Seit Donnerstag ist es offiziell: Yasar Durmus kandidiert für den OB-Posten

Yasar Durmus (47) ist nun offizieller parteiloser Kandidat für die kommende OB-Wahl – ich berichtete bereits im Vorfeld darüber. Gestern um 15 Uhr gab er in Bruckhausen seine erste Pressekonferenz, doch ich konnte leider aus terminlichen Gründen nicht vor Ort sein. Ich erhielt auf Nachfrage von seinem Pressesprecher Ali Osman Yayla sofort eine Rückmeldung mit der kurzen Begrüßungsrede des Kandidaten. Noch offen sind die Fragen an den Kandidaten die ich auch ihm, so wie bereits seinen Kontrahenten, im Rahmen unseres xtranews-OB-Checks gesendet habe.

 

Sehr geehrte Damen und Herrn, sehr geehrte Medienvertreter, liebe Freunde und Nachbarn,

auch ich möchte sie recht herzlich begrüßen und freue mich, dass Sie unserer Einladung zur heutigen Pressekonferenz gefolgt sind.

Ich heiße Yasar Durmus und bin 47 Jahre alt, bin verheiratet und Vater von 4 wundervollen Kindern und wurde in der Türkei, Bayburt, geboren und bin seit 1977 Duisburger, Ich bin hier groß geworden und habe die Schule in Duisburg erfolgreich beendet.

Seit 1998 arbeite ich bei ThyssenKrupp und bin ebenfalls Vertrauensmann in dem Unternehmen.

Ich bin Gründer des Sportvereins Bayburt e.V., Mitgründer des Fußballvereins TSV Duisburg e.V. und Bayburt Kulturverein. Bis vor meiner Kandidatur war ich außerdem der Vorsitzende der Yildirim Beyazid Moschee. Dieses Amt habe ich niedergelegt, um mich auf den Wahlkampf zu konzentrieren und um Politik und Religion zu trennen. Das möchte ich hiermit nochmals betonen. Zusammenfassend kann ich auf über 25 Jahre Erfahrung in der Arbeit meines Engagement zurückgreifen.

Was ist der Grund für meine Kandidatur?

Wir sind seit den 60er Jahren Duisburger. Wir haben uns in den unterschiedlichsten Berufsgruppen etabliert. Wir sind sehr glücklich hier in Duisburg zu leben und identifizieren uns mit der Stadt.

Wir sind Duisburg.

An einem für uns besonderen Feiertag gab es ein tragisches Ereignis, worüber wir sehr schockiert sind. Kurz darauf äußerte sich unsere noch Oberbürgermeister, Sören Link, und zeigte allen Duisburgern was er von uns hält und beleidigt uns alle als „asozial bleibt asoial“. Statt sich für seine rechtsorientierte Äußerung zu entschuldigen, bestätigte er mit seinem Verhalten seine Aussage. Gerade von einem Oberbürgermeister, der Mitglied einer sozialdemokratischen Partei ist, können wir dieses Verhalten nicht nachvollziehen, da dies nicht zu einer sozialdemokratischen Partei passt. Dieses Verhalten führte dazu, dass wir uns abgestoßen fühlen und uns sehr kränkte. Wir haben solch eine Beleidigung von unserem gewählten Bürgermeister nicht erwartet. Ebenfalls hat diese Beleidigung unsere gebürtigen deutschen Freunde und Nachbarn schockiert, da sich solch eine rechtsorientierte Beleidigung in einer sozialdemokratischen Partei nichts zu suchen hat.

Als Oberbürgermeister sollte Herr Link als Vorbild auftreten und besonderes der multikulturellen Duisburger Gesellschaft zeigen, dass alle Menschen hier willkommen sind. Solch ein Verhalten gehört sich nicht für einen Amtsträger. Da wir als Duisburger dies nicht hinnehmen, habe ich mich als OB Kandidat für Duisburg aufgestellt.

Politische Ziele:

1. Meine erste Amtshandlung besteht darin, dass ich die Türen im Rathaus für alle Bürger öffne und für alle Zeit offenlassen werde. Alle Duisburger sollen die Möglichkeit haben gehört zu werden. So wie es für ärztliche Notfälle ein 24 stündige Notfallhotline gibt, werde ich auch für alle Duisburger eine 24 stündige Hotline für die dringenden Belange der Duisburger einrichten.

