Oberhausen: Feuerteufel nach zwei Jahren gefasst – 17 Brände geklärt

Ende 2014 begann eine Serie von Brandstiftungen im Bereich Oberhausen, Altstadt Süd. Der signifikante Anstieg von Brandlegungen und Sachbeschädigungen durch Feuer in Kellerräumen und in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern hielt nicht nur Feuerwehrleute und die Brandermittler auf Trab. Die Anwohner der Humboldtstraße lebten seitdem in ständiger Angst vor Brandstiftungen.

Im Februar (22.2.17) beendeten die Ermittler dann den Spuk. Sie nahmen einen 28jährigen Oberhausener fest, der zu Beginn der Brandserie nach Oberhausen umgezogen war.

„Die Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Feuer waren besonders gefährlich, weil sie jeweils zur Nachtzeit begangen worden sind“, sagte Kriminalhauptkommissar Ingo Baltes, der die Ermittlungen bei der Oberhausener Kriminalpolizei geleitet hatte. „Die Bewohner der betroffenen Mehrfamilienhäuser und Gebäude wurden durch die Brände im Schlaf überrascht. Es ist nur glücklichen Umständen zu verdanken dass es nicht zu Personenschaden gekommen ist.“

Der Brandstifter hatte die Straftaten in seiner Vernehmung eingeräumt. Der zuständige Haftrichter hatte ihn kurz nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft genommen.

Bei seiner letzten Tat (21.1.) war der Brandstifter mitten in der Nacht (3:30 Uhr) in den Keller eines Mehrfamilienhauses auf der Humboldtstraße eingedrungen und hatte dort in einem Kellerverschlag gelagertes Mobiliar und Sperrgut angesteckt.

Als die Feuerwehr eintraf, war das Treppenhaus bereits stark verqualmt. Polizisten hatten bereits mehrere Bewohner aus dem Haus begleitet. Die Feuerwehrleute retteten dann einen Bewohner, der aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht selbstständig das Haus verlassen konnte. Der Mann hatte bereits eine leichte Rauchvergiftung erlitten.

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Im vergangenen Jahr hatte er auf der Humboldtstraße bereits mehrfach Feuer gelegt. Im Oktober steckte er kurz nach Mitternacht einen Abfallcontainer in der Zufahrt zu einem Hinterhof an. Das Feuer breitete sich unterhalb der Wohnungen des Mehrfamilienhauses schnell aus. Der Brand beschädigte die Hauswand und einem geparkten PKW. Nur der schnelle Einsatz der Oberhausener Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

In 2015 und 2014 beging er mindestens neun weitere Taten, alle auf der Humboldtstraße.

Ende August 2015 steckte der Brandstifter innerhalb einer halben Stunde Müllcontainer vor mehreren Häusern. In einem Fall löschten die zuerst eingetroffenen Polizisten den Brand, ein weiteres Mehrfamilienhaus wurde vor größerem Schaden nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr geschützt. Trotzdem entstand hier ein erheblicher Gebäudeschaden.

Ende Juli 2015 drang der Festgenommene erneut in ein Mehrfamilienhaus ein und steckte im Treppenhaus eine Zeitung an. Mitte März, Ende Februar, Mitte Januar und Anfang Oktober 2015 und Juli 2014 brannten erneut Mülltonnen und Sperrmüll auf Hinterhöfen und vor Mehrfamilienhäusern.

Ab 2016 nahm der Feuerleger auch Geldinstitute ins Visier. Im Februar (10.2.) steckte er an einem Kontoauszugsautomat, in einem Geldinstitut auf der Wörthstraße, eine Zeitung an und löste dann den Feueralarm aus. Ende Mai (29.5.), Anfang Juni (5.6.) und Mitte Dezember (11.12.) löste er in Geldinstituten grundlos den Feuermelder aus.

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