Zehn Jahre EU-Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien – AWO Fachtagung in Duisburg

Schlagwörter wie „Arbeiterstrich“ und „Schrottimmobilien“ halten das Thema in den Medien gerade vor Wahlen präsent. Zugleich wird die Zuwanderung von EU-Bürgern aus Südosteuropa inhaltlich kaum hinterfragt, zu wenig auf die Menschen geschaut. Die AWO-Integration setzt sich mit den Entwicklungen, die 2007 mit der EU-Mitgliedschaft von Rumänien und Bulgarien einsetzten, auseinander. Mit der Fachtagung am 29. September im Tectrum auf der Bismarckstraße 142 in Duisburg- Neudorf werden „Lokale Erfahrungen und gesellschaftliche Anforderungen“ zusammengebracht. Ab 10 Uhr diskutieren Fachleute aus der gesamten Bundesrepublik die Aspekte der EU-Zuwanderung aus den beiden Ländern. Eine Anmeldung zu der Fachtagung, die vom AWO-Bundesverband und der AWO-Integration organisiert wird, ist nach wie vor über die Internetseite des AWO-Bundesverbands möglich. (http://tagungen.awo.org/index.php?id=2&seminar=4718fbd4d1895d5b3d1a6d9d054205da)

Berichte aus dem lokalen Alltag stellen AWO-Vertreter aus München, Bremerhaven und Duisburg vor. Für die AWO-Integration wird Joachim Krauß die Situation zum Beispiel in Hochfeld oder Marxloh beleuchten. Gerade die lokalen Auswirkungen der Migrationsbewegung will das Expertentreffen in den Mittelpunkt stellen. Dabei geht es nicht allein um „Armutszuwanderung“, wie sie gerade in Duisburg oft thematisiert und problematisiert wird. Es geht auch um den Gewinn den die Gesellschaft durch den Arbeitskräftezuzug erfährt.

Die gesellschaftlichen Anforderungen erläutern im zweiten Teil des Fachtages eine Expertin des AWO-Bundesverbandes sowie ein Mitglied des DGB-Bundesvorstandes und eine Vertreterin der gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung von Asylsuchenden. In einem 30-minütigen Impulsreferat beschreibt am Nachmittag Prof. Dr. Wolfgang Benz von der TU Berlin die Stigmatisierung von Zuwandern. Der Titel seines Vortrags lautet: „Arme unerwünscht.“ Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der AWO-Integration fasst zum Abschluss die Ergebnisse des Fachtages zusammen und stellt in einem Ausblick die notwendigen Handlungskonsequenzen vor.

Karl-August Schwarthans: „Die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien verweist auf strukturelle Integrations-Defizite in unserer Gesellschaft. Deutschland war auf die Entwicklung, die vor zehn Jahren einsetzte, nicht vorbereitet. Wir sind es in vielen Bereichen nach wie vor nicht. Der Fachtag beschreibt diese Schieflage. Zugleich wollen wir notwendige Konsequenzen anmahnen. Zuwanderung ist ein Thema in unserem Land und wird uns auch in Zukunft beschäftigen wird. Umso wichtiger ist es aus den Erfahrungen zu lernen, um eine konstruktive und zielführende Integration auf den Weg zu bringen.“

Anmeldungen sind auch durch eine Nachricht an koster@awo-integration.de möglich. Weitere Informationen erteilt Joachim Krauß unter 0203-40000101 oder krauss@awo-integration.de.

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