Brücken und Strassen marode: Duisburgs FDP fordert Aktionskreis – nennt aber nicht die Schuldigen

Liebe Wählerinnen und Wähler, die Wahlen stehen kurz bevor und der Wahlkampf kommt nicht so richtig in Fahrt. Doch stop, apropos Fahrt, da gibts doch irgendwas mit Autos und Verkehr. Und tatsächlich, Martin Schulz fordert die E-Auto-Quote und in Duisburg der FDP-Kandiditat für den OB-Posten, Thomas Wolters, fordert einen Aktionskreis gegen den drohenden Stau wegen maroder Brücken und Strassen. Ich berichtete gestern in einem anderen Artikel kurz darüber.

Und ich forderte Herrn Wolters auf mal endlich Ross und Reiter zu nennen, damit die Wählerinnen und Wähler vor der Wahl noch wissen wem sie Staus und Umleitungen zu verdanken haben.

Geld scheint ja genug da zu sein, nur eben nicht für die wesentlichen Dinge. Für Otto Normalbürger klingt das erstmal logisch, er schert sich nicht um Zuständigkeiten. So gehts mir auch, selbst wenn ich es als Journalist besser weiß. Deshalb wird mir aktuell auch auf Facebook vorgeworfen genau diese Diffenrenzierungen nicht vorgenommen zu haben. Denn ich schrieb(Zitat): FDP-Mann Wolters hat sich aktuell zwar zum Brückendilemma in Duisburg geäußert und einen Aktionskreis mit Fachleuten gefordert – wie gut das er nicht Arbeitskreis gesagt hat! (Wenn Du nicht mehr weiter weiß´, gründe einen Arbeitskreis.) Für einen Wahlkampf finde ich das allerdings ziemlich zaghaft.  Hätte er doch mal so richtig vom Leder gezogen und das Brückendesaster erstmal den Richtigen in die Schuhe geschoben. Ganz ehrlich: Kein Geld für die Unterhaltung und Instandsetzung von Brücken in einer Stadt an zwei Flüssen, die u.a. von der Logistik lebt. Das muß man erstmal hinkriegen. Dagegen jede Menge rausgeschmissene „Kohle“ für Landesarchiv, Küppersmühle, Mercatorhalle undundund.

Manch ein Schlaumeier scheint meine Artikel wohl nicht richtig zu lesen und/oder sie lieber umzudeuten und dabei die Poltik noch in Schutz zu nehmen. Ich tippe mal Marcel Lohbeck ist selbst Genosse.

Wenn eine Politik es über Jahre hinweg schafft immer weiter alte und neue Instanzen zu pflegen und zu entwickeln und damit immer wieder Möglichkeiten für Ausreden à la „Ich war es nicht, der war es.“ dann stimmt da was im System nicht.

Den Normalo interessiert der Föderalismus nicht, er steht im Stau, muß Umwege fahren und seine Kinder gehen in bruchreife Schulen. Jeder der hier nach den Schuldigen sucht, wird bei der Politik und bei den Parteien fündig, die das Ganze verbocken u.a. weil sie ein System am Laufen halten, dass nur noch von Ihnen selbst durchblickt werden kann, weil sie es selbst kontrollieren. Anis Amri war und ist ein trauriges Beispiel. Welch ein Trost für die Opfer und die Hinterbliebenen.

Aber nun gleitet den „Machern“ vieles aus der Hand und nur noch fade Ausreden und Schuldzuschiebereien bleiben übrig.

Mir ist ehrlich gesagt scheiß egal ob ich die Dinge in einen Topf schmeiße, ich will das sie erledigt werden.

Denn selbst wenn die Zuständigkeiten beim Bund, beim Land, bei der Stadt oder bei irgendeinem Eigenbetrieb oder sonstwas liegen, immer sind Politiker bestimmter Parteien und Fraktionen daran beteiligt. Das eint die Master of Desaster weshalb man auch vom berühmten Sack sprechen kann auf den man draufhaut und immer den/die Richtigen trifft.

Ich habe lediglich gefordert, dass Herr Wolters die Leute im Sack auch benennt, bevor er einen Aktionskreis gründet der nur wieder eine neue Instanz der Ausreden und Schuldzuschiebereien bedeutet.

 

Und noch was Marcel: Blinder Hahn, wenn schon, denn schon.

 

 

 

 

3 thoughts on “Brücken und Strassen marode: Duisburgs FDP fordert Aktionskreis – nennt aber nicht die Schuldigen

  1. Sehr geehrter Herr Schulze,
    natürlich könnte ich „vom Leder ziehen“ und langatmig erklären, dass die frühere NRW-Landesregierung, bestehend aus SPD und Grünen daran Schuld ist, dass die Autobahnbrücke nicht schon lange repariert wurde, bzw. nicht bereits vor Jahren die Planungen für einen Neubau erfolgt sind. Und natürlich könnte ich die Oberbürgermeister Link und Sauerland beschuldigen, sich nicht viel früher bereits um dieses (absehbare) Problem gekümmert zu haben. Aber die sind fast alle nicht mehr da, um irgendeine Verantwortung zu übernehmen! Vor allem: was hilft es den Menschen, die sich täglich durch das Duisburger Verkehrs-Chaos quälen? Bewegen sich die Automassen schneller, wenn man einen Schuldigen hat? Ich glaube nicht. Ich will weiß Gott keinen einzigen beschützen, der hier etwas verbockt hat, aber mir geht es um Lösungen für das aktuelle Problem und nicht um folgenlose Schuldzuweisungen. Neben dem vom OB einzuberufenen „Aktionskreis“ habe ich auch handfeste Lösungsvorschläge unterbreitet, wie Behelfsbrücken oder Fährbetriebe, die jetzt von Fachleuten (im Aktionskreis) weiter durchdacht und ausgearbeitet werden sollten. Aber wie wir unsere Stadtspitze kennen, passiert da mal wieder nix… (weil die Ideen von der falschen politischen Seite kommen).

  2. Wenn Carsten Tum seine Arbeit machen würde, bräuchte es keinen solchen Kreis. Schließlich müsst er den Verkehr so planen, dass er fließt. Oder halt andere Optionen ins Spiel bringen. Etwa eine Alleinfahrermaut.

  3. michael schulze 15. August 2017 at 13:28:33 -

    @Thomas Wolters
    Na, so wissen aber mal alle Bescheid wem sie das Chaos und die verschwendete Lebenszeit zu verdanken haben.
    Sicherlich geht es nicht schneller, wenn man nun Schuldige benennt, aber dann könnte man sich auch die Bestrafung jeden Einbrechers sparen, wenn der die geklauten Sachen schon verscherbelt hat und das Geld dafür verprasst hat.

    Mir ist das alles viel zu zaghaft. Politschuldige können zZ noch nicht bestraft werden, ausser mit Nichtwahl, zumindest darum gehts mir. Und SIE sollten sich als echte Alternative verkaufen und nicht als mild-verständnisvoller Mitfünfziger.