Duisburg: Verkehrs-Verknotungs-Punkt und die Abschaffung eines Landschaftsschutzgebietes

Die Hornitexter sind eine sehr aktive Bürgerinitiative und immer wieder veröffentliche ich ihre Pressemeldungen um ihr Anliegen zu unterstützen. So wie heute. Es geht dabei um die umstrittene Verkehrsanbindung des Logistikgeländes und dem Hallenneubau auf dem ehemaligen Hornitextgelände zwischen Duisburg-Homberg und Baerl und es geht um Arbeitsplätze die vollmundig versprochen werden, aber gar nicht entstehen.
Vorausgegangen waren Wochen mit einer schlecht eingerichteten Baustelle. Jetzt steht eine Ampelanlage, die den Verkehr zwischen ausfahrenden Fahrzeugen und dem fließenden Verkehr an der Rheindeichstraße (ehem. Hornitexgelände) regeln soll. Bezirksbürgermeister Paschmann behauptet, dass durch die Errichtung einer LKW-Sperre, Schwerlast-LKWs gezwungen sind, nur in Richtung BAB 42 abzubiegen. Worüber er nichts sagt, ist, dass die LKWs die Hallen auf der Rheindeichstraße auch von der anderen Seite erreichen können.
Der zusätzlich aufkommende LKW-Verkehr wird auch über die BAB 40 kommen und dann durch Homberg oder Hochheide fahren. Das belastet die stark befahrenen Duisburger- und Rheinpreussen-/Lauerstraße zusätzlich. Ebenso wird durch die Logistik mit Auslieferfahrzeugen bis zu 7,49 t zu rechnen sein. Diese Fahrzeuge dürfen sehr wohl an der Sperre rechts Richtung Homberg abbiegen. Außerdem können linksabgebogene LKW nach kurzer Distanz wenden und so die Sperre umfahren.Es wird auch gerne vom Gewerbepark gesprochen. Richtig ist, dass dieses Gewerbegebiet in ein Industriegebiet umgewandelt werden soll. Damit können andere Voraussetzungen geschaffen werden, z.B. 24 h Betrieb, auch an Wochenenden auf dem Gelände.Das Wort „Landschaftsschutz“ wird in einem WAZ-Artikel (vom 19.9.2017) zu dem Logistikprojekt peinlichst vermieden. Stattdessen spricht darin der Bezirksbürgermeister Paschmann von 700 zu pflanzenden Bäumen. Dabei führt jeder Quadratmeter versiegelter Fläche gesetzlich zwingend zu Kompensationsmaßnahmen. Bei den erwähnten Anpflanzungen handelt es sich daher nicht eine freiwillige Leistung des Projektentwicklers, sondern um eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Die Frage bleibt: warum muss dafür ein Landschaftsschutzgebiet zerstört werden?

Arbeitsplätze? Fehlanzeige!

Das Thema Arbeitsplätze wird als wichtigstes Argument immer wieder bemüht. Von den erwähnten 400 Arbeitsplätzen spricht heute niemand mehr. Zur Zeit werden dort in den Hallen ca. 30 Menschen beschäftigt. Duisburger sind so gut wie nicht zu sichten – die parkenden Autos kommen aus ganz NRW! Welcher Vorteil erwächst daraus den Duisburgern?

Aus den Altlasten des Geländes sind Neulasten geworden. So handelt es sich bei dem Untergrundmaterial der Hallenneubauten um Abraum der Klasse Z1, welches nicht in Trinkwasserschutzgebiete verbaut werden darf. Das zeigt doch, dass das Material alles andere als harmlos ist. Über eine Geruchsbelästigung durch dieses Material wurde die Bürgerinitiative „Die Hornitexter“ bereits im Dezember 2016 von Bürgern informiert.

Dass ein Satzungsbeschluss bezüglich der Bebauung Anfang 2018 käme, wie in der WAZ von der SPD behauptet (besagter Artikel vom 19.09.17), ist sehr zu bezweifeln. Selbiger darf erst gefasst werden, wenn alle Offenlegungsverfahren beendet und die Einwände der Bürger eingearbeitet worden sind. Zur Zeit werden diese vom Planungsamt der Stadt noch bearbeitet.

In dem WAZ-Artikel vom 28.9.2017 zum Thema Hallenbau wird irrtümlich dargestellt, dass die Hallen rechts der Stichstraße und somit ins Landschaftsschutzgebiet liegend erstellt werden. Richtig ist, dass der Hallenneubau an die bereits bestehenden Hallen 1-3 angrenzt. Auch nur dafür liegt seitens der Stadt eine Baugenehmigung vor. Ein Hallenneubau in das Landschaftsschutzgebiet hinein ist nur mit Änderung des bestehenden Flächennutzungsplans möglich.

Fazit: Der geplante Flächenfraß am Landschaftsschutzgebiet wird weiterhin von der Bürgerinitiative „Die Hornitexter“ und den Anliegern vehement abgelehnt!

 

Jürgen Hagenguth
für die Bürgerintiative „Die Hornitexter“
www.diehornitexter.wordpress.com
www.facebook.com/diehornitexter
bi.hornitexter@gmail.com
Tel. 01751043798
Anmerkung:
Ich möchte an dieser Stelle nochmals vertieft und zusätzlich auf die -wie so oft- versprochenen Arbeitsplätze eingehen.
Duisburg vermarktet sich ja geradezu überschwenglich als Logistikstandort, was sicherlich nicht falsch ist. Jedoch ist die Logistik in Duisburg schwerpunktmässig sehr monothematisch ausgerichtet, es geht nämlich hauptsächlich nur um Lagerung und Transport und Umschlag.  Sämtliche anderen Aspekte der Logistik sind eher Fehlanzeige und unterbesetzt.
Problematisch an der Duisburger Logistik ist die zukünftige Entwicklung hinsichtlich der Arbeitsplätze. Gerade die Logistik ist was Lagerung und Transport und Umschlag angeht sicherlich einer der boomenden Wirtschaftszweige, jedoch nur im Bereich der Haus-zu-Haus-Belieferung (Amazon & Co.) wirklich auch künftig noch personalintensiv. In allen anderen Bereichen von denen die Duisburger Verantwortlichen immer schwärmen, drohen massive Arbeitsplatzverluste. Gerade eine derartige Logistik ist besonders von der Digitalisierung betroffen, die wiederum sehr viele Arbeitskräfte überflüssig machen wird.
Versprechen in der Richtung, dass hier Arbeitsplätze geschaffen werden, müssen fast schon als Lüge bezeichnet werden. Politiker wie Herr Paschmann sollten daran gemessen werden was sie an Arbeitsplätzen versprechen, wenn sie schon wollen, dass man die von ihnen gepriesenen Projekte überhaupt unterstützt. Ansonsten sollte Leute wie er in die Wüste geschickt werden.

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