Duisburg: Arbeitslosenquote sinkt marginal um 0,1 Prozent

Arbeitslosenzahl im März:                                32.506
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat:     -391
Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr:       – 701
Arbeitslosenquote im März:                           13,1% (Vormonat 13,2%)
„Die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosigkeit geht bei allen Personengruppen zurück. Bei einem gleichzeitig guten Stellenbestand sehen wir alle Vorzeichen einer Frühjahrsbelebung, die den Arbeitsmarkt in robuster Verfassung zeigt. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit müssen wir auch einen Blick auf die Unterbeschäftigung werfen.“ Darauf weist Astrid Neese, Leiterin der Agentur für Arbeit Duisburg, hin. „Die Unterbeschäftigung umfasst neben den Arbeitslosen auch diejenigen Personen, die an einem arbeitsmarktpolitischen Programm teilnehmen. Sie entwickelt sich gegenläufig zur Arbeitslosigkeit. So nimmt der Großteil der zu uns geflüchteten Menschen aktuell an sprachlicher oder beruflicher Qualifizierung teil, weshalb diese Personen nicht als arbeitslos gelten aber in der Unterbeschäftigung mitgezählt werden.
Es sind auch insgesamt mehr Menschen, die von der Agentur für Arbeit oder vom jobcenter Duisburg betreut werden, aktuell in qualifizierenden Maßnahmen. Jetzt gilt es, diesen beiden Gruppen auch eine Perspektive zu geben. Sie haben sich engagiert, sich beruflich und – insbesondere bei den geflüchteten Menschen – auch sprachlich weiterentwickelt. Der nächste Schritt sollte das Angebot eines Ausbildungs- und Arbeitsplatzes sein. Eine Eingliederung kann nur als Gemeinschaftsprojekt aller Partner am Arbeits- und Ausbildungsmarkt erfolgreich sein“, so der Appell von Astrid Neese.
Arbeitslosigkeit
Mit 32.506 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im März 2017 391 oder 1,2 Prozent weniger Personen als noch im Februar 2017 von Arbeitslosigkeit betroffen. Im März des Vorjahres waren 33.207 Menschen arbeitslos gemeldet, 701 Personen oder 2,1 Prozent mehr als in diesem Februar.
Die Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt bei 13,1 Prozent. Im März des Vorjahres lag sie bei 13,4 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte über dem aktuellen Wert.
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im März um 790 oder 12,1 Prozent niedriger als im Vormonat ausgefallen. Die Zahl der Zugänge ist somit von 6.524 im Februar auf jetzt 5.734 gesunken. Im März des Vorjahres lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit bei 5.545 und damit um 189 oder 3,4 Prozent unter den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem März.
Von den 5.734 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im März 1.325 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt. Im Vormonat meldeten sich noch 1.598 Menschen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos. Im März sind es somit 273 Personen weniger (-17,1 Prozent).
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im März 6.181. Das waren 597 oder 8,8 Prozent weniger als im Februar (6.778) und 225 oder 3,8 Prozent mehr als vor einem Jahr im März 2016 (5.956). 1.137 Menschen konnten wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit am 1. Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit beenden (Februar 2017: 1.117)
Unterbeschäftigung
In die  Größe der Unterbeschäftigung fallen neben den Arbeitslosen auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit sowie Personen für die bestimmte gesetzliche Sondertatbestände gelten. Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit spielt die Unterbeschäftigung eine wichtige Rolle.  Die Unterbeschäftigung ist im März in Duisburg zwar leicht gesunken – um 261 Personen oder 0,6 Prozent auf aktuell 41.781 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sie aber um 1.490 oder 3,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im März erneut leicht gesunken und liegt aktuell bei 77,8 Prozent (Vergleich Vormonat 78,2 Prozent, Vorjahresmonat 82,4 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt im aktuellen Berichtsmonat bei 16,4 Prozent, im  Vormonat lag sie bei 16,5 Prozent (im  März 2016 lag die Unterbeschäftigungsquote bei  15,9 Prozent). Der Anteil der Menschen in der Unterbeschäftigung, die zwar nicht als arbeitslos gelten, denen aber ein reguläres ungefördertes Beschäftigungsverhältnis fehlt, ist gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat gestiegen.
Der Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr ist zu einem großen Teil auf den Zuzug geflüchteter Menschen zurückzuführen. Ein großer Teil dieser Menschen nimmt derzeit an Sprachkursen und Programmen der beruflichen Orientierung und Qualifizierung teil, weshalb sie nicht als arbeitslos gelten, aber in der Unterbeschäftigung mitgezählt werden. Wenn die Maßnahmen beendet sind, wird ein Teil zunächst beruflich weiterqualifiziert. Ein Teil wird aber auch in die Arbeitslosigkeit einmünden, weil nicht immer eine direkte Vermittlung in Arbeit gelingen wird. Dies kann für 2017 bedeuten, dass die Zahl der Arbeitslosen in Duisburg wieder steigen wird.
