später war der Jubel ein wenig größer, denn Publikumsliebling Oliver „Oliii“ Fink verwandelte zum 2:0 (6. Spielminute). Die Fans auf der Tribüne sorgten mit ihrer Unterstützung für eine einmalige Derby-Kulisse.

Nach einem Foulspiel der Fortuna entschied Schiedsrichter Robert Schröder aus Hannover auf Strafstoß für die Zebras. Fortuna Keeper Raphael Wolf hatte seine Fankurve im Rücken und konnte den von Moritz Stoppelkamp ausgeführten Strafstoß sicher parieren. Der Sportdirektor des MSV Duisburg Ivica Grlic bot den 41. 764 Zuschauern wieder mal ein übliches  Bild, da er bei fast allen Entscheidungen des Schiedsrichtergespann fast theatralisch aufsprang und zum vierten Offiziellen rannte.

Die Gäste aus Duisburg konnten sich nach dem frühen Rückstand und dem verschossenen Elfmeter ins Spiel zurückkämpfen. Am Ende des Tages boten beide Teams den Zuschauern eine sehr attraktive Ligapartie. Die Kulisse am Rande des Derbys war definitiv Reif für die 1. Liga. Viele Fans nutzen dieses Spiel, um mit ihren Kumpels im Vorfeld die Altstadt zu rocken, oder eben eine Schiffstour von Duisburg nach Düsseldorf zu organisieren. Ebenfalls wird das Derby in der Öffentlichkeit gerne „Straßenbahn-Derby“ genant, da die U79 beide Stadien eng verbindet und bis zur den Wurzeln der Zebras fährt, nämlich mit der Endstation: Meiderich Bf.

Insgesamt gesehen war der Montagabend ein gelungener für alle Fußballfans. Die Zebra-Anhänger sahen erneut ein Team, was sich zerrissen hat, aber es einfach an Qualität bzw. Umsetzung fehlt. Die Fortuna hat sich in der Liga ordentlich Respekt erarbeitet, da die Tabellenführung nicht von ungefähr kommt, sondern Geduld und harte konsequente Arbeit nun Früchte bringt. Etwas traurig war Fortuna-Spieler Andre Hoffmann nach der Partie. „Hoffi“, wie sie ihn alle nennen spielte 10,5 Jahre für die Duisburger und wurde in der Zeit 2 x mit der Fritz-Walter Medaille ausgezeichnet. Sein Vertrag bei der Fortuna läuft bis 2020. 47. Partien in Liga 1 stehen ebenfalls auf dem Konto. Hoffmann wird eine wichtige Säule der Fortuna, denn er gilt als großes Talent im deutschen Fußball. Seine Verletzungen waren ihn zurück, so bestritt er in einer schweren Phase 16 Monate kein BL-Einsatz. Nun ist „Hoffi“ wieder in der Nähe der Familie und kann bei der Fortuna aufblühen. Einen Einsatz gegen seine alte Liebe Duisburg hätte er sicherlich verdient gehabt.

 

 

Comments are closed.