2. Ich werde gemeinsam mit allen Duisburger Bürgerinitiativen eine Einrichtung schaffen, um sämtliche Belange der Bürger schnellstmöglich zu lösen. In jedem Stadtteil wird es eine Art Niederlassung geben, in der jeder Bürger sein Anliegen nahebringen darf. So soll gewährleistet werden, dass wir sämtliche Bürger erreichen.

3. Wir haben derzeit die Situation, dass wir eine immer ältere Gesellschaft haben. Gleichzeitig fehlen die Mittel, um unsere älteren Mitbürger optimal betreuen zu können. Darüber hinaus fehlt vor allem den Jugendlichen soziale Verantwortung. Ich werde ein Projekt auf die Beine stellen, womit ich all diese Probleme lösen werde. Unsere Schüler und Jugendlichen sollen in einem sozialen Projekt Verantwortung übernehmen und die Nähe zu unseren älteren Mitmenschen finden. Somit soll ebenfalls ein soziales Verantwortungsbewusstsein entwickelt werden, was sich positiv auf unsere heranwachsenden Mitbürger und unsere älteren Mitmenschen auswirken wird.

4. Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Kindergartenbeitrag abgeschafft wird. Duisburger zu sein soll ein Privileg sein und keine Belastung. In Städten wie z.B. Düsseldorf, und viele weiteren Städten, gibt es keine Kindergartenbeiträge. Dies sollten ebenfalls in Duisburg so sein.

5. Das wichtigste zum Schluss: ich werde Duisburg als Stadt dahinführen wo sie hingehört. Diese Stadt wird ein Vorzeigemodell für die gesamte Bundesrepublik sein. Alle Menschen sollen sich hier wohlfühlen und niemand soll sich hier benachteiligt fühlen. Wie erfolgreiche Integration funktioniert, werde ich beweisen.

 

Sehr geehrte Damen und Herrn, sehr geehrte Medienvertreter, am 24.09.2017 ist die OB-Wahl. Wir sind ein wesentlicher Bestandteil Duisburgs und werden mit den Mitteln der Demokratie eine Antwort liefern und zeigen wer hier asozial ist und dafür sorgen, dass die Stadt einen Oberbürgermeister bekommt, den diese Stadt verdient hat.

Unsere Slogan für die Wahl lautet:
– Wir sind Duisburg.
– Wir werden eins sein.
– Wir werden es gemeinsam erreichen.

2 thoughts on “Seit Donnerstag ist es offiziell: Yasar Durmus kandidiert für den OB-Posten

  1. barbara celarent 15. August 2017 at 10:18:59 -

    Ob „beleidigt sein“ die beste Motivation für eine OB-Kandidatur ist, sei dahingestellt, als hinreichendes Qualifikationsmerkmal für einen solchen Posten taugt es jedenfalls genau so wenig wie allein die Erfahrung in der Leitung einer Moschee-Gemeinde.

    Kein einziges Wort verliert er über eine Durchsetzungsstrategie für seine allumfassenden populistischen Heilsversprechen. “ In jedem Stadtteil wird es eine Art Niederlassung geben, in der jeder Bürger sein Anliegen nahebringen darf.[sic!]“ löst nicht die uns allen längst bekannten Probleme Duisburgs.

    Welche Maßnahmen zur Behebung welcher Missstände will er treffen? Ist ihm bekannt, dass ein OB relativ wenig Macht hat und mit Rat und Verwaltung kooperieren muss,, oder missdeutet er die Aufgaben und Machtbefugnisse eines OB ahnlich wie Trump es als Präsident tut?

    Wie ist er politisch einzuordnen? Die Duisburger WAZ unterstellt ihm heute online auf Grundlage seines facebook-Profils eine Nähe zu Erdogan,: ob und inwieweit das zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen.

    Bevor ich überhaupt anfangen würde nachzudenken, ob ich ihm eventuell meine Stimme gäbe, wüsste ich gerne mehr über diesen Mann, der Duisburg great again machen möchte. Die journalistische Herausforderung, dies zu leisten, dürfte sich in überschaubarem Rahmen bewegen.