Eine weitere bedeutsame Gruppe unter den Unterbeschäftigten sind Arbeitslose ohne ausreichende Qualifikation, die an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilnehmen. Wenn die Teilnehmer/innen die Maßnahmen ausreichend qualifiziert verlassen ist es Aufgabe aller Partner/innen am Arbeitsmarkt, diesen Menschen eine Chance zu geben, sei es über Praktika oder z.B. über eine Einarbeitung.
Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Mit 2.821 Personen waren im März 41 oder 1,4 Prozent weniger junge Leute von Jugendarbeitslosigkeit betroffen als noch im Februar (2.862). Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen die Zahlen um 61 oder 2,1 Prozent  unter dem Wert von März 2016 (2.882).
Die Zahl der über 50jährigen Arbeitslosen sank im März um 103 oder 1,1 Prozent auf aktuell 8.974 (Vormonat 9.077) und liegt gleichzeitig um 339 (-3,6  Prozent) unter dem Vorjahreswert (9.313).
Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre sank im März im Vergleich zum Vormonat von 5.208 auf jetzt 5.112. Hier waren im Vorjahresmonat 5.198 Personen arbeitslos gemeldet. In dieser Altersgruppe sind somit 86 Personen oder 1,7 Prozent weniger als im März 2016 arbeitslos gemeldet.
Im März ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber Februar erneut leicht gesunken und liegt aktuell bei betroffenen 14.187 Personen; – 41 oder – 0,3 Prozent (Vormonat 14.228). Der aktuelle Wert befindet sich damit um weiterhin deutliche 1.612 Personen oder 10,2 Prozent unterhalb des Vorjahresmonats (15.799).
Im Berichtsmonat sank die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer leicht auf jetzt 12.659 (- 23 oder -0,2 Prozent), davon befinden sich 11.241 in der Grundsicherung. Dies sind in beiden Rechtskreisen 1.304 oder 11,5 Prozent mehr als im März des Vorjahres (11.355). Eine entscheidende Rolle bei dieser Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr kommt der Zuwanderung geflüchteter Menschen zu.
2.017 geflüchtete Menschen (Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung) sind in Duisburg arbeitslos gemeldet, davon 97 Prozent im Bereich der Grundsicherung (SGB II).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Betrachtet man die Arbeitsmarkt-Entwicklung getrennt nach den beiden Rechtskreisen SGB III und SGB II, so blieb die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) bei 2,4 Prozent wie im Vormonat. Der März-Wert 2017 liegt damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Niveau von März 2016 mit 2,1 Prozent.
Im aktuellen Monat waren 5.909 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Das sind 175 oder 2,9 Prozent weniger arbeitslose Personen als noch im Februar 2017 (6.084). Vor einem Jahr, im März 2016, waren in der Betreuung der Agentur für Arbeit  734 oder 14,2  Prozent weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (5.175).
Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)
In der Grundsicherung (SGB II) sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. Im Vorjahr lag sie im März bei 11,3 Prozent.
26.597 Personen (-216 und -0,8 Prozent) waren im März in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (Februar 26.813). Im Vergleich zum März 2016 (28.032) sind in der Grundsicherung aktuell 1.435 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr.
Erläuterung zur Entwicklung in den beiden Rechtskreisen im Vergleich zum Vorjahr:
Durch den gesetzlich geregelten Übergang der Betreuung der so genannten Aufstocker/innen (Arbeitslosengeld I-Bezieher mit aufstockendem Arbeitslosengeld II-Bezug) vom jobcenter Duisburg zur Agentur für Arbeit Duisburg im Januar 2017 ist der Bestand der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich in diesem Jahr bei der Agentur für Arbeit in dem entsprechenden Umfang höher und beim jobcenter niedriger.
Arbeitskräftenachfrage
1.053 neue Stellen wurden der Agentur für Arbeit aktuell gemeldet. Das sind 99 oder 8,6 Prozent weniger als im Vormonat (Februar 2017: 1.152), aber 80 oder 8,2 Prozent im Plus gegenüber dem Vorjahreswert März 2016 (973).
Der Bestand an gemeldeten Stellen ist im März erneut gestiegen und liegt aktuell bei 3.861 Stellenangeboten (+171, +4,6 Prozent im Vergleich zu Februar). Damit bewegt sich der aktuelle Monat deutlich über dem Stellenbestand des Vorjahresmonats (2.839 Stellenangebote im März 2016, +1.022 Stellen oder + 36 Prozent).
Beschäftigtenentwicklung
Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Duisburg arbeiten, ist kontinuierlich positiv. Zum September 2016 waren in Duisburg über 170.000 Menschen  sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
 
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