Duisburg: Eltern-Demo am 3. Juli – Schulpflegschaft EDuS will auf massive Probleme hinweisen

Die Stadtschulpflegschaft EDuS hat aufgrund der problematischen Situation an vielen Duisburger Schulen beschlossen am 3. Juli 2017 um 14:30 eine DEMO auf dem Rathausplatz zu veranstalten. Ziel ist es, dass in Duisburg in Zukunft ein größerer Schwerpunkt auf das Thema Bildung gelegt wird. Auch wenn die Kommune klamm ist, kann man durch eine bessere Organisation der Verwaltung einiges mehr erreichen und erzielen, als dass was in den letzten sagen wir mal 10 Jahren hier umgesetzt oder besser nicht umgesetzt wurde. Der fehlende Schulentwicklungsplan ist da nur ein Beispiel um auch längerfristig Projekte ins Auge zufassen, die innerhalb des Haushalts verabschiedet werden können, oder für die man sich dann um Projektgelder bei Land und Bund bewerben kann.
 
In den letzten Jahren ist einfach viel zu wenig investiert worden, und auch die Gelder aus GuteSchule2020 reichen nicht um den Notstand an Duisburger Schulen zu beheben. Während andere Standorte die Gelder in den Ausbau der Digitalisierung oder Fachräume investieren können, saniert Duisburg die Schultoiletten, so dass das Programm sich eher der guten Toilette2020 nähert…Letzteres hätte im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge, so wie viele andere Maßnahmen auch, Bestandteil jährlicher städtischer Investitionen sein müssen und auch dementsprechend geplant werden müssen. 
 
Weitere Planungen zum Ausbau, Umbau und Neubau, der nicht nur den gestiegenen Bürgerzahlen in Duisburg angemessen wäre, sondern auch für die verschiedensten Anforderungen die an das System Schule heutzutage gestellt werden stellen eine dringende Notwendigkeit dar! Schule wird immer mehr zum Lebensraum für die Kinder. Hier fehlt allerdings ein ordentlicher Schulentwicklungsplan um für solche Großprojekte im Vorfeld schon das notwendige Personal stellen zu können, und auch rechtzeitig Aufträge dafür zu vergeben. Dabei ist es von großer Notwendigkeit z.B. schon heute die Anmeldungen in den Kindergärten für zukünftige Planungen zu berücksichtigen. Um nur ein Beispiel zu nennen, in Duisburg Baerl haben 120 Eltern keinen KIGA Platz bekommen. Wo sollen diese Kinder in 3 Jahren zur Schule gehen? Wieviel Raum ist zudem dann für die OGS vorhanden?
 
Der Ausbau des offenen Ganztages an den Grundschulen findet trotz gestiegener Nachfrage nicht statt und in diesem Jahr gibt es viele Eltern, die trotz Wunsch keinen OGS Platz bekommen. Es ist allgemein gewünscht, dass möglichst jeder Mensch sich verwirklichen kann und für seine Eigensicherung sorgt, also beide Eltern die Möglichkeit erhalten zu arbeiten. Damit dies in der heutigen Zeit gelingt, müssen die Kinder über die reine Schulzeit hinaus betreut werden. Da Schule immer mehr zum Lebensraum wird in dem Kinder ihre Zeit verbringen muss auch an dieser Stelle in Quantität und Qualität investiert werden. Es handelt sich dabei zunächst um einen Betrag von 480 Euro/Schüler der von der Kommune geleistet werden muss. Den Rest bezuschusst das Land. Dieser Aspekt sollte insbesondere auch im Sinne der Steigerung der Chancengleichheit für alle Schüler*innen gesehen werden. Auch der gebundene Ganztag an den Gymnasien wurde in Duisburg in den letzten Jahren nicht weiter ausgebaut. 
 
