Duisburger OB-Kandidat mit Format und Weitsicht erwünscht und Wahlwerbung ist lustig!

„Duisburger OB-Kandidat mit Format und Weitsicht erwünscht.“ so lautet der Tenor eines WAZ-Artikels von vorgestern Abend. Darin geht es um die teils peinlichen(!) Vorstellungen von vier OB-Kandidaten (Link, Meyer, Wolters, Kocalar) anläßlich einer Podiumsveranstaltung im Djäzz zum Thema Kultur in Duisburg. Und Luise Hoyer (Kultursprung) wünscht sich angeblich sogar „einen mit Esprit und Ideen“. Da war wohl bei allen vieren nicht so viel von zu bemerken.

Ich möchte das Geschehen aufgreifen um mal zu spekulieren, daß wenn Kandidaten teils schon bei derartigen Events so schlecht vorbereitet sind und das kurz vor einer Wahl, was erwartet uns dann erst nach der Wahl und/oder zu viel wichtigeren Themen – womit ich der Kultur ihre Wichtigkeit nicht absprechen will.

Der Wahlkampf ist ja nun schon eine ganze Woche auch in Duisburg im Gange, doch so allzu viel tut sich nicht. Auch die Werbeplakate sind teils jenseits von gut und böse – so hohl und bedeutungslos wie z.B. das von Sören Link  mit dem Untertitel UNSER OBERBÜRGERMEISTER. Wie gut, dass wir daran erinnert werden.

Auch bundesweit gibts einige Dönekes. Den Vogel ab schießt zB die SPD mit ihrer Schulz-Werbung auf Gummibärchen-Tütchen. Da wird die Null im 2017 gleich mal durch das Konterfei des Kandidaten ersetzt. Welch ein Wahl-Versprechen.

Oder ein Fundstück auf der FDP-Seite. „Vorankommen durch eigene Leistung.“ heißt es im Werbebanner auf der Unterseite „Programm“. Naja mit einer Rakete kommt man zwar schnell voran im Sinne von weg, aber nicht mehr zurück. Gemeint sind wahrscheinlich die Daniel Düsentriebs Deutschlands oder die die in Rüstungsfirmen Karriere machen, wer weiß.

Wie gut, dass zumindest das #NRWIR der SPD aus der Landtagswahl nicht erneut zum Einsatz kommt. So manch einer hatte im Vorbeifahren ja eher #NRWIRR und KRAFTLOS gelesen und deshalb auch das Kreuzchen lieber bei CDU oder FDP gemacht.

Was Thomas Wolters(FDP) für ein Geschenkpaket in Händen hält, das man in seinen Kandidaten-Filmchen entdecken kann, das weiß ich übrigens immer noch nicht.

 

Last but not least habe ich mir noch „Meine Ziele“ von OB-Kandidat Gerhard Meyer angeschaut, die er aktuell auf seiner

Internet-Seite www.meyer-duisburg.de präsentiert.  Ich „entdecke“ einen Logistikplan (klingt verdammt gut – besonders das Master) sowie Freizeit, Grün, Kultur und Sport. So kann nichts mehr schiefgehen in Duisburg.

Der ganze schäbige Rest soll so weiterlaufen? Das kann es nicht sein Herr Meyer. Wo sind die aggressiven Hiebe auf den Amtsinhaber, die Verweise auf dessen Fehler und Unterlassungen? Wo sind der Rest an Wirtschaft, die Verwaltung, das Soziale, die Bildung, die Jugend, die WeißGottnochwas?

Und, verdammt wo bleibt die Power, die agile Durchsetzungskraft, der Schwung, der Wille, die Empörung, das Versprechen?

Zwinkert der Mann mich vllt. mit rechts an? Ist das seine Masche? Man, der Zielgruppen-Trick ist wirklich gut. Gehört ihm vllt. sogar das kleine Segelboot im Hintergrund? Wäre ich eine Frau um die 50, ich würde mich wahrscheinlich verlieben. Ein kleiner Hund an Bord und ein Einstecktuch mit maritimem Motiv Marke „Güldener Anker“ wären die Krönung meiner schlaflosen Nächte.

 

So Leute, nun schickt uns die von Euch entdeckten Wahlwerbefundstücke. Natürlich nur das schräge Zeug. Danke und ahoi.

 

 

 

One thought on “Duisburger OB-Kandidat mit Format und Weitsicht erwünscht und Wahlwerbung ist lustig!

  1. Hier das Bundestags-Wahlwerbungs-Bla-Bla im Überblick:

    http://www.designtagebuch.de/die-plakate-zur-bundestagswahl-2017/

    Übrigens: Frau Merkel hatte im letzten Wahlkampf sinngemäß plakatiert, daß es besser wird, wenn wir zusammenarbeiten. Hatte sie daraufhin angeschrieben und gefragt, wie sie sich unsere Zusammenarbeit vorstellt. Ihre Antwort blieb leider aus. Schade. Hätte gerne mit ihr Musik gemacht und ihr den Marsch geblasen.

    Die SPD titelte indes: Das WIR entscheidet. Das scheint ein Druckfehler gewesen zu sein. Richtig hätte es heißen müssen: Das WIRR entscheidet. In Duisburg meinte die zuständige Bundestagsabgeordnete hingegen: Das DU entscheidet. Da hat mich damals ganz schön verwirrt …

    Auch was die OB-Wahlwerbung angeht, kann ich Herrn Schulze nur zustimmen. Die Kandidaten sind wie ihre Werbung: Nichtssagend

    Harald Jochums / DU-Rheinhausen