Museum Ostwall: Schaufenster #18 – Flora war Falk

Photo: Christian Spließ

„Flora war Falk“ heißt die 18. Schaufensterausstellung des Museums Ostwall im Dortmunder U: Unter diesem Titel zeigt Bettina Marx, Förderpreisträgerin des Landes NRW, vom 24. März bis 11. Juni 2017 Installationen, Objekte, Zeichnungen und eine Wandmalerei.

Bettina Marx lädt die Besucherinnen und Besucher zu einer Choreografie des Sehens und Wahrnehmens ein. Das vielfältige Arrangement ihrer Einzelarbeiten reagiert auf die Raumsituation des Schaufensters. Abstrakt anmutende Landschaftsbilder und Zeichnungen finden ihren Platz, eine große Wandmalerei entsteht. Sie wird zum Mittelpunkt der malerischen und gleichzeitig poetisch-fragilen Gesamtinszenierung. Bettina Marx zieht außerdem subtile Referenzen zu Werken aus der aktuellen Sammlungspräsentation.

Eine große Wandmalerei bildet den zentralen Hintergrund für das installative Ensemble und stellt farblich Verbindungslinien zwischen den Zeichnungen, Malereien und architektonischen Elementen her. Orangerot, gebrochenes Braun und Rosa treten in Dialog mit den Werkgruppen.

Photo: Christian Spließ

Im Zentrum des Raumes befindet sich ein an der Decke befestigter, rosafarben bemalter metallener Rahmen, in den Schnüre gespannt sind. An ihnen hängen Bahnen von japanischem Reispapier in Ockergelb, gebrochenem Violett und Blau-Grau. Mit Tusche und Wasser hat Bettina Marx zufallsmäßige Strukturen und wolkenähnliche Gebilde entstehen lassen. Bei dem kleinsten Lufthauch geraten die Papierbahnen in Bewegung. Ein Eindruck von Leichtigkeit und Fragilität entsteht. Auf dem Boden liegt ein Kissen mit Abdrücken von Holzstämmen. Angelehnt an einer Ausstellungswand befindet sich eine leuchtend orangerot gerahmte Holztafel. Verschiedene Papierarbeiten der Werkgruppe „Nam“ (2016/17) sind dort  befestigt.

Bettina Marx liebt Farben – kontrastreich gebrochene Farben stellt sie gerne leuchtend-reinen Farben gegenüber. Ihre Zeichnungen und Malereien sind inspiriert von der Atmosphäre der Umgebungen, in denen sich die Künstlerin aufgehalten hat.

Die Serie „Nam“ entstand 2016 bei einer Reise nach Namibia. In den Tuschearbeiten mit Farbstiften hält sie ihre Reiseeindrücke und die dortigen Landschaften fest. Fasziniert vom intensiven Farberlebnis  erinnern die roten und blauen Farbtöne an den leuchtend roten Sand in Namibia und an den weiten, strahlend blauen Himmel. Die Zeichnungen wirken zunächst wie abstrakte Bildfindungen. Bei näherer Betrachtung lösen sich einzelne Elemente heraus, die sich zuordnen lassen: ein Brückenbogen, der Kopf eines Flamingos, ein Vogelnest. Wie unter einer Lupe sehen wir die Spuren einer Spinne als ein Muster aus Flecken und Punkten. Jedes dieser Werke hat eine Geschichte und ist mit Erinnerungen verbunden. In ihrer Abstraktion führen sie uns zu eigenen Assoziationen und Erinnerungen. Zugleich sind sie Dokumente und Zeugnisse von Orten und Stimmungen.

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In der gegenüberliegenden Holzkonstruktion mit Guckloch greift Bettina Marx den Gedanken an ein Vogelnest wieder auf. In dieser Arbeit verbinden sich zwei Perspektiven: Der Blick nach außen und in den geschützten Nestraum mit seinen organischen Strukturen. Wir sind eingeladen, beides zu entdecken und zu wahrzunehmen. Diese Arbeit von Bettina Marx zieht zudem subtile, formale Referenzen zu Werken der Fluxus-Künstlerin Alison Knowles aus der Sammlungspräsentation des Museums Ostwall.

Die Besucher und Besucherinnen betreten den Ausstellungsraum, sie nehmen die einzelnen Werkgruppen wahr und ziehen formale Verbindungslinien. Gleichermaßen bietet Bettina Marx an, den Blick von außen zu verlassen und in ein Bildgefüge aus einander greifenden Elementen einzutreten. Wir werden Teil dieser bühnenähnlichen Inszenierung.

Die Künstlerin

Bettina Marx (Jahrgang 1981) wuchs im Rheinland auf und war Meisterschülerin von Prof. Cornelius Völker an der Kunstakademie Münster sowie Gaststudentin bei Prof. Peter Doig an der Kunstakademie Düsseldorf. 2013 veröffentlichte sie gemeinsam mit Johanna Schoener das Reisebuch „Nirgendsland. Eine Reise durch Europa“ (Hamburg: Verlag Gudberg, 2013). Sie hat zahlreiche Förderungen und Preise für ihre Arbeit bekommen.

Eröffnung

Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag, 23. März 2017, 18.30 Uhr. Nach der Begrüßung durch Edwin Jacobs, Direktor des U und des Museums Ostwall, führt Kuratorin Regina Selter in die Ausstellung ein.

Kontakt

MUSEUM OSTWALL IM DORTMUNDER U

Leonie-Reygers-Terrasse

44137 Dortmund

+49 (0)231 50-24723

Öffnungszeiten

Di +Mi 11-18 Uhr

Do + Fr 11-20 Uhr

Sa + So 11 – 18 Uhr

Montags geschlossen

An Feiertagen 11- 18 Uhr

Eintrittspreise

5 € / 2,50 €

Die Eintrittskarte für die Sammlung des Museum Ostwall berechtigt im Jahr des Kartenkaufs zum unbegrenzten kostenlosen Eintritt in die Dauerausstellungen des Museums Ostwall im Dortmunder U, des Museums für Kunst und Kulturgeschichte und des Brauereimuseums.

Info-Telefon: 0231 502 47 23

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