Toiletten: Wir als Eltern haben eine kostenneutrale Lösung für die Reinigungsarbeiten in großen Schulsystemen vorgeschlagen, die sich mit den Kennzahlen und der Bandbreite für die Reinigungsleistung die an Schule zu erbringen ist vereinbaren lässt. Somit wäre es möglich die Toiletten 2x tgl zu reinigen. Kleinere Grundschulen in der Nähe können zudem sogar noch mit versorgt werden. Generell werden jedoch einfach mehr Reinigungskräfte benötigt. Ebenso helfen Hausmeister vor Ort kleinere Schäden direkt zu beheben und damit zu  verhindern, dass möglicherweise ein durch wenige Schüler*innen hervorgerufener Zustand ein sich selbstverstärkender Prozeß wird (nach dem Motto, hier sieht es ja schon so schlimm aus, dann kann ich es ja auch noch schlimmer gestalten…).
 
Digitalisierung: Es gibt keinen Plan in wieweit der Ausbau der Digitalisierung an Duisburger Schulen gestaltet werden soll. Jetzt gibt es zwar durch „GuteSchule2020“ Breitbandanschlüsse für fast? jede? Schule. Aber damit ist es ja nicht getan. Während an anderen Schulen in NRW die Klassen schon mit Beamer, Tablets, LapTops, PCs, Whiteboards etc. ausgestattet sind hinkt Duisburg hinterher. Hier muss außerdem wieder der Schulterschluss in die Fortbildung der Lehrer*innen mit dem Land getätigt werden.
 
Fehlendes Personal: Bezüglich der Lehrer sind wir als EDuS mit dem Ministerium in Kontakt. Es wird zu diesem Thema außerdem auch eine weiterführende Podiumsdiskussion mit Politik aus Land und Kommune am 5.7. geben zu der wir Sie noch informieren werden. Die Kommune hat die Möglichkeit auch hier die Schulen zu unterstützen in dem mehr Mittel bereitgestellt werden, z.B. für Sekretariate, Psychologen, Dolmetscher, Schulsozialarbeiter, Schulbegleiter etc. Aus den Herausforderungen denen sich die einzelnen Systeme hier stellen müssen gehen unterschiedliche Notwendigkeiten hervor. Auch das Prinzip Geld statt Stelle welches vom Land! finanziert wird, wird hier in Duisburg nur schlecht bis gar nicht in Anspruch genommen…An dieser Stelle ist es besonders schwierig, da unterschiedliche Zuständigkeiten herrschen und viele verschiedene Gesetzmäßigkeiten beachtet werden müssen. Dennoch kann auch hier die Kommune entscheidend dazu beitragen die Situation vor Ort zu verbessern und insbesondere für die Brennpunkte mehr Mittel zur Verfügung stellen. Dort, wie aber auch in vielen anderen Schulen (bedarfsorientiert) sollte zudem eine Elternbegleitung vor Ort ermöglicht werden, die durch die Stadt finanziert wird! 
 
Wenn wir uns den Haushaltsplan anschauen, denken wir, dass unsere Kommune im Stande ist mehr zu leisten. Neben den Überschüssen die zum Teil im letzten Jahr sogar eingefahren wurden, ist es Teil der verpflichtenden kommunalen Daseinsvorsorge sich um Schulgebäude etc. zu kümmern. Das ist keine „Kann-Aufgabe“ sondern eine „Muss-Aufgabe“, zitiere ich an dieser Stelle gerne Reinhold Goss (Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Köln), die hier seit Jahren vernachlässigt worden ist,
 
In Brennpunkten brauchen die Schüler*innen eine andere Ausstattung. Wenn die Stadt hier nicht in der Lage ist zu agieren, dann sollte man versuchen dies über Sponsoring zu lösen. Mit Grillo und Haniel hat man ja gesehen: es geht. Hier denke ich, dass Politik und Verwaltung mehr leisten muss und kann. In Duisburg sind das nicht die beiden einzigen „Großen Alteingesessenen“. Auch hier gibt es zudem Mittel die nach Beantragung vom Bund zur Verfügung gestellt wurden und werden. 
 
Unsere Schüler werden im Vergleich immer mehr abgehängt. Man könnte auch sagen, in Duisburg gibt es bald nicht nur Parallelgesellschaften, sondern auch parallele Bildungssysteme 2. Klasse. Im Sinne einer sozial gerechten Lösung für die Kinder dieser Stadt kann das nicht sein.

Mehr Infos auf http://www.elternschaftduisburgerschulen.com/

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