Duisburg: 15. größte Stadt Deutschlands, Binnenhafen von Weltrang, 1a-Lage in Europa, Konzern Duisburg, aber politisch ein Ramschladen

In den letzten Wochen wurde mir immer wieder der Vorwurf gemacht – auf Facebook, in Mails oder auch persönlich- ich würde den amtierenden OB Sören Link besonders ins Visier nehmen.

Hier und jetzt, an dieser Stelle nochmals ganz deutlich für alle: Ja, ich nehme den Mann ins Visier, na und?  Er ist (noch) die Stadtspitze, der 1. Mann in Duisburg, er muß sich jeder Kritik stellen. Auch meiner.  Aber keine Bange, Politiker wie er sitzen das aus, so wie sie auch alles andere an Kritik aussitzen. Das haben sie ganz brav auf der Politikerschule gelernt und von ihren Partei-Vorbildern.

Herr Link bringt m.M.n. eben nichts wirklich Gutes auf den Weg. Ansonsten mag er ja ganz lieb und nett sein, ein guter Ehemann, ein guter Sohn, ein Freund, ein Kumpel, ein MSV-Fan, aber als OB ist er ein Ausfall. Pest und Cholera würde ich ja verbal auch nicht mit Samthandschuhen anfassen, nur um ihnen noch was Positives abzugewinnen. Da gibt es nichts Positives.

Um das Ganze nun jedoch zu krönen, und um dem schläfrigen Wahlk-r-ampf-Modus dieser Tage doch noch ein wenig entgegen zu setzen, und um auch Sören Link mal aus der direkten Schußlinie zu nehmen, weite ich meine Kritik einfach mal aus. Warum sollen ich und ein paar wenige unverzagte Kritiker die sich noch bemerkbar machen, während alle anderen, die das aufgrund politischer Stellung und Verantwortung machen müssten, entweder aus Faulheit, Dummheit, Angst, Arroganz, Überlegenheitsgefühl, Schlauheit, Witzigkeit, Abgebrühtheit, Opportunismus, Duckmäusertum oder sonstwas, schweigen.

Ich meine, die meisten PolitikerInnen in Amt und Würden in Duisburg inkl. Stadtratsmitgliedern kriegen es nicht einmal hin ihre eigene Leistung und die Kritik an der Minderleistung des politischen Gegners so zu formulieren, dass es möglichst viele Leute(Bürger, Wähler) mitkriegen. Hier in Duisburg kann die Politik und Verwaltung Scheiße zu Gold erklären und den gegnerischen Profis stößt es nicht mal übel auf.

Ausdrücklich ausgenommen sind die von „Die Partei“, die nehmen sowieso alles nicht so ernst.

Klar, bei Kleinkram (Ampelanlagen, Kreisverkehr und blablabla) haben alle irgendwie eine grosse Fresse, da engagieren sie sich, aber bei den wichtigen elementaren Dingen? Fehlanzeige. Scheinbar gibt es keine Typen mehr mit eigener Meinung, die auch mal richtig auf den Putz hauen und den politischen Gegner verbal mal so richtig angehen. Irgendwie alles Konsens mit Soße. Der Knoten muß doch mal platzen! Fazit: Politisch ein Ramschladen = billige politische Beliebigkeit wo man nur hinschaut.

Es gibt jetzt sicherlich eine Menge Leute die sich angesprochen (angegriffen) fühlen müssten.

Deshalb warte ich mal geduldig auf die vielen Dementis, Gegendarstellungen und auf die vielen Aufreger à la „der ist ja übergeschnappt, durchgedreht, größenwahnsinnig!“, „wie kann der sowas sagen?“, „der will sich nur wichtigmachen!“ usw.

Da wird hoffentlich was „kommen“. Da muß was „kommen“. Und wenn nichts „kommt“, dann hab ich einfach recht mit meiner Meinung. So wie im Falle Link, von ihm „kommt“ auch nie was: kein Dementi, keine Gegendarstellung, kein Aufreger. Also muß was dran sein, an dem was ich an ihm kritisiere? Oder ist er sich zu fein für den Abstieg in meine Niederungen? „Hoffart kommt vor dem Sturz und Hochmut kommt vor dem Fall.“ (Salomos Kapitel 16 Vers 18)

Also los, „Ring frei“ für den verbalen Schlagabtausch, der auch hier in Duisburg so gut wie gar mehr stattfindet. Das Wahlvorspiel ist bisher mehr ein SchlagABTAUCH. Kommt also raus aus Euren Politik- und Stadtratlöchern in denen ihr Euch jetzt verkriecht oder schon verkrochen habt und schreibt mir was ihr konkret politisch für Duisburg tut und drauf habt, damit Duisburg weiß, warum es Euch wählen soll – in Kürze und in sonst wann! Das Leben geht ja trotz September-Wahlen weiter. Und ganz ehrlich: Ich verlieb mich ja fast schon in diesen FDP-Typen im T-shirt, so bescheuert nichtssagend sind die anderen Plakate.

Ich will aber nichts lesen von irgendwelchem „Kleinkram“, der zwar auch wichtig ist aber eben nicht so wichtig. Ich will was lesen von Zukunftsideen, -visionen, von Bildung und Integration, von Zukunftsarbeitsplätzen und Haushaltsfinanzen. Was Ihr besser machen wollt als die die es zur Zeit machen. Die OB-Wahl ist da nur ein kleines Geplänkel, und so wichtig ist der OB aus SPD-Politiksicht gar nicht, sonst wäre es ja nicht Herr Link ihr Kandidat.

 

PS: Nein, ich bin nicht übergeschnappt, durchgedreht, größenwahnsinnig.

PSS: Ist irgendeiner von den oben Angesprochenen mal hingegangen und hat Herrn Krieger öffentlich  den Marsch geblasen was seine Kampagne füs DOC angeht und wie er Duisburg dabei zum Spielball macht? Nö. Aber in blöden internen Meetings und Kampagnen-Rohrkrepierern wie „Ideen für Duisburg“ immer alles schönlabern, ja das können sie.

PSSS: Ich erinnere nochmals an das ärmliche Wahlplakat: Sören Link – Unser Oberbürgermeister. Meine Güte wie gruselig. Als wären wir alle doof.

2 thoughts on “Duisburg: 15. größte Stadt Deutschlands, Binnenhafen von Weltrang, 1a-Lage in Europa, Konzern Duisburg, aber politisch ein Ramschladen

  1. Herr Schulze ist einer der wenigen, die Tacheles, Klartext reden und wird dafür natürlich angefeindet. Das gleiche ist mir auch geschehen, seit ich vor ca. 35 Jahren angefangen habe, den Verwesern und Verwaltern der Stadt ein wenig Vernuft und Kreativität anzudienen, allein meine Vorschläge (siehe auch 2 Artikel auf Xtranews) auf dem Gebiet Stadtentwicklung und Demokratie samt und sonders im besten Fall negiert wurden.

    Was soll ich denn einem kreativen Menschen erzählen, warum er nach Duisburg ziehen soll? Und solche Menschen brauchen wir auch. Nicht nur Menschen mit Geld oder InvesToren, die unsere Stadt besetzen. Leider gibt es nichts, wovon ich erzählen kann.

    Wir Bürger und Bürgerinnen müssen aber auch lernen, uns bemerkbar zu machen, unsere Bedürfnisse einzufordern, Ideen für unsere Stadt zu entwickeln und einzuklagen.

    Ansonsten können wir den Slogan für unsere Stadt ausgeben: „Buy-buy, Duisburg, bye-bye“

    Harald Jochums / u.a. Archetekt für Ökologisches Bauen / Duisburg-Rheinhausen