Ostern wird zum Konsumfest

Immer mehr Kinder wünschen sich zu Ostern von ihren Eltern größere Geschenke und Süßigkeiten – bunte Eier reichen ihnen nicht mehr. Doch Geschenke gibt es eigentlich nur zum Geburtstag und zu Weihnachten. Viele Eltern fühlen sich inzwischen von der Werbung unter Druck gesetzt. Was tun?

 

Ostern ist inzwischen drittwichtigster Geschenk Anlass

© istock.com/CatLane

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Der traditionelle Schokoladen-Osterhase oder bunte Eier reichen vielen Kindern zum Osterfest inzwischen nicht mehr und sie erwarten ein mittelgroßes Geschenk dazu. Auch Erwachsene beschenken sich inzwischen gegenseitig mit kleineren Geschenken, wie zum Beispiel Parfum, Blumen oder Büchern. Mutiert Ostern nun zum neuen Konsumfest?

Inzwischen macht der Handel zu Ostern einen Mehrumsatz von mehr als 30 Millionen Euro – damit ist Ostern der drittwichtigste Anlass für Kindergeschenke nach Weihnachten und dem Geburtstag. Trotzdem ist auch der traditionelle Schoko-Osterhase immer noch gefragt: Jährlich werden mehr als 200 Millionen Osterhasen verkauft. Dabei liegt der Hase sogar noch vor dem Schoko-Nikolaus, der es nur auf 196 Millionen bringt.

Werbung nutzt Ostern für Marketing

© istock.com/GMVozd

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Der Druck, dem sich viele Eltern ausgesetzt fühlen, kommt auch aus der Werbung. Allerdings ist es nicht ungewöhnlich, dass sich mit der Zeit auch Geschenktraditionen ändern, denn schließlich ist früher Weihnachten auch anders gefeiert worden. Insgesamt gesehen ist eine langsame Abkehr der christlich geprägten Feste zu erkennen. Außerdem haben viele Eltern durch ihren Beruf weniger Zeit als früher, um Familienrituale zu feiern. Dadurch wird dann an solchen Festen wie Weihnachten oder Ostern vieles übersteigert gefeiert, um das restliche Jahr zu kompensieren. Das ist auch an den Geschenken zu erkennen.

Einen Anspruch auf Geschenke zu Ostern gibt es allerdings nicht. Denn Geschenke sollten keinen Zweck verfolgen, sondern dazu dienen, dem Empfänger eine Freude zu machen. Der Sinn des Geschenks wird allerdings durch eine Anspruchshaltung zerstört. Experten empfehlen daher mit Kindern zu reden und ihnen zu erklären, was es überhaupt bedeutet, ein Geschenk zu erhalten.

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