DFB Pokalfinale Rückblick: Fans verwandelten Stadt zur Fußballfestung

Das DFB Pokalfinale in Berlin ist ein Highlight für alle Fußballfans der Republik, etwas über 74.000 Zuschauer passen beim Finale in das legendäre Olympiastadion Berlin. Der DFB hätte für die Partie Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund rund 500 000 Karten absetzen können. An echte Fußballfans gehen die wenigsten Karten, denn viele Plätze sind am Pokalabend für Sponsoren, Funktionäre etc. eingeplant. Zum Ärger vieler Fans wird das Pokalfinale immer mehr zum Event. Das Pokalfinale sollte ein Fußballevent bleiben und kein Show-Event. In der Hauptstadt war am letzten Mai-Wochenende sehr viel los, denn neben dem Kirchentag, DFB-Pokalfinale zählte der Veranstaltungskalender der Stadt Berlin über 2000 Kleinveranstaltungen.

Die Hotels waren zu 97 % belegt. Die Hotelpreise haben sich automatisch der Nachfrage angepasst. Alle Jahre wieder ist der BVB zu Gast in Berlin. Die Borussia aus Dortmund schaffte es nun zum vierten Mal in Folge ins DFB Pokalfinale. 3 x unterlag das Team, 2 x vs. Bayern München 14/16 und 2015 gegen den VfL Wolfsburg. Nun sollte es mit dem Titel gegen die Eintracht aus Hessen klappen. Das Kovac-Team krönte eine solide Spielzeit mit dem Erlebnis in Berlin. Spannend ist es zu sehen, wie die Massen an Fußballfans an dem Pokalendspiel-Wochenende Berlin erobern. Die Autobahnen aus NRW nach Berlin sind jedes Jahr voll mit Borussen-Anhängern. Die Eintracht war nach 11 Jahren (2006) endlich wieder in Berlin vertreten. Während die Dortmunder mittlerweile eingespielt sind mit den Gegebenheiten in Berlin mussten sich die Hessen erstmal wieder zurechtfinden in der Hauptstadt.

Zum Feiern im Vorfeld stand der Eintracht-Delegation der Alexanderplatz in Berlin/Mitte zur Verfügung. Hier haben am Samstag vor dem Pokalendspiel zahlreiche Events stattgefunden. Die Eintracht begrüßte u.a. Helden von früher auf die „Waldbühne“. Die Hymne Schwatz Weiß wie Schnee schallte ebenfalls lautstark aus den Boxen. Borussia Dortmund feierte traditionell auf dem Breitscheidplatz in Berlin am Kurfürstendamm. Hier ließen die Borussen es in den letzten Jahren ordentlich krachen. Im aktuellen Kalenderjahr entschied man sich aber ein wenig auf Zurückhaltung. Zu einem da man die letzten drei Endspiele verlor, aber eben auch weil in der Weihnachtszeit 2016 der Anschlag mit dem LKW an genau diesem Ort vollzogen wurde. Aus Solidarität feierten die BVB Anhänger in Maßen die Finalteilnahme. Ausgelassen gefeiert wurde im Berliner Olympiastadion von beiden Fanlagern, sie verwandelten das legendäre Stadion zur Fußballfestung. Auf dem Stadionvorplatz wurden wieder zig Aktionen durchgeführt, wie Torwandschießen, Fotos mit dem DFB Pokal, Malaktionen etc.

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Das Finale hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem echten Knaller entwickelt. Jeder Fußballfan möchte gerne einmal mit seiner Truppe nach Berlin. Bayern München schaffte es in den letzten Jahren nicht diese Stimmung aufzubringen. Die FCB-Profis und Fans sehen das Finale eher als Pflichttermin, während man bei Eintracht Frankfurt, aber auch Borussia Dortmund eine Wertschätzung der Fans empfand. Innerhalb des Stadions ging es dann richtig zur Sache, da die Eintracht-Fans eine herrliche Choreographie erstellt hatten und die BVB-Fans einige Pyro-Gegenstände zündeten, aber verbal eine einmalige Lautstärke erreichten. Der DFB sieht die Pyrotechnik nicht gerne, aber im gesunden Maße gehört aus unserer Sicht diese Pyro-Technik zum Fußball und Erhalt der Tradition dazu so lange keiner damit körperlich geschädigt wird. Die Bilder um diese Technik sind einmalig für den Zuschauer vor Ort, aber eben auch an den Bildschirmen. Richtig laut wurde es in Berlin beim Auftritt von Schlager-Königin Helene Fischer, als sie in der Halbzeitpause das Lied atemlos anstimmte konnte man das Pfeifkonzert gegen die Show-Einlage nicht stoppen.

Der Widerstand war einfach zu groß. Viele Schlagzeilen in Medien und Kommentare in sozialen Medien folgten. Dabei war nicht Helene Fischer der Grund zum Pfeifkonzert, sondern die Tatsache, dass der DFB die Halbzeitpause für einen Event nutzt. Hierüber wird es immer unterschiedliche Meinungen geben. Wichtig ist nun aber, dass der DFB sich als Veranstalter hinsetzt und eine Analyse betreibt, wie man das Pokalfinale Fanfreundlich hält. Am Ende des Tages hieß der Pokalsieger nach einem sportlich spannenden Finale Borussia Dortmund. Das Team von EX-BVB Coach Thomas Tuchel bezwang die Eintracht mit 2:1. Die Party begann dann richtig. Beim BVB bemerkte man den Ausbruch der Emotionen. Viele Lasten sind von Fans und Spieler gefallen. Die Eintracht-Delegation war allerdings auch Stolz auf ihre Elf und feierte das Team lautstark. Die Nacht wurde in Berlin zum Tage. Der BVB flog nach Dortmund, um am Sonntag mit Hunderttausenden auf dem Borsigplatz zu feiern, während die Eintracht am Rathaus einen gebührenden Empfang erhielt.

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