Die steigende Popularität des Bitcoins – was erwartet uns?

Euro, Schweizer Franken oder US-Dollar – Währungen, die wir kennen, verstehen und in der Hand halten können. Doch seit Anfang 2009 gibt es im Finanzsystem eine neue, nur virtuell vorhandene Bezahlmethode: den Bitcoin.

„Bit“ (binary digit = Binärziffer) steht hierbei für die kleinste elektronische Speichereinheit in der Computerwelt und „coin“ bedeutet, übersetzt aus dem Englischen, Münze. Erschaffen werden die Bitcoins mittels Lösen komplexer mathematischer Probleme.

Der Internet-Nutzer „Satoshi Nakamoto“, welcher nur unter diesem Pseudonym bekannt ist, hat 2008 ein Konzept vorgestellt, mit dem man mit Hilfe des Bitcoins über das Internet quasi alles völlig anonym, einfach und grenzenlos ein- und verkaufen kann.

Ein großer Vorteil des Bitcoin-Netzwerkes ist, dass es weder an eine Finanzinstitution, wie beispielsweise der Euro an die Europäische Zentralbank, noch an ein Land gebunden ist. Dadurch ist es besonders für internationale Transaktionen beliebt. Aktuell (Stand: Ende April 2017) befinden sich circa 16,3 Millionen Bitcoins im Umlauf.

 

Angebot und Nachfrage

Der Wechselkurs zu beispielsweise Euro, Dollar oder Yuan verändert sich stetig und wird bestimmt durch Angebot und Nachfrage. Bitcoins kann man im Austausch gegen „richtige“ Währungen auf speziellen Online-Börsen legal erwerben oder auch verkaufen. Aktuell liegt der Wert eines Bitcoins bei rund 1.736 Euro (Stand: 19.05.17). Vor knapp zehn Tagen (07.05.) lag dieser noch bei knapp unter 1.400 Euro pro Bitcoin. Im Vergleich: Vor einem Jahr konnte man einen Bitcoin schon für „schlappe“ 390 Euro kaufen.

Den Anstieg des Preises, besonders den jüngsten Boom, kann man auf mehrere Gründe zurückführen. Zum einen steigt die Anzahl der Nutzer stetig und hat vor allem im vergangen Jahr stark zugenommen. Dadurch, dass die Menge an Bitcoins endlich ist, steigt durch die erhöhte Nachfrage schlussfolgernd auch der Preis. Zudem wurde in Japan der Bitcoin zum 1. April diesen Jahres als offizielle Währung anerkannt und die Anleger hoffen nun aktuell darauf, dass die USA es Japan gleichtun und den von den Gebrüdern Winklevoss gestellten Antrag zulassen, wodurch der Bitcoin als Investmentfond offiziell an die Börse gelangen würde.

 

Kunstwährung trifft auf Spielgeld

Die Pizza via App bestellen, über das Internet Schuhe erwerben oder die Blumen beim Floristen von nebenan kaufen – mit Bitcoins kann man praktisch alles kaufen und bezahlen, solange die virtuelle Währung akzeptiert wird. Sehr interessant und mittlerweile auch sehr beliebt ist das Nutzungssystem des Bitcoins auch in der Glückspielbranche. Ein großes Anliegen der Spieler ist es nämlich anonym zu bleiben. Die Zahlungsmöglichkeit Bitcoin ermöglicht ihnen in Online-Casinos daneben auch eine umfassende Freiheit, da zur Bezahlung kein Mittelmann wie bei PayPal, Visa oder MasterCard benötigt wird. Nach anfänglicher Skepsis und Startschwierigkeiten bieten nun aber nach und nach immer mehr Casinos Bitcoins als Zahlungsmöglichkeit an. Es ist sogar so beliebt geworden, dass es mittlerweile sogar eigene Casinos dafür gibt. Der große Vorteil hierbei ist, dass diese, im Gegensatz zu Euro geführten Online-Casinos, keine Glückspielsteuer zahlen müssen. Dadurch steht ihnen praktisch mehr Geld zur Verfügung, was zur Folge hat, dass auch die Gewinnchancen des Spielers steigen und mehr Geld ausgeschüttet wird.

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Aufbewahrung und Sicherheit der Bitcoins

Doch wo wird das virtuelle Geld eigentlich gespeichert, wenn man es gewonnen (oder gekauft) hat? Wie bei echtem Geld werden Bitcoins in einer Art Geldbörse aufbewahrt. Dies ist ein Programm, welches man sich entweder auf Handy oder PC installiert. Diese Geldbörse befindet sich entweder online in einer Cloud oder auf dem eigenen Computer/Handy. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Während man online von überall auf das Bitcoinportemonnaie zugreifen kann, ist es allerdings auch für Hacker eine leichtere Beute als das auf dem eigenen Computer gespeicherte Portemonnaie. Jedoch kommt es vor, dass man dieses aus Versehen löscht oder es von einem Virus zerstört wird. Für Kriminelle ist das Bitcoin-Netzwerk also eine doppelte Goldgrube dank Anonymität und fehlender Kontrollinstanz.

Ist dieses digitale Geld dann einmal weg, hat man leider den Kürzeren gezogen, denn versichern kann man sich gegen einen Verlust von Bitcoins nicht, ganz gleich wie dieser zustande kam. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele warnte Anleger deshalb auch davor, Bitcoins als Wertaufbewahrungsmittel zu nutzen: „Wer meint, der Bitcoin wäre so sicher wie der Euro oder der Dollar, muss dafür die Verantwortung tragen.“

Die Zukunft der Bitcoin-Währung ist ungewiss. Feststeht jedoch, dass immer mehr Menschen daran Gefallen finden und der Preis pro Bitcoin im Verlauf diesen Jahres sicherlich auch noch weiter steigen wird. Für die einen ist es aufgrund der Anonymität und Flexibilität die Bezahlmethode schlechthin, für die anderen jedoch, z.B. den Staat, ist die Währung Bitcoin eine große Grauzone, denn der Staat hat weder Kontrolle darüber noch eine Methode gefunden, um die Transaktionen in den Steuerhaushalt einzubinden, da der Bitcoin in Deutschland (noch) keine anerkannte Währung ist.

